K&G GO ICELAND • 11 FÜR UNS TECHNIKNERDS

Morgens war die Welt noch in Ordnung.

Heute gab es REGEN PUR! Wir sind ein großes Wagnis eingegangen und wie es scheint haben wir nicht gerade den JACKPOT getroffen. Der Südosten Islands gilt mit seinen schwarzen Stränden, den Gletschern und Seen als einer der schönsten Gegenden von Island. ABER... es ist auch das Schlechtwetterloch Islands. Und dieser Tag war für die Katz und wie es ausschaut auch alle restlichen Tage unseres Aufenthaltes. Wir haben noch 3 Tage in Island und dann folgt schon wieder die Heimkehr nach Kölle. Während Deutschland im Hitzeloch liegt und unter Temperaturen von weit über 30 Grad stöhnt, ist bei uns der Wind so stark, dass man sich dagegen lehnen kann. Der Regen hört nicht auf und der Himmel drückt von oben mit tief hängenden Wolkenmassen auf uns herab. Wir müssen das Beste draus machen und da heute sowieso ein Reisetag geplant war, sind wir am Abend lecker essen gegangen und haben uns die restliche Zeit ins Bett gehauen. Schlafreserven auffüllen denn so wie es ausschaut soll es die kommenden Tage, wenn, dann nur wirklich in der Nacht aufhören zu regnen. Ein guter Zeitpunkt um ein kleines Tagebuch SPECIAL zu bringen zum Thema Technik mal wieder. Es gibt außer Regen und Wolken auf der Insel nix zu zeigen. Hatten wir aber auch mit gerechnet. Island ist halt Island und nicht Italien. Regen gehört hier einfach zur Insel mit dazu. Hoffen wir dass es ein paar trockene Momente in den kommenden 72 Stunden gibt. Bis dahin kümmern wir uns heute mal ein wenig um unsere Ausrüstung. Wir hatten ja schon einmal die Ausrüstung für unsere Landschaftsfotografie vorgestellt. Das war die letzte Woche, jetzt sind unsere Modelle da und jetzt hat sich die Ausrüstung etwas erweitert.

Unser Licht

Wenn es um Lichtausrüstung geht, dann muss immer eine Balance zwischen Transportkosten und der gewünschten Ausrüstung gefunden werden. Gerade wenn eine derartige Planungsunsicherheit wie bei uns dazu kommt. Planungsunsicher waren das Wetter und die Locations. Wir waren noch nie auf Island und mal kurz vorabchecken war leider auch nicht im Budget. Gerade ICE-Land ist ja nicht das Sonnenland und was genau man dort von Herrn Petrus vorgesetzt bekommt ist ebenfalls unklar. Wir haben uns daher für eine möglichst kompakte und kleine Ausrüstung entschieden. Blitzpower und Reflektoren beide mit enthalten.

2x Jinbei HDII600

Herzstück unserer Fotografie in Island sind zwei Jinbei HD II 600 mobile Studioblitze. Zwei mal 600Ws Blitzpower ohne Kabel. Damit haben wir die Möglichkeit unser eigenes Licht überall zu setzen. Dabei unterstützen die Blitze SUPERSYNC und ermöglichen daher auch das Blitzen über der gewöhnlichen x-Synczeit der Kamera. An dieser Stelle könnte und sollte man sich jetzt fragen, WARUM NICHT DER PROFOTO BLITZ WENN DER DOCH SO GUT SEIN SOLL? Die Frage wäre sinnvoll und ich möchte an dieser Stelle die Frage auch ehrlich beantworten. Der Profoto B2 ist ein Blitz der Superlative, keine Frage. Aber der Preis ist eben auch Superlativ und genau deswegen haben wir den B2 zuhause gelassen. Jinbei baut mit dem HDII600 einen außergewöhnlichen Blitz für wirklich kleines Geld. 600Ws in einem Gerät, SUPERSYNC zuschaltbar und das Ganze noch mit eingebauter Leistungssteuerung ist und bleibt einfach genial. Und wir möchten zeigen, dass man mit diesem Blitz auch Bilder der Superlative machen kann, ohne Preis der Superlative. Island ist ein raues Einsatzgebiet für das Gerät. Überall Feuchtigkeit oder Staub. Hitze und Kälte in direktem Wechsel. Dazu das Bedürfnis nach viel Licht gefolgt vom Blitzen mit ganz wenig Leistung. Einerseits das Überpowern der vollen Sonne, andererseits das schwache Aufhellen beim Restglühen des Nachthimmels bei nordischer Sonne. Wir haben zwei Geräte dabei mit insgesamt 3 Akkus und haben an zwei Tagen das eine verwendete Gerät nicht aufladen müssen. Von den 4 Akkuladebalken war kein einziger verschwunden. Und wir hatten wirklich kräftig durch die Gegend geblitzt.

Es muss nicht immer die Maixmallösung sein. Gerade beim Blitzen kommt es ja vielmehr darauf an, was man mit dem Blitz macht. Wie man es setzt, welchen Lichtformer man verwendet und wie man das Umgebungslicht balanciert. Der Jinbei gibt unglaublich viele Möglichkeiten in die Hände von uns Fotografen, wir müssen diese Möglichkeiten nur nutzen können. Für uns war besonders wichtig auch in Island Fotos zu machen die zum Selbstmachen anregen und der Jinbei ist und bleibt ein Blitz mit einem idealen Preis-Leistung-Verhältnis.

Sunbounce OnTour

Eigentlich kann man nie genug Sunbouncer haben. Nicht weil es immer Sonne gibt sondern weil das Gesamtsystem so vielseitig ist. Sunbouncer müssen aber auch transportiert werden. Und das Gestänge ist meist zu groß für einen gewöhnlichen Reisekoffer. Der Trick, einfach als Sportgepäck aufgeben und der Drops ist gelutscht. Wir haben unsere perfekte Reiseausrüstung für das mobile Bouncen schon länger gefunden. Es ist für uns die vielseitigste Mischung aus Möglichkeiten. Es handelt sich um einen Sunbounce Mini Rahmen mit vier einzelnen Beschichtungen. Zebra, Silber, BlackHole und Diffussor. Mit diesen vier Beschichtungen können wir fast alles machen und der Mini ist so groß, wie unsere beiden dicken Oberkörper.

Der Zebra Reflektor für angenehme Haut und etwas Schonung für die zarten Modelaugen.

Der Silber Reflektor um das letzte bisschen Licht zu reflektieren oder über lange Distanzen das Licht möglichst hart und kantig zu werfen,

Der BlackHole Reflektor um das Licht abzublocken und dort Schatten zu machen wo sonst kein Schatten wäre. Lichtreflexion abschatten und störende Reflexe wegnehmen.

Der Swatter 2/3 als Reflektorenbespannung ist ein toller Diffusor und sorgt für weiches Licht in schlimmen Tageslichtsituationen.

Notfallaufsteckblitz

Krolop geht niemals ohne einen Aufsteckblitz aus dem Haus und auch für Island musste ein Yongnuo 560 Mark III samt 560 TX mit. Damit hat man für den Notfall ein komplettes entfesseltes Set dabei. Nicht immer möchte man den großen Blitz samt Stativ und Softbox auf einen Berg schleppen oder durch kilometerweite Graslandschaften tragen. Mit dem Gespann aus 560 III und dem TX Auslöser hat man ständig einen mobilen Blitz mit im Gepäck.

Besonders wichtig!

Das Licht in Island ist omnipräsent und gerade wenn die Sonne richtig scheinen kann, dann ist das Licht unglaublich brutal und extrem hell. Deutlich stärker und viel aggressiver als in Deutschland. Daher ist der Viewfinder für das Betrachten der Bilder extrem wichtig. Ohne Viewfinder kann man stellenweise nix mehr sehen auf dem Display und das ist für digitale Fotografie nie gut.

BackUp

Wir nutzen stoßsichere Lacie RUGGED Festplatten. Auch die gehen bei uns kaputt und wir haben ca. 5 bis 7 Platten Verschleiss pro Jahr. Aber bisher ging noch keine Festplatte auf Produktion kaputt. Die Daten müssen sicher bis nach Hause kommen. Wir haben zwei identische Plattengrößen mit dabei. 2x 2TB. Eine Platte wird anfangs direkt mit AKTIV und eine Platte mit BACKUP gekennzeichnet.

1. Die Daten werden jeden Abend direkt auf die BACKUP Festplatte gespielt. Nach Tag sortiert und je Kamera ein nach ihr benannter Ordner. Die Videodaten werden dabei separiert von den Bilddaten behandelt.

2. Von der BackUp Platte werden die Daten dann mit dem Tagesordner auf die AKTIV Platte kopiert. Dort beginnt das Sortieren und Verschieben. Während die Daten auf der AKTIV Platte verändert, verschoben und gelöscht werden können, bleibt die BACKUP Platte immer komplett unberührt, egal wie chaotisch die Daten dort aussehen mögen.

3. Auf der AKTIV Platte liegt auch der Lightroom Katalog und dieser wird jeden Abend aktualisiert.

Warum Tamron?

Es gab im Netz in den Kommentaren eine häufiger gestellte Frage und wir bekamen tatsächlich auch 2 PNs und 3 Emails mit dieser Frage. "Warum habt ihr nur Tamron Objektive dabei?". Erstens warum nicht und zweites haben wir nicht nur Tamron Objektive dabei sondern für die Panasonic GH4 Olympus und Panasonic Linsen. Für die Sony Kameras haben wir auch nicht die Tamron Option dabei. Trotzdem nochmals, das 15-30mm f2.8 ist eine der besten Ultraweitwinkelobjektive für DSLR Kameras wenn aktuell nicht sogar das Beste. 15mm sind genau das, was man in einem solchen Land wie Island braucht und wir hätten sonst nur schlechtere Optionen in unseren Ausrüstungskoffern.

Das 150-600mm ist ein fantastisches Objektiv und auch wenn es nicht gerade für die Peoplefotografie taugt, so haben wir damit unglaublich viele Fotos in der vergangenen Woche gemacht. Eigentlich dachte ich gar nicht daran dass es so wichtig werden würde aber viele Dinge, nicht nur kleine Tiere, auch große Landschaften sind hier trotzdem zu weit entfernt. Man steht auf einem Berggipfel und erkennt ein kleines Tal im perfekten Licht. Oder man sieht einen kleinen Wasserfall in der Ferne. Das Objektiv holt alles ran, egal ob Wasserfall, Bergspitze oder Hügellandschaften. Einfach grandios. Und die Schärfe ist brachial. Unglaublich fantastisch... solange man eben mit genügend kurzer Verschlusszeit fotografieren kann.

Das 24-70er von Tamron ist sowieso unbestritten gut. Ok, es gibt bessere Linsen wie das 24-70 f2.8 Mark II von Canon aber bei einer Landschaftsaufnahme mit f5.6 ist dieser Vorteil echt nicht mehr wirklich erkennbar. Es geht ja auch etwas darum was die Sachen alle kosten und da ist Tamron einfach spitze. Das 24-70 war die meiste Zeit im Koffer und dafür braucht man keine 2000€ ausgeben. Nicht bei dem marginalen Unterschied zum Canon Objektiv.

Festbrennweiten haben wir für die Peoplefotografie auch noch dabei. 35mm ist einfach meine Brennweite. Außerdem darf natürlich ein klassisches 50er niemals fehlen. Das passt auch in jedes Budget und in jeden Rucksack. Und sei es auch nur das 50mm 1.8 dessen Look und Wirkung ich im Gegenlicht gerade liebe.

Man erkennt also, es gibt logische Gründe für die Objektive, welche wir dabei haben.

C U 2MORROW

Das wars für heute und ich hoffe ihr schickt etwas gutes Wetter nach Island. Können wir aktuell gebrauchen. Wir nehmen euch gerne 10 Grad ab, gerne auch 15 Grad und so ein paar Hundert Milliliter pro Quadratmeter könnt ihr von uns auch gerne haben!

LG Martin und die restlichen aus dem Team!

Created By
Martin Krolop
Appreciate
(C) Krolop&Gerst www.krolop-gerst.com/blog

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