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Zeitreise durch die Welt des Kochens Von der Steinzeit bis heute

Unsere Reise beginnt in der Altsteinzeit vor 800 000 Jahren mit dem Homo erectus. Homo bedeutet Mensch und der Homo erectus ist die erste bekannte Menschengattung.

So könnte er ungefähr ausgesehen haben.

Die damaligen Menschen ernährten sich vom rohen Fleisch toter Tiere, vermutlich von den Resten der satten Raubtiere wie dem Säbelzahntiger. Aber auch Gräser, Beeren, Pilze, Nüsse und gelegentlich Vogeleier standen auf dem Speiseplan.

Feuer kannten sie noch nicht.

Das Bild zeigt ein Mammut. Wir haben auf unserer Zeitreise ein Stück von einem echten abgebrochenen Mammutbackenzahn gesehen. Er war gigantisch!

Die ersten Werkzeuge, die es bei den Homo erectus gab, waren übrigens Faustkeile.

Wir haben auch getestet, wie schwer sich rohes Fleisch kauen lässt und natürlich auch wie es völlig ungewürzt schmeckt.

Die Altsteinzeit dauerte bis etwa 300.000 vor Christus.

Weiter geht die Reise...
Wir sind nun im Neandertal bei Düsseldorf angekommen. Hier hat man vor 164 Jahren ein Teilskelett vom berühmten Neandertaler gefunden.
Bei uns in Europa lebten nun vor allem die Neandertaler und die Homo sapiens. Wir sind jetzt in der Mittelsteinzeit. Sie dauerte von 300.000 - 37.000 v.Chr.

Nun lernten die Menschen das Feuer kennen. Zuerst nutzten sie es nur, um sich zu wärmen und Raubtiere fernzuhalten.

Ein Feuer haben wir auch gemacht.
Das ist schon ganz schön schwer, wenn man ein Feuer nur mit zwei Feuersteinen und etwas Holzspänen entzünden will!
Aber gemeinsam haben wir im Nieselregen ein kleines Feuer zum Brennen gebracht!
Mit einem scharfen Stein haben wir das Fleisch geschnitten und das ging sogar richtig gut.
Endlich konnten wir auch unser Fleisch in das Feuer halten. Uns machte es definitiv mehr Spaß, als es roh zu essen, und wir fanden es auch besser. Gut, dass die Neandertaler schon Feuer nutzten.
Wir reisen wieder weiter.....

Nun geht es in die Jungsteinzeit. Der Neandertaler ist bereits ausgestorben. Der Homo sapiens hat nun seine Blütezeit.

Homo sapiens bedeutet übrigens „verstehender Mensch“

Die Jungsteinzeit dauerte von 37.500 - 14.000 v. Chr.

Das Leben wurde schon wesentlich komfortabler!

Die Menschen wurden sesshaft und konnten mehr Werkzeuge herstellen.
Damit die scharfen Spitzen aus Stein auch hielten, brauchte es einen guten Kleber.
Den nannte man Birkenpech und wir haben ihn auch hergestellt. Zuerst sammelten wir etwas Birkenrinde, dann kam sie in einem Reagenzglas ins Feuer.
Als das Birkenpech heiß war, roch es, nein besser: stank es echt schlimm! Zum Abkühlen gaben wir es auf diesen Stein. Ergebnis: Klebt richtig gut!

Mit dem Ende der Eiszeit entstanden große Waldflächen und diese versorgten die Menschen mit Eicheln und Nüssen.

An den nun eisfrei gewordenen Ostseeküsten wurden vor allem Muscheln gegessen und die übrig gebliebenen Schalen sind vielerorts noch meterhoch zu finden.

Zurück ins Binnenland:

Ca. 10.000 v. Chr. begann der Getreideanbau und damit wurde der Speiseplan der Homo sapiens auch viel reichhaltiger.
Emmer, Dinkel und Einkorn gehörten zu den Urgetreiden und sie sind noch heute für eine vollwertige Ernährung von großer Bedeutung.
Wir haben das Getreide, wie damals, mit einem Mahlstein zu, mehr oder weniger, feinem Mehl gemahlen.

In der Schulküche hatten wir uns schon mit Hilfe einer modernen Getreidemühle Mehl hergestellt und Brotteig für unser Feuer vorbereitet.

Denn nun war es in der Zeitgeschichte auch möglich „Stockbrot“ herzustellen. Lecker!!!
Es ging jetzt ganz flott voran. Die Menschen waren schon ganz schön erfinderisch. Wir sind nun ins Neolithikum gereist, es erstreckte sich in etwa von 5.000 v. Chr. - 2.200 v. Chr.

Inzwischen wurden richtige Kochtöpfe hergestellt. Zu Beginn des Neolithikums noch aus Stein, gegen Ende der Epoche sogar aus Keramik.

Die neolithische Küche brachte durch den Ackerbau und die Viehzucht nun Getreide, Hülsenfrüchte und auch Fleisch von unterschiedlichen Tieren, wie Ziege, Rind, Schwein auf die Teller. Ach ja, die waren noch nicht erfunden!

Zu unserem Müsli konnten wir uns, wie damals auch, Beeren schmecken lassen. Äpfel gab es hier zu dieser Zeit noch nicht und Bananen sind für uns ja sowieso erst seit 1908 bekannt.

Die Sesshaftigkeit, die nun mit den angebauten Lebensmitteln verbunden war, brachte allerdings neue gesundheitliche Probleme!

Funde belegen, dass die Menschen zu jener Zeit schon an Karies litten.

Als Nächstes folgen die Bronzezeit 2.200- 800 v. Chr. und die Eisenzeit 800 - 15 v. Chr.

Die Speisen waren der Überlieferung nach noch recht spartanisch. Man verspeiste vor allem Auerochsen, Rehe, Hasen und Wildschweine, die die Männer jagten. Dazu gab es, je nach Jahreszeit, auch Wildfrüchte und Getreide. Käse wurde nun auch schon hergestellt und mit der Milch konnte auch bereits gekocht werden. Unser Geschnetzeltes ist eine Anlehnung daran.

Die Nudeln allerdings stammen abermals aus einer späteren Epoche. Weder sie noch Kartoffeln oder Reis waren zu diesem Zeitpunkt bekannt.

Etwa vor 2000 Jahren:

Nun kamen die Römer und brachten viel Neues mit. Sie sorgten für abwechslungsreiche und reichhaltige Kost.

Äpfel, Birnen und Trauben bereicherten fortan den süßen Teil des Speiseplans. Sie trockneten bereits Obst, so wie wir heute auch getrocknete Apfelringe und Rosinen mögen. Aus den Trauben wurden natürlich nicht nur Rosinen hergestellt. Dem daraus erzeugten Getränk waren somit also nicht nur die Römer, sondern auch die Germanen sehr angetan.

Oliven, Kräuter und Salate, wie der Römersalat, wurden reichlich zu Fisch und Fleisch verzehrt und selbst Weinbergschnecken standen häufig auf dem kulinarischen Speiseplan.

Apropos: Die ersten Kochbücher schrieben auch die Römer.

Es liegt also auf der Hand, dass sie sehr viel Wert auf eine gute Küche legten.

Da sich die Römer auch bereits aufs Brauen verstanden, verfügten sie auch über Hefe. So konnten sie aus verschiedenen Getreidesorten kleine, knusprige Brote, ergo Brötchen backen.

Diese bekamen die Soldaten als Reiseproviant mit. Es war die erste „Konserve“ und sollte, der armen Zähne wegen, in Flüssigkeit getunkt verzehrt werden.

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Auch wir haben aus unserem selbst gemahlenen Mehl herrlich leckere Brötchen zubereitet.

Frisch aus dem Ofen und mit süßer Marmelade schmecken sie noch mal so gut!

Nun ging es in der Evolution rasend schnell. Mit dem Ende der Antike und dem Beginn der Neuzeit folgte das Mittelalter. Es dauerte etwa vom 6. Jahrhundert bis zum 15. Jahrhundert.

Dies war auch die Zeit der Ritter, edler Fräuleins und der Bauern, die für den inzwischen entstandenen Adel schufteten.

Auf den Burgen war der Beruf des Kochs heiß begehrt, garantierte er doch immer reichliches Essen und im Winter ein warmes Plätzchen.

Durch die Kreuzzüge und Eroberungen brachten die Ritter auch neue, wertvolle Gewürze mit, deren Verwendung beim Adel als Statussymbol galt.

Salz, damals noch sehr kostbar, wurde zum Pökeln, also zum Haltbarmachen von Fleisch benötigt. Ebenso war es durch Räuchern möglich, Fisch und Fleisch eine Zeit lang zu konservieren.

Die arme Bevölkerung konnte sich diesen kulinarischen Luxus nicht leisten. Sie aßen morgens, mittags und abends Breie. Diese wurden aus Hülsenfrüchten wie Bohnen und verschiedenen Getreidesorten zubereitet, denn sie brauchten viel Eiweiß und viele Kalorien, die wiederum Kraftquelle für die schwere tägliche Arbeit war. Brot war weiterhin das Hauptnahrungsmittel. Für den Adel wurde das Mehl mehrfach fein gemahlen und gesiebt, so entstand das beliebte Weißmehl. Für die Bauern und Bediensteten gab es grobes Vollkornmehl. Aus dieser Zeit stammen auch unsere „Armen Ritter“ und die ganz ähnlichen „Karthäuser Klöße“, die wir uns mit süßem Apfelmus und Vanillesoße zubereitet haben.

Wenn man Getreidekörner mahlt, nennt man das entstandene Mehl „Vollkornmehl“. Siebt man es, durch ein möglichst feines Sieb, dann entsteht „Weißmehl“. Die Schalen der Getreidekörner bleiben im Sieb übrig, weil sie nicht so fein sind. Allerdings sind in genau diesen Schalen die für den Körper so wertvollen Vitalstoffe (Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe) enthalten. Dadurch dass es beim Adel als fein galt, Weißmehlprodukte zu sich zu nehmen, kam es durch diese Fehlernährung zu Krankheiten, die vermeidbar gewesen wären.

Napoleon kommt 1789 und mit ihm die bürgerliche Küche.

Ende des 18. Jahrhunderts bis Mitte des 19. Jahrhunderts vergrößert sich die Auswahl der zur Verfügung stehenden Lebensmittel enorm. Auch der Wachstum der Bevölkerung steigt rasant an, dabei kommt die Lebensmittelproduktion kaum mit.

Das hatte zur Folge, dass der arme Teil der Bevölkerung kaum aus dem Vollen schöpfen konnte,....

....hingegen für Adelige und das erstarkende Bürgertum reich gedeckte Tische zur Verfügung standen.

Im 19. Jhd. wird dann Zucker, wie wir ihn kennen, aus Zuckerrüben gewonnen. Dieser ist günstig zu haben und ersetzt den bis dahin sparsamst verwendeten teuren Rohrzucker. Dies ist auch die Geburtsstunde der Patisserie.

Es werden fortan feinste Speisen und Gebäcke wie Bisquitröllchen, Eclairs... mit Himbeer-oder Erdbeercremefüllung zubereitet. Dank Weißmehl und Zucker ist das nun möglich.

Alle verwendeten Bilder sind freie Bilder von Pixabay und Adobe. CC-BY-NC-SA 4.0 Astrid Windeck

Credits:

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