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Bewegt studieren – studieren bewegt Ein Projekt von und für Studierende

Konstanz, 10. Februar 2019

Text: Eva Eß, Fotos: Malin Jachnow; Layout: Theresa Gielnik

Abseits der lautstarken Massen, die sich zum Mittagessen treffen, haben sich unterhalb der Mensa knapp zehn Studierende sowie Beschäftigte der Universität Konstanz zum Pausen-QiGong versammelt. Außer der sanften Musik im Hintergrund ist nichts zu hören. Zur Begrüßung hebt der Kursleiter Gerold Gerber die rechte Hand zu einer Faust, bringt sie mit der linken, flachen Hand zusammen und verbeugt sich zweimal. Er trägt sportliche Sneaker und ein graues T-Shirt mit chinesischen Schriftzeichen auf der Brust. Die Teilnehmer_innen stehen Gerber gegenüber und ahmen seine Bewegungen nach.

Pausen-QiGong wird im Rahmen des Projekts "Bewegt studieren - studieren bewegt" einmal in der Woche kostenfrei an der Universität Konstanz angeboten. Mit einer Kombination aus Meditations-, Atem- und Bewegungsübungen soll ein aktiver Ausgleich zum Universitätsalltag geschaffen werden. Jennifer Fetscher studiert im ersten Semester Politik und Verwaltung und nutzt das Angebot zum ersten Mal:

„Nach dem Lernen in der Bib tut es gut, sich eine Auszeit zu gönnen und sich etwas zu bewegen. Die Übungen sind entspannend und auch nicht allzu anstrengend, deswegen kann man gut ohne Sportbekleidung mitmachen und einfach spontan vorbeischauen.“

Das Projekt "Bewegt studieren - studieren bewegt" wird durch den Allgemeiner Deutscher Hochschulsportverband (adh) initiiert und von der Techniker Krankenkasse (TK) als Sponsorpartner des adh finanziert. Der Hochschulsport Konstanz gehört seit dem 01.10.2017 zu den 32 geförderten Hochschulen bundesweit. Ziel ist es, dass gesundheitsfördernde Maßnahmen entwickelt und anschließend umgesetzt werden. In der Projektphase im Sommersemester 2018 wurden die ersten Angebote realisiert und neben Pausen-QiGong konnte man beispielsweise an begleiteten Radtouren teilnehmen.

Die derzeitige Projektgruppe, bestehend aus fünf Sportstudierenden und einer Lehramtstudentin, hat gemeinsam mit dem Mitarbeiter des Hochschulsports, Herbert Ringer, das Konzept „BibFit“ erarbeitet. Die Idee besteht darin, dass Studierende während den Lernphasen in der Bibliothek an gesundheitsfördernde Verhaltensweisen erinnert werden. „Mach die Schultern locker“ oder „Geh mal Luft holen“, heißt es beispielsweise auf den Bildschirmen im Eingangsbereich der Bib und dem BibCafé. Anschließend werden Übungen zum Schulterkreisen aufgezeigt oder es wird erklärt, wieso der Körper frische Luft braucht, um besser lernen zu können. An verschiedenen Standorten in der Bib sind außerdem RollUps mit weiteren Tipps aufgestellt und vor dem BibCafé stehen zwei Deskbikes zur freien Nutzung.

Gruppenfoto vor dem BibCafé: Herbert Ringer, Oliver Gäßler, Marcel Lang, Lizanne Müller, Tim Birkenmayer, Patrick Wiedemann, Leon Ratzer (Namen v.l.)

Der Anreiz der Schlüsselqualifikation liege für den Großteil der Teilnehmenden darin, eigene Ideen in das Projekt einbringen zu können und Mitstudierende für Sport und Gesundheit zu sensibilisieren. Mit dem Ergebnis von „BibFit“ ist die gesamte Arbeitsgruppe sehr zufrieden. Natürlich gab es Ideen, die aufgrund von engen Reglementierungen nicht umgesetzt werden konnten. Das Anbringen von Postern an den Toilettentüren sei beispielsweise seitens der Uni nicht genehmigt worden, erklärt Herbert Ringer. Viele Konzepte wurden wegen strukturellen Einschränkungen verworfen oder mussten aufgegeben werden, weil sie die vorgegebenen Präventionsmaßnahmen der TK nicht erfüllten.

Mit der Realisierung von „BibFit“ endet die dritte Projektphase „Bewegt studieren – studieren bewegt“ im März 2019. Für den Fortbestand der Angebote sorgt der Hochschulsport Konstanz, der das Projekt in Eigeninitiative weiterfinanzieren möchte. Außerdem steht für das kommende Sommersemester ein Lastenrad in Planung, das mit verschiedensten Spiel- und Sportmaterialien ausgestattet werden soll. Dieses wird an zentralen Orten an der Uni, wie zum Beispiel im Biergarten oder beim Badestrand, zu finden sein und die Utensilien können gegen Abgabe des Studierendenausweises ausgeliehen werden. Die Angebote von und für Studierende sind leicht zugänglich und zeigen, wie kleine gesundheitsfördernde Maßnahmen in jeden Universitätsalltag integriert werden können.

Probiert sie einfach aus und sorgt aktiv für eine bessere Lernatmosphäre in der Bibliothek, von der vor allem ihr selbst profitieren könnt!

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