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Ein "Lutherer" erzählt Gemeindegründung Willisau

Richard Birrer, 42, ist mit Steffi verheiratet, sie haben vier Kinder. Richard ist in Luthern aufgewachsen.

Daniela Baumann, FEG Emmen, weiss, dass Luthern nichts mit dem Reformator zu tun hat, kannte aber vor dem Gemeindegründungsprojekt von diesem Dorf nur den Sänger Patrick Nuo, der dort aufgewachsen ist und von dem sie vor langer Zeit Fan war.
«Funkloch im Luzerner Hinterland» hiess der letzte Artikel der Gemeindeaufbauarbeit in Willisau, doch du hast letzten Dienstag per Zoom am Treffen teilgenommen!

Richard Birrer (lacht): Die Praktikanten schickten wir auch schon auf den Hügel nebenan, dort hat man bei gutem Wind Empfang. Aber seit wir mit der Telefonleitung WLAN im Haus haben, ist es kein Problem mehr.

Was bewirtschaftest du auf dem Bauernhof?

Wir haben Mutterkühe, eine Pouletmast und Schafe, dazu knapp zehn Hektaren Land. Ich habe als Zweitältester von fünf Kindern den Bauernhof übernommen.

Luthern Bad ist ein bedeutender katholischer Wallfahrtsort.

Auch ich bin katholisch aufgewachsen. Der Besuch der Kirche hat mir gutgetan und ich war mit ganzem Herzen dabei. Nach der Firmung hinterfragte ich aber vieles, zum Beispiel die Marienverehrung oder die Stellung der Heiligen.

Als Jugendlicher gingst du nicht mehr zur Kirche?

Doch, es war Tradition, dass meine Schulkameraden und ich am Samstagabend die Messe besuchten und uns nachher im Restaurant trafen.

Wie kamst du mit der Freikirche in Kontakt?

Meine Mutter besuchte in Willisau eine Veranstaltung. Sie lud die Verantwortlichen zum Essen ein, um mehr zu erfahren. Wir redeten über Glaubensthemen. Daraufhin kamen diese Leute noch mehrere Male und beteten auch.

Zu diesem Zeitpunkt lebte dein Vater nicht mehr auf dem Bauernhof. Was war passiert?

Meine Eltern arbeiteten viel, mein Vater auch auswärts. Sie bauten den Bauernhof praktisch neu auf. Es gab Streit mit dem Verpächter und der Strassenbaugenossenschaft. Mein Vater spielte Alphorn und war viel weg. Als psychische Probleme dazukamen, ging die Ehe auseinander…

…während du geheiratet hast.

Steffi arbeitete als Physiotherapeutin in Willisau. Meine Mutter ging zu ihr in Behandlung. Da Steffi aus Deutschland ist und nicht viele Leute kannte, nahm meine Mutter sie auf eine Schneeschuhwanderung mit. Zufällig war ich an diesem Tag nicht mit dem Skiclub unterwegs, sondern fuhr die beiden mit dem Auto zum Ausgangspunkt ihrer Wanderung. Danach lud meine Mutter sie zum Essen ein.

Hast du gekocht?

Nein, meine Mutter hatte schon alles vorbereitet. Als Steffi hörte, dass ich im Skiclub war, wollte sie unbedingt auch Ski fahren lernen. Aber ich war ein miserabler Skilehrer. Mit dem Skifahren wurde sie nicht warm.

Dafür sonst…

Bevor ich Steffi kennenlernte, betete ich für eine gläubige Frau. Während unser Freundschaftszeit haben wir uns intensiv mit dem christlichen Glauben auseinandergesetzt und uns in der Luthern taufen lassen.

Was gefällt dir am christlichen Glauben?

Der Fokus liegt auf Jesus Christus. Ich kann persönlich zu ihm beten. Zu ihm kann ich kommen, wie ich bin. Ich muss nichts bringen, es braucht keine Leistung.

Ich danke dir für das Gespräch und wünsche dir und deiner Familie Gottes Segen!

Daniela Baumann, Gemeindegründung in Willisau (LU), baumann.daniela@icloud.com

Bitte Zweck angeben: Zsp. Vision Schweiz, Gemeindegründung Willisau