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Evaluations-News Neuigkeiten rund um das Thema Evaluation - Hochschule Fulda - Abteilung DLS

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Ergebnisse der Evaluationen zum Online-Semester 2020/21

Vom 25.01. bis 28.02.2021 fand an der HFD wie bereits im Sommersemester 2020 eine hochschulweite Studierenden- und Lehrendenbefragung zum coronabedingten Online-Semester 2020/21 statt, an welcher 1.834 Studierende und 288 Lehrende teilgenommen haben. Einige zentrale Ergebnisse werden im Folgenden zusammenfassend dargestellt.

Studierendenbefragung

Bzgl. der technischen Rahmenbedingungen gaben knapp 90 % der befragten Studierenden an, dass sie im Wintersemester 2020/21 (überwiegend) über die Grundvoraussetzungen (Notebook/PC, stabile und breitbandige Internetverbindung) verfügen. Ein Anteil von 1,6 % beantwortete diese Frage jedoch mit (eher) nein und ist somit nicht in der Lage, an digitalen Lehrveranstaltungen (uneingeschränkt) teilzunehmen. Als Hauptgrund dafür wurde eine schlechte oder nicht vorhandene Internetverbindung genannt, aber auch Probleme mit dem PC oder fehlende technische Geräte, die teilweise neu angeschafft/ausgeliehen werden mussten, wurden häufig angegeben. Weiterhin gibt ein zwar sehr kleiner, aber nicht zu vernachlässigbarer Anteil von 0,3 % (sechs Studierende) an, dass sie über keinerlei digitale Kommunikationsmöglichkeiten zur Teilnahme an synchronen Online-Lehrveranstaltungen (weder Video noch Audio noch schriftlich über den Chat) verfügen. Der Anteil Studierender, dem (überwiegend) nicht alle technischen Grundvoraussetzungen zur Verfügung standen, ist jedoch gegenüber dem Sommersemester 2020 leicht gesunken – man kann also davon ausgehen, dass seitens der Studierenden eine technische „Aufrüstung“ stattgefunden hat (SoSe: (eher) ja 84,5 %; (eher) nein 2,4 %).

Hinsichtlich der im Wintersemester 2020/21 eingesetzten digitalen Lehrformate bewertet ungefähr die Hälfte der befragten Studierenden (48,1 %) deren Vielfältigkeit in der Online-Lehre insgesamt als genau richtig. Fast genauso viele (44,3 %) empfinden die Vielfalt der eingesetzten Elemente jedoch als (etwas) zu wenig und nur ein geringer Anteil von 7,6 % als (etwas) zu viel. Dabei wird am häufigsten von etwa einem Drittel der Studierenden (36 %) ein verstärkter Einsatz zeitversetzter Lehrformate gefordert, wobei aber auch 15,2 % der Befragten diese Form der Lehre als (etwas) zu viel empfinden. In Bezug auf synchrone Formate ergibt sich ein ähnliches Bild: Während von knapp 30 % Live-Online-Lehre als (etwas) zu wenig eingestuft wird, wünscht sich jede fünfte Student*in (19,1 %) (etwas) weniger Lehre synchroner Art.

Im Hinblick auf ihre Lernsituation im Rahmen der digitalen Lehre gab über die Hälfte (51,4 %) der Studierenden, die sich bereits im zweiten Online-Semester an der HFD befinden, an, dass ihre Motivation zum Lernen in diesem Semester (etwas) gesunken ist. Das zweite Online-Semester und die anhaltende Corona-Pandemie scheint also auf Seiten der Studierenden größtenteils zur Ermüdung zu führen. Aus den Erfahrungen im Sommersemester konnten jedoch auch 35,6 % der befragten Studierenden lernen, was sich darin niederschlägt, dass ihnen die Selbststrukturierung und -organisation beim Lernen in diesem Semester (etwas) besser gelang. Dennoch steht diesen auch knapp ein Drittel (31,2 %) gegenüber, welches diese Kompetenzen als (etwas) schlechter im Vergleich zum Sommersemester bewertet.

Nur > 1. FS = Befragte, die im WiSe 2020/21 das zweite Online-Semester erlebt haben (Vergleich zum SoSe 2020)

Als Mehrwert der digitalen Lehre sehen hingegen etwa drei von vier befragte Studierende (73,4 %) die räumliche Unabhängigkeit an und über die Hälfte (57,6 %) die zeitliche Flexibilität durch die Online-Lehre.

Gefragt nach der allgemeinen Zufriedenheit mit der Umsetzung der digitalen Lehre gab die deutliche Mehrheit (70 %) der Studierenden, welche im Wintersemester im ersten Fachsemester waren und damit potentiell das erste Online-Semester an der HFD erlebt haben, an, (überwiegend) zufrieden zu sein. Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch einen Teil (8 %), der (überwiegend) unzufrieden mit der Umsetzung ist. Verglichen mit dem Sommersemester 2020 ist dies ein deutlich positiver Trend: Damals lag der Anteil (überwiegend) zufriedener Studierender bei nur etwa der Hälfte (SoSe: 32,9 %). Von denjenigen Studierenden, welche beide Semester der Online-Lehre erlebt haben, waren 42,9 % in diesem Semester (etwas) zufriedener und 28,7 % (etwas) unzufriedener.

Nur 1. FS = Befragte, die im WiSe 2020/21 das erste Online-Semester erlebt haben
Nur > 1. FS = Befragte, die im WiSe 2020/21 das zweite Online-Semester erlebt haben (Vergleich zum SoSe 2020)

Abschließend halten 60,9 % der Studierenden und damit etwas mehr als im Sommersemester 2020 (SoSe: 52,6 %) die digitale Lehre unabhängig von der Corona-Pandemie als sinnvolle Ergänzung zur Präsenzlehre. Als am besten geeignete digitale Lehrformate, welche auch zukünftig ergänzend zur Präsenzlehre verstärkt genutzt werden könnten, werden von diesen Studierenden Lehr-Videos sowie interaktive Online-Tools, wie Umfragen oder Online-Tests/-Aufgaben, bewertet (Mittelwerte zwischen 1,9 und 2,1 auf 5er-Skala). Auch asynchrone Vorlesungsformate, die mit Audio oder Video unterlegt sind, werden von den Studierenden durchschnittlich als überwiegend sinnvolle Ergänzungen angesehen (Mittelwerte von 2,2 bzw. 2,3 auf 5er-Skala). Im Mittel am schlechtesten als mögliche Ergänzung bewertet wurden Online-Gruppenarbeiten, unabhängig davon, ob sie asynchron oder synchron abgehalten werden (Mittelwerte von 3,3 bzw. 3,2 auf 5er-Skala). Knapp jede fünfte Student*in (19,4 %, SoSe: 26,3 %) ist dahingegen (eher) nicht davon überzeugt, dass digitale Lehre auch nach der Corona-Zeit sinnvoll ergänzend zur Präsenzlehre eingesetzt werden sollte. Die meist genannten Gründe dafür sind, dass die Interaktion online fehle, es insbesondere für Seminare oder praktische Studienteile nicht sinnvoll sei und die Lehrmaterialen/Methoden besser an das Online-Format angepasst werden müssten. Nichtsdestotrotz scheint für die Meisten eine hybride Form der Lehre in Zukunft ein guter Weg zu sein.

Lehrendenbefragung

Von den befragten Lehrenden, welche bereits im Sommersemester 2020 an der HFD gelehrt haben, gab der überwiegende Großteil (95 %) an, dass sie (teilweise) Änderungen bei der Planung bzw. Gestaltung der digitalen Lehre gegenüber dem Sommersemester vorgenommen haben. Dabei wurden am häufigsten Änderungen bei der methodischen Gestaltung sowie bzgl. der Interaktion mit den Studierenden angegeben, gefolgt von inhaltlichen Änderungen und den genutzten Tools. Konkrete Änderungen lagen überwiegend darin, mehr synchrone Lehre, interaktive Online-Tools und Gruppenarbeit anzubieten, um grundsätzlich das Lehrangebot zu ergänzen.

Bzgl. der im Wintersemester 2020/21 eingesetzten digitalen Lehrformate gaben über die Hälfte (54,4 %) der Lehrenden an, ihre Lehre überwiegend oder ausschließlich synchron gehalten zu haben. Etwa jede dritte Lehrperson (30,9 %) lehrte im Rahmen einer (annähernd) ausgeglichenen Mischung zwischen synchronen und asynchronen Einheiten und 14,7 % der Befragten nutzten überwiegend oder ausschließlich asynchrone Lehrformate. Als weitere Elemente der digitalen Lehre setzten etwa Dreiviertel der befragten Lehrenden freiwillig (76 %) oder verpflichtend (69 %) zu bearbeitende Lernmaterialien ein. Lehr-Videos, Online-Tests/-Aufgaben (je 58 %) sowie Online-Gruppenarbeiten (56 %) wurden von mehr als der Hälfte der Befragten eingesetzt.

Gefragt nach der allgemeinen Zufriedenheit mit der digitalen Lehre gab die deutliche Mehrheit (85,4 %) der Lehrenden, welche im Wintersemester das erste Mal im Rahmen des Online-Semester an der HFD gelehrt haben, an, (überwiegend) zufrieden zu sein. Verglichen mit dem Sommersemester 2020 ist dies ein deutlich positiver Trend: Damals lag der Anteil (überwiegend) zufriedener Lehrender bei knapp zwei Drittel (SoSe: 62 %). Von denjenigen Lehrenden, welche beide Semester der Online-Lehre erlebt haben, waren 64,4 % in diesem Semester (etwas) zufriedener und nur 8,3 % (etwas) unzufriedener.

Nur 1. Online-Sem. = Befragte, die im SoSe 2020 nicht an der HFD lehrten und damit im WiSe 2020/21 das erste Online-Semester erlebt haben
Nur 2. Online-Sem. = Befragte, die im SoSe 2020 bereits an der HFD lehrten und damit im WiSe 2020/21 das zweite Online-Semester erlebt haben (Vergleich zum SoSe 2020)

Abschließend halten 74,9 % der Lehrenden und damit etwa genauso viele wie im Sommersemester 2020 (SoSe: 74,1 %) die digitale Lehre unabhängig von der Corona-Pandemie als sinnvolle Ergänzung zur Präsenzlehre. Als am besten geeignete digitale Lehrformate, welche auch zukünftig ergänzend zur Präsenzlehre verstärkt genutzt werden könnten, werden von diesen Lehrenden interaktive Online-Tools, wie Online-Tests/-Aufgaben oder Umfragen, sowie Lehr-Videos bewertet (Mittelwerte zwischen 2,0 und 2,4 auf 5er-Skala). Im Mittel am schlechtesten als mögliche Ergänzung bewertet wurden asynchrone Vorlesungsformate, die ausschließlich schriftlich oder nur mit Audio unterlegt sind (Mittelwerte von 3,6 bzw. 2,9 auf 5er-Skala). Nur knapp jede zehnte Lehrperson (9,4 %, SoSe: 7,8 %) ist dahingegen (eher) nicht davon überzeugt, dass digitale Lehre auch nach der Corona-Zeit sinnvoll ergänzend zur Präsenzlehre eingesetzt werden sollte. Die meist genannten Gründe dafür sind, dass die Interaktion online fehle (auch aufgrund der geringen Webcam-Nutzung auf Seiten der Studierenden) und es insbesondere für Seminare oder praktische Studienteile nicht sinnvoll sei. Nichtsdestotrotz scheint auch hier für die Meisten eine hybride Form der Lehre in Zukunft ein guter Weg zu sein.

Ein ausführlicher Tabellen- und Grafikband der Evaluationen zum Online-Semester 2020/21 ist auf unserer Intranet-Seite verfügbar. Bei Fragen steht Ihnen das Evaluationsteam der Abteilung DLS gern zur Verfügung.

Credits:

Erstellt mit einem Bild von Tumisu - "smileys customer satisfaction review"