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Sechs Begegnungen mit der Jakobikirche Ein kleiner Rundgang

Die sechs Stationen im Raum der Kirche

1. Der Landsturmmann und das Leuchtende Kreuz

Das Kriegerdenkmal „Trauernder Landsturmmann“ erinnert an die Toten des Ersten Weltkrieges. Die emotionale Aussage der Skulptur ist für unsere heutige Zeit nicht tragbar. Gleichzeitig bewahrt die Skulptur aber auch das Gedenken an den gewaltsamen Tod vieler Gemeindemitglieder.

Die Erweiterung des Denkmals, gestaltet von Maria Moser, lädt dazu ein, sich mit diesem Spannungsverhältnis in unserer Erinnerungskultur auseinander zu setzen.

2. Die Brömse-Kapelle

Die Kapelle ist nach dem Bürgermeister Dr. Heinrich Brömse benannt, der sie 1488 für sich und seine Familie kaufte. Die Seitenflügel des Altars zeigen die Familie Brömse - zusammen mir ihren Schutzheiligen Bartholomäus, Jürgen, Anna und Barbara.

Die Mitteltafel des Altars erzählt in einem einzigen Bild wesentliche Stationen der Passionsgeschichte. Die Erzählung beginnt links oben, Jesus trägt sein Kreuz, führt dann weiter nach rechts über die Kreuzigung zur Auferstehung und schließlich - nach unten links - hin zur heiligen Veronika mit dem Schweißtuch Christi.

3. Die Pfeilermalereien

Fast alle Pfeiler der Kirche sind mit Heiligenbildern bemalt. Insgesamt können Sie 15 Bilder entdecken. Alle diese Bilder entstanden vermutlich schon kurz nach der Einweihung des Hochaltars im Jahr 1334.

Besonders eindrucksvoll ist das Bild des Heiligen Christopherus in einem roten, grün gefütterten Mantel. Das Jesus-Kind sitzt auf seiner linken Schulter und sieht ihn zuversichtlich an.

4. Die Pamirkapelle

Das Segelschulschiff Pamir sank am 21. September 1957. Dabei ertranken 80 Menschen – fast die ganze Besatzung. Jeder einzelne Name ist zur Erinnerung an dieses Unglück auf dem Boden der Kapelle verzeichnet.

Nur sechs Mann der Besatzung konnten damals gerettet werden - in zwei stark beschädigten Booten. Eines dieser beiden Boote erinnert an das Unglück und ebenso an das Leid, das seit jeher mit der Schifffahrt verbunden ist.

5. Die Orgeln

In der Jakobi-Kirche können Sie die letzten historischen Orgeln Lübecks sehen. Die Große Orgel - nahe beim Eingang bzw. beim Turm – stammt ursprünglich aus dem Jahr 1466, die hier abgebildete Nordorgel aus dem Jahr 1467. Beide wurden mehrfach erweitert - grundlegend durch Friedrich Stellwagen und Joachim Richborn.

Eine dritte Orgel, das Richborn-Positiv, ist im Vergleich dazu sehr klein. Sie steht - im geschlossenen Zustand scheinbar wie ein kleiner Schrank - nahe bei der Brömse-Kapelle.

6. Ein Platz in der Kirche

Trotz der vielen Kunstschätze in die Jakobikirche eine Kirche - und kein Museum.

Nehmen Sie sich Zeit.

Suchen Sie sich Ihren Lieblingsplatz und genießen Sie den Raum!

Ich wünsche Ihnen Ruhe und einen guten Tag.