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Tanz dich blau! politikerinnen leben gefährlich

Von Yaël Debelle

Wäre die Zürcher SP-Nationalrätin Jacqueline Badran eine Katze, hätte sie jetzt noch zwei Leben.

Fünf hat sie schon aufgebraucht: Als Kind ist sie einmal fast ertrunken, später fast von einem Balkon gestürzt. 1993 wurde sie von einer Lawine verschüttet, und 2001 überlebte sie den Flugzeugabsturz einer Crossair-Maschine bei Bassersdorf. Und nun ist sie angeblich im Tanzkurs gegen eine Wand geknallt und hat einen Schädelbasisbruch und ein Schädelhirntrauma erlitten. Badran bestätigt dazu twitternd, was ihr schon mancher politischer Gegner unterstellt hat: «Ich hab jetzt offiziell einen Sprung in der Schüssel.»

Der Tanzkurs hat sie übel zugerichtet, wie das Selfie zeigt, das Badran nach ihrem Spitalaufenthalt versendet: Es zeigt ihr blaurot unter- laufenes Auge und einen geschwollenen Backenknochen. FDP-Nationalratskollege Ruedi Noser kommentiert: «Tanzen als neue Risikosportart.»

In der Tat, Tanzen ist speziell für erfolgreiche links-grüne Politikerinnen eine gefährliche Sache. Während ihre männlichen Kollegen es eher mit Steuerhinterziehung und dem Beschäftigen illegaler Putzhilfen in die Schlagzeilen schaffen, wird den Frauen das Tanzen zum Verhängnis. Der grünen Aargauer Regierungsrätin Susanne Hochuli etwa wurde eine unheilige Allianz mit dem FDP-Hardliner Philipp Müller angedichtet, als die zwei in flagranti beim Rock-’n’-Roll-Tanzen erwischt wurden. Hochuli dementierte die Liaison höchstpersönlich bei Schawinski am TV, Müller in der «Aargauer Zeitung»: «Wir haben die gleiche Vorliebe für schrägen Rock ’n’ Roll und Blues. Deshalb gehen wir so gern miteinander aus.»

Hochuli findet nicht nur Rock ’n’ Roll lüpfig, sondern auch die Rhythmen des prasselnden Regens. Für das Magazin «Natürlich» schrieb sie: «Warum stehe ich nachts nicht auf, wenn ich im Bett dem Regen zuhöre und mir vorstelle, wie es wäre, nackt durch ihn zu tanzen?»

Solche Aussagen sind für Journalisten Gold wert – so sehr, dass sie sie selbst erfinden, wenn sie ausbleiben. So geschehen in einem Porträt über die SP-Regierungsrätin Eva Herzog, das die «Basler Zeitung» 2012 veröffentlichte. Herzog hatte zuvor eine Interviewanfrage der Zeitung abgelehnt. Der zurückgewiesene BaZ-Redaktor bediente sich daher seiner Männerfantasien: «Sie ist offenbar eine gute Tänzerin. Fliessende Bewegungen, sündiger Hüftschwung», schreibt er und versteigt sich zur Frage: «Hat sie mal im Bett mit einer lesbischen Freundin gekifft?»

Wo Informationen fehlen, spriessen schnell Gerüchte. Jacqueline Badran will nicht verraten, bei welcher Tanzart man gemeinhin gegen die Wand knallt. Auch nicht, ob ein Tanzpartner im Spiel war. Allerdings wissen wir, dass Badran gern an die Grenzen geht – das hat sie vergan- genen März in einem Zürcher Nachtklub bewiesen. An einer Schawinski-Party hatte sie sich geweigert, ihre Zigarette auszumachen, worauf sie der Türsteher aus dem Klub schleifte – unsanft. «Ich wurde in den Schwitzkasten genommen. Das war richtig gewalttätig. Ich habe blaue Flecken», erzählte sie den Medien. Deshalb vermuten wir: Den Schädelbasisbruch verdankt sie einem Lambada-Tanzkurs mit Türsteher.

Publiziert im Beobachter 4 / 2014.

Credits:

Created with images by ThiloBecker - "dance light joy of life"

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