Das Ende der Dunkelheit Operationen gegen Grauen Star in Myanmar

Regelmäßig reist ein medizinisches Team im Auftrag von Ärzte der Welt nach Myanmar, um dort Menschen mit Augenkrankheiten kostenlos zu behandeln. Die meisten Patienten leiden unter Grauem Star, der unbehandelt zur Erblindung führen kann.
Myanmar hat etwa 55 Millionen Einwohner. Und nur 300 Augenärzte. Die sind zwar gut ausgebildet, arbeiten aber meistens in den Großstädten. Die arme, ländliche Bevölkerung ist medizinisch extrem unterversorgt. Wenn das deutsche Ärzte-Team vor Ort ist, kommen manche Patienten aus bis zu 300 Kilometer Entfernung, um sich behandeln zu lassen.
Schwerpunkt der Behandlungen ist der Graue Star. In Myanmar hat jeder zweite erblindete Mensch sein Augenlicht durch diese Krankheit verloren. In Deutschland wird die Erkrankung meist frühzeitig erkannt und durch einen Routineeingriff geheilt. „In Myanmar kommen die Menschen zu uns und sind praktisch blind“, sagt Prof. Klauß. „Dann bekommen sie eine Kunstlinse eingesetzt, können nach kürzester Zeit wieder sehen und selbstständig nach Hause gehen. Das ist auch für unser Team immer wieder ein sehr schönes Erlebnis.“
Während des Einsatzes im Februar 2017 wurden 930 Patienten untersucht und 158 operiert. „Von all unseren Einsätzen verlief dieser am reibungslosesten“, sagt Prof. Volker Klauß. „Das lag auch daran, dass vier lokale Augenärzte und eine Krankenschwester aus Yangon dabei waren, die hervorragende Arbeit geleistet haben.“ Eine weitere Basis für die gute Zusammenarbeit ist die Unterstützung durch das Krankenhaus und das Gesundheitsministerium.
Den meisten Patienten können die Ärzte helfen. „Doch es kommen auch Menschen zu uns, die schwere Augenverletzungen oder irreparable Hornhautschäden haben“, erzählt Prof. Klauß. „Da ist oft keine Heilung mehr möglich, und das berührt dann auch einen altgedienten Augenarzt wie mich.“
Am Yangon Eye Hospital in Yangon bietet das Team Weiterbildungen und Lehroperationen an und ermöglicht lokalen Ärzten Fortbildungen in Deutschland. „Den Aus- und Fortbildungen messe ich eine hohe Bedeutung bei“, sagt Prof. Klauß. „Zusammen zu operieren – in Myanmar und in Deutschland – und dabei auf hohem Niveau Wissen und Erfahrung weiterzugeben, ist der nachhaltigste Ansatz, um die Menschen in Myanmar langfristig besser medizinisch zu versorgen“.
Das Projekt wird finanziert durch private Spenden und durch die Olympus Europa Stiftung Wissenschaft fürs Leben.

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