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Lichtenberger Granit Lichtenberger Granit, das regionale Baumaterial

So wie diese Mauer wurden früher alle Steinbauten mit regional vorkommendem Material errichtet. Steine sind schwer und lange Transportwege mühsam. Nur an Prestigebauten, wie dem Schloss wurden Steine verwendet, die von etwas weiter herkamen, wie der Buntsandstein aus einem ehemaligen Reinheimer Steinbruch. In den Bauwerken sehen wir sehr viele unterschiedliche Steine: Schwarze, graue, rötliche gelbe, grobgekörnte, feingekörnte in vielen Variationen

Wie kommt es hier zu dieser Vielfalt von Gesteinen?

Diese Steine, kommen ursprünglich aus dem Erdinneren. An sogenannten Hotspots erhält das flüssige Material des äußeren Erdkerns so viel Auftrieb, dass es bis zur Erdkruste aufsteigt. Durchbricht es die Oberfläche, so entsteht ein Vulkan, bleibt es in der Erdkruste stecken, so bildet sich eine Magmakammer. Solche Magmakammern sind die Entstehungsorte unseres Odenwälder kristallinen Tiefengesteins. Die Schmelze kommt in der Magmakammer zur Ruhe und es tritt eine sogenannte Differentiation ein.

Tief im Erdinneren, gut isoliert, kühlt die Schmelze sehr langsam ab. Für Geologen kann sehr langsam, einige Millionen Jahre bedeuten. Dabei bilden sich in der Schmelze Kristalle, zuerst, jene mit einer sehr hohen Schmelz-, bzw Erstarrungstemperatur. Das sind Mineralien mit einem hohen Eisenanteil und somit die schwersten. Diese sinken zu Boden und bilden den dunklen, oft schwarzen Gabbro. Dieser hat einen hohen Eisen- und niedrigen Quarzgehalt. Der Schmelzpunkt liegt über 1000°C. Danach erstarren bei ca. 800°C Mineralien mit weniger Eisen und etwas mehr Quarz und bilden den Diorit. Am Ende der Kristallisation der Schmelze bildet sich in der Magmakammer bei Temperaturen um die 600°C der Granit, eisenarm und quarzreich.

Der tief in der Erde entstandenen Gesteinskörper wird in Anlehnung an Pluto, den griechisch-römischen Gott der Tiefe Pluton genannt. Plutone zeichnen sich, wegen der langsamen Abkühlung in der Tiefe, durch große, mit bloßem Auge sichtbaren, kristallinen Strukturen aus. Kühlt eine Gesteinsschmelze nahe der Erdoberfläche ab, so geschieht dies schneller als im Erdinneren. Folglich sind die Kristalle winzig klein und nicht mehr gut ohne optische Hilfsmittel erkennbar. Beispiele hierfür sind Basalt, oder Rhyolit, beides Gesteine, die infolge vulkanischer Aktivität an die Erdoberfläche gekommen sind. Diese Steine werden im Gegensatz zu den Plutoniten Vulkanite genannt. Basalt finden wir z.B. am Otzberg oder im Steinbruch am Roßberg bei Roßdorf.

Rhyolith ist am Steinbruch Leferenz in Dossenheim zu sehen. Blöcke aus Rhyolith sind am Polder zwischen Niedernhausen und Billings als Begrenzung für den Parkplatz zu sehen. Im unten stehenden Diagramm werden die Zusammenhänge zwischen grobkörnigen Plutoniten und feinkörnigen Vulkaniten dargestellt. Granit und Rhyolit sind, trotz obwohl äußerst unterschiedlicher Erscheinung, in der chemischen Zusammensetzung identisch. Ebenso ist das bei Diorit und Andesit, sowie Gabbro und Basalt der Fall.

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