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Geht und machet zu Jüngeren... Ein Bericht von Daniel Kryston

Im Bewusstsein der Polen ist Polen ein christliches Land. Viele Menschen auf der Welt denken ähnlich über das Land an der Weichsel. Fast immer, wenn ich ausserhalb der Grenzen Polens bin und sage, wer ich bin, denken die Menschen sofort an zwei berühmte zeitgenössische Polen: Lech Wałesa, Führer der Solidarnosch-Bewegung, und Karol Wojtyła, Papst Johannes Paul II.

In meinem christlichen Land treffe ich jedoch immer mehr Menschen, die entweder aufhören, an Gott zu glauben, oder zu sogenannten «nicht praktizierenden» Christen werden, die keine Ahnung haben, was es bedeutet, Christus zu folgen. Das Christentum ist seit Jahrhunderten ein Teil der polnischen Geschichte und Kultur sowie ein wichtiges Element der nationalen Identität, aber das Evangelium scheint keinen wesentlichen Einfluss auf das Leben einzelner Menschen oder die gesamte polnische Gesellschaft zu haben.

Die Bibel zeigt deutlich, dass die blosse Geburt in einem christlichen Land wenig hilft, wenn ein Mensch die Botschaft des Evangeliums nicht aufrichtig und treu annimmt, sich nicht von seiner Sünde abwendet und nicht anfängt, Christus in der Kraft des Heiligen Geistes und in der Selbstverleugnung zu folgen. So wie man auch nicht zum Pferd wird, nur weil man in einem Stall geboren wird.

Die Polen (einschliesslich der römischen Katholiken), denen wir das Evangelium predigen und die sich zu Gott bekehren, entdecken, dass das Leben mit Jesus eine völlig neue Welt ist. Sie beginnen zu verstehen, dass das Christentum nicht so sehr eine Religion ist, sondern eine Beziehung zu einem persönlichen, liebenden Gott.

Wir danken Gott, dass es in letzter Zeit immer mehr solche Menschen in unserer Gemeinde in Piotrków Trybunalski gibt. Immer mehr Menschen, die bisher nur nominell Christen waren, vertrauen ihr Leben Christus als ihrem Retter, und wollen ihm folgen. Und hier liegt eine grosse Herausforderung für uns, d.h. für diejenigen, die schon seit einiger Zeit Christus folgen – nämlich die Neugeborenen zu lehren und ihnen zu helfen, zu Nachfolgern Jesu zu werden.

Aus diesem Grund verbringen wir sehr bewusst Zeit mit diesen Menschen und «lehren sie alles, was der Herr Jesus befohlen hat» (Matthäus 28,20). Oft sind es allwöchentliche Einzelgespräche, bei denen wir gemeinsam (Mann mit Mann, Frau mit Frau, Ehepaar mit Ehepaar) die Bibel lesen und darüber sprechen, was es bedeutet, mit Christus zu leben. Wir treffen uns auch in Gruppen. Bei diesen Treffen werden viele Fragen gestellt, die sich aus der Lektüre des Wortes Gottes ergeben oder die diese Menschen seit vielen Jahren beschäftigen. Und wir haben die Möglichkeit, auf sie zu antworten und mit diesen jungen Christen zu teilen, was wir in unserem Leben mit Gott gelernt und erlebt haben. Solche Treffen sind auch eine grossartige Gelegenheit, füreinander zu beten. Oder einfach gesagt: Wir helfen diesen Menschen, Nachfolger Christi zu werden.

Daniel Kryston, dryston@pt.onet.pl