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Wir sind Kinder! Bilder von besonderen Menschen

Anton

Anton ist der König der Mimik.

Sein Blick fixiert Dich. Die Augenbrauen sind hochgezogen. Du fühlst Dich ertappt. Egal was Du gerade im Schilde führst – lass es, sagt sein Blick. Doch wahrscheinlich meint er es gar nicht so.

Es dauert manchmal etwas, den Weg zu ihm zu finden. Meist findet er ihn für Dich. Wenn er Dich bei einem erneuten Besuch wiedersieht und unvermittelt Deine Hand nimmt. Sie an seine Wange drückt – ganz fest – dann weißt Du: Du hast einen Freund gewonnen – den Anton.

Karwan

Karwan erobert Herzen.

Karwan erforscht die Welt mit großen, dunklen Augen. Und Dich auch. Er schaut Dich an. Er freut sich, dass Du da bist. Und mit ihm sprichst. Oder mit ihm spielst. Und wenn er Dich anlächelt, dann wärmt sein Strahlen Dein Herz.

Er erobert die Herzen im Sturm – der Karwan.

Nils

Nils liebt Pferdestärken.

An einem normalen Tag ist Nils‘ Teilhabe an seiner Umwelt nur eingeschränkt. Das war vor seinem Unfall, den er als Zweijähriger hatte, ganz anders. Außer der Liebe zu seiner Familie hat er damals nur eine Sache in seine neue Welt hinübergerettet: seine außergewöhnliche Leidenschaft für Porsche. Für den unverwechselbaren Klang eines Boxermotors.

Der Kontakt zu den Sportwagen wirkt auf Nils wie eine Therapie. Seine Augen leuchten, wenn er einen Porsche sieht. Oder hört. Oder die Vibration spürt.

Er gibt allen Beteiligten deutlich das Signal: in diesem Moment ist er ganz bei sich. Hier bei den Autos will er bleiben – der Nils.

Momo

Momo ist cool.

Momo gewinnt jedes Rennen. Mit seinem Rolli. Durch die kleine Furt im Innenhof des Kinderhauses Luftikus.

Wie ein Großer nimmt er Dich an die Hand und führt Dich durch seine Welt. „High five“? Ehrensache! „Thumbs up“ für die Bilder von seinen Kumpels und ihm selbst? Logisch! Den Therapiehund Theo streicheln, striegeln und an der Leine führen – auch das kann Momo ganz allein.

Dabei weiß er genau, was er will – und auch wie er es Dir unmissverständlich mitteilen kann. Augen können „Zack- zack“ sagen – ehrlich. Da ist er ganz groß – der kleine Momo.

Benedikt

Benedikt ist immer in Action.

Er schaut nach links und nach rechts. Dabei erforscht er seine Welt. Eine Welt, die Dir und mir immer verborgen bleiben wird. Rastlos wandern seine Augen, sein Kopf, seine Hände, sein Oberkörper.

Nur dann, wenn er die Nähe seiner Familie spürt, eine sanfte Berührung, den Arm um seinen Körper, dann hält er inne und genießt den Moment. Für diesen Augenblick scheinen sich seine und unsere Welt verbunden zu haben – da ist er ganz hier.

Und dann – nach für unsere Maßstäbe viel zu kurzer Zeit – taucht er wieder ab in seine Welt – der Benedikt.

„Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet.“

(Christian Morgenstern, 1871 – 1914)

Was wie selbstverständlich für die Menschen gilt, denen wir in Zuneigung verbunden sind, sollte auch im gesamtgesellschaftlichen Kontext Gültigkeit haben.

Doch wie soll man mit Liebe begegnen, wenn doch das Fremde, das Andersartige gleichzeitig verunsichert? Aus einem Instinkt heraus gehen wir häufig eher auf Distanz anstatt mit Neugier und Unbefangenheit aufeinander zu. In der Folge erfahren Familien mit schwer behinderten Kindern oft Ablehnung und Ausgrenzung.

Diese Ausstellung soll eine Brücke bauen. Stefan Mantel hat Kinder in ihren Familien oder in Einrichtungen besucht und Momente ihres Lebens in Bildern festgehalten. Dabei hat er entdeckt, was die engen Bindungen in Familien und in Gemeinschaften in unseren Partnereinrichtungen prägt: Es sind die Liebe und der Respekt vor dem Leben.

Mit dieser Ausstellung laden wir Sie ein, einen nahen und intensiven Einblick in den Alltag schwer behinderter Kinder zu nehmen. Die Welt für einen Augenblick mit ihren Augen zu sehen, eine natürliche Distanz zu überwinden und einfach zu betrachten.

Denn schließlich sind sie in erster Linie eines: Kinder.

Mehr zu unserer Ausstellung finden Sie hier auf der Internetseite des Philip Julius e. V.

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Wir sind Kinder! Bilder von besonderen Menschen

Eine Ausstellung von 15 großformatigen Fotos von Stefan Mantel und dem Philip Julius e. V. - Verein zur Förderung mehrfach schwerstbehinderter Menschen und ihrer Familien

Die komplette Ausstellung zeigen wir vom 10. März bis zum 9. April 2021 im Haus am Dom in Frankfurt am Main. Besuchen Sie auch unsere Vernissage am 11. März 2021 um 18:00 Uhr - wir freuen uns auf Sie!

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Credits:

All Fotos (c) Stefan Mantel mantel | fuchs PHOTOGRAPHIE