Forstpolitische Waldspaziergänge der IGBAU Landesvertretung Forst und Naturschutz NRW

Eine Neuauflage der forstpolitischen Gespräche mit der SPD führte die IGBAU Landesvertretung für Forst und Naturschutz NRW am 09.03.2017 mit dem Generalsekretär der SPD in NRW Herrn Andre Stinka und Herrn Heiner Kiekebusch als lokalen Ansprechpartner der SPD in Dülmen.

Nachdem letztmalig in 2015 die aktuellen forstpolitischen Themen zwischen der IGBAU und der SPD stattgefunden haben wurde im Hinblick auf die Landtagswahl 2017 ein erneuter Termin vereinbart.

Im Rahmen eines konstruktiven Austausches im Alten Hof Schoppmann in Nottuln und einem anschließenden Spaziergang in einem typischen münsterländischen Waldbestand mit kleinparzellierten Bestandesflächen und stetig wechselnden Eigentumsverhältnissen wurden die vorab ausgetauschten Punkte erläutert.

Andre Stinka SPD, Peter Wicke IGBAU, Marc Redemann IGBAU

Vor allem die Diskussion über die möglichen Auswirkungen einer direkten Förderung für den privaten Waldbesitz und hier vor allem die Auswirkungen auf den Klein- und Kleinstprivatwald und die Holzmobilisierung für die Sägeindustrie standen im Fokus der Gespräche.

Hier stand die Frage im Raum wie die SPD die Gefahr einschätzt, das durch eine direkte Förderung die Dienstleistungsangebote des Landes in der Betreuung des Waldbesitzes zurückgefahren werden könnte.

Entsteht durch diese Entwicklung möglicherweise eine Zweiklassengesellschaft im Wald, vor allem in Regionen mit geringeren forstwirtschaftlichen Ertragsmöglichkeiten wie z.B. dem Münsterland oder am Niederrhein ?

Zu dieser Frage erklärte Herr Stinka unmissverständlich, dass die SPD die Einheitsforstverwaltung, auch in Zukunft als die beste Form für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung in NRW sieht.

In dieser Aussage sieht die IGBAU Landesvertretung Forst und Naturschutz in NRW ein Bekenntnis auch zum Beibehalten eines flächendeckenden Betreuungs- und Dienstleistungsangebotes durch Wald und Holz NRW.

Andre Stinka SPD, Peter Wicke IGBAU, Marc Redemann IGBAU

Marc Redemann und Peter Wicke erklärten Herrn Stinka und Herrn Kiekebusch, das aus Sicht der Landesvertretung in NRW, bei der Einführung einer direkten Förderung unabdingbar einheitliche Rahmenbedingungen vereinbart werden müssen. Nur so können die bestehenden hohen Qualitätsstandards im Wald auch in Zukunft gewährleistet werden.

Aus Sicht der IGBAU müssen die gerade aus Arbeitnehmersicht relevanten Standards wie z.B. die Einhaltung des Mindestlohngesetzes sowie des Tariftreue- und Vergabegesetz, die Gewährleistung der gängigen Arbeitssicherheitsregeln, das Erfüllen der geltenden Umweltstandards und die Wahrung der Anti-Korruptionsrichtlinien in der forstlichen Praxis eingehalten werden.

Diese Maßgaben stellen den Gesetzgeber dann auch vor die Aufgabe zu gewährleisten dass die Einhaltung der allg. gültigen Rahmenbedingungen eingehalten werden, wobei ein zurückgreifen auf die bestehenden forstlichen Zertifizierungssysteme keinen wirklichen Lösungsansatz darstellt.

Im weiteren Gespräch wurden Themen wie die mögliche Gründung eines 2.ten Nationalparkes in NRW in der Senne, die zukünftigen Verantwortlichkeiten für den Naturschutz im Wald und der im Koalitionsvertrag aus 2012 genannten "Stiftung Naturerbe" unter Einbeziehung des landeseigenen Waldes angesprochen.

Abschließend sieht die Landesvertretung der IGBAU für Forst und Naturschutz in NRW, in dem forstpolitischen Gesprächen mit der NRW SPD eine für beide Seiten nutzbringende Fortsetzung des Informationsaustausches über aktuelle Fragen die den Wald in NRW betreffen .

Landesvertretung Forst und Naturschutz NRW

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