Loading

Dioritblöcke Die Entstehung von magmatischem Tiefengestein, Granit, Diorit und Gabbro

Im vorderen Odenwald, der auch kristalliner Odenwald genannt wird, fällt eine Vielfalt von Gesteinen auf, die sich in Farbe und Art der Körnung unterscheiden. Im Buntsandstein Odenwald dagegen, finden wir über weite Strecken nur den roten Sandstein vor.

Wie kommt es im kristallinen Odenwald zu dieser Vielfalt von Gesteinen?

Die Steine, die wir in dieser Gegend vorfinden, kommen ursprünglich aus dem Erdinneren. An sogenannten Hotspots erhält das flüssige Material des äußeren Erdkerns so viel Auftrieb, dass es bis zur Erdkruste aufsteigt. Durchbricht es die Oberfläche, so entsteht ein Vulkan, bleibt es in der Erdkruste stecken, so bildet sich eine Magmakammer. Solche Magmakammern sind die Entstehungsorte unseres Odenwälder kristallinen Tiefengesteins.

Die Schmelze kommt in der Magmakammer zur Ruhe und es tritt eine sogenannte Differentiation ein.Tief im Erdinneren, gut isoliert, kühlt die Schmelze sehr langsam ab. Für Geologen kann sehr langsam, einige Millionen Jahre bedeuten. Dabei bilden sich in der Schmelze Kristalle, zuerst jene mit einer sehr hohen Schmelz- bzw. Erstarrungstemperatur. Das sind Mineralien mit einem hohen Eisenanteil und somit die schwersten. Diese sinken zu Boden und bilden den dunklen, oft schwarzen Gabbro. Er hat einen hohen Eisen- und niedrigen Quarzgehalt. Der Schmelzpunkt liegt über 1000°C.

Danach erstarren bei ca. 800°C Mineralien mit weniger Eisen und etwas mehr Quarz und bilden den Diorit. Am Ende der Kristallisation der Schmelze bildet sich in der Magmakammer bei Temperaturen um die 600°C der Granit, eisenarm und quarzreich.

An der angeschliffenen Fläche des Dioritblocks kann man gut die grobe kristalline Struktur des Gesteins erkennen. Eigentlich sollte man bei Diorit ein Gefüge sehen, das an „Pfeffer und Salz“ erinnert. Pfeffer steht für die dunklen eisenhaltigen Mineralien, Salz für die hellen Feldspäte und den Quarz. Die polierte Fläche erinnert aber eher an Pfeffer ohne Salz.

In der Geologie erhält ein Gestein den Zusatz „Mela“, wenn es dunkler als üblich ist. Das ist hier der Fall, der angeschliffene Stein ist ein Mela-Quarz-Diorit.

Gegen Ende des Erdaltertums erstreckte sich ein mächtiges Gebirge quer durch Mitteleuropa von Südfrankreich bis nach Polen. Es hatte eine Breite von etwa 600 km und reichte vom heutigen Bodensee bis nach Westfalen. Es wird als Varistisches Gebirge bezeichnet. Der Gedanke, daß Lichtenberg in jener Zeit vielleicht 2.000 oder 3000 m hoch gelegen hätte oder ein Kurort wie Davos gewesen wäre, ist irgendwie sehr reizvoll.

Der Gesteinskomplex um Lichtenberg zeigt die Vielfalt der kristallinen Gesteinen. Unterhalb von Niedernhausen findet man in dem zugewachsenen Steinbruch Hypersthen-Gabbro, der Sockel von Schloss und Bollwerk wird aus einem normalen Granit gebildet. Der Pfad der Geschichte(n) führt auf der Altscheuer durch Diorite, Granodiorite, Hornblende-Diorite und erreicht am Steinbruch am Riedbusch einen Mela-Quarz-Diorit.

Einen dieser Dorit-Blöccke haben wir für Sie freigelegt und angeschliffen. An dieser Stelle kann man die kristalline Struktur sehr schön erkennen.

Vielen Dank an die Freiwillige Feuerwehr Lichtenberg, die uns tatkräftig unterstützt hat!

Report Abuse

If you feel that this video content violates the Adobe Terms of Use, you may report this content by filling out this quick form.

To report a copyright violation, please follow the DMCA section in the Terms of Use.