Loading

Endlich habe ich meinen Platz gefunden Ein Bericht von Tom Mauerhofer Altdorf

Gleich einige Personen liessen sich in diesem Jahr im Urnersee taufen. Eine der Taufen fand am 30. Juni statt. Da war auch Ursula Walker einer der Täuflinge. Hier ihr Zeugnis in schriftlicher Form:

«Mein Name ist Ursula Walker, ich bin verheiratet und habe zwei erwachsene Kinder. Ich wohne in Flüelen und arbeite als Kindergärtnerin in Sisikon.

Vor 50 Jahren hatte ich einen schwierigen Start ins Leben. Ich verblutete beinahe, auch mein Herz hat nicht mehr geschlagen.

Ich kann mich an ein oranges Licht, an ein Gefühl von unglaublicher Liebe und Wärme erinnern – und auch an die Stimme, die mich zurück ins Leben geschickt hat. Eine Sehnsucht nach diesem Ort ist in mir geblieben. Ich war eigentlich immer wieder mit Gott unterwegs. Regelmässig besuchte ich die katholische Kirche und war aktiv am Gemeindeleben beteiligt. Ich liebte die Jesus-Geschichten. Doch ich vermisste auch die Tiefe und wurde zur Suchenden.

Ich habe verschiedene Weiterbildungen und Kurse besucht: Bachblüten, Reiki, Aura-Lesen, Jenseitskontakte usw. Ich praktizierte zwar wenig da-von, aber ich spürte, dass ich hellsichtig geworden war. Immer mehr nahm ich die Anwesenheit von Verstorbenen wahr, sowohl am Tag, aber auch in der Nacht. Ich empfand dies aber als ganz normal, denn schon meine Mutter und meine Grossmutter hatten diese Erfahrung gemacht.

Auch meine Kinder wurden hellsichtig und hatten «Besuch» von Verstorbenen. Aber da es für mich normal war, war es dies auch für sie.

Die Wende begann mit meinem zweiten Besuch in Taizé. Dieses Mal war ich mit Jacqueline dort. Ich spürte in Taizé, wie Gott langsam seinen Fuss in mein Hamsterrad hineingehalten hat. Bis das Rad still stand – wirklich still.

Gott hat mich gefunden

Ich habe mit Jacqueline über meine Erfahrungen geredet und sie hat mich dann ins grüne Haus in den Gebetsraum mitgenommen. Hier konnte ich zusammen mit Jacqueline und Tom mein Leben (und auch all diese Praktiken) ans Kreuz bringen.

Damit haben auch die nächtlichen Besuche und auch meine Hellsichtigkeit aufgehört. Eine grosse Last wurde mir damit abgenommen.

Als ich dann zum ersten Mal in einem Gottesdienst war, wurde ich von der Musik und von der Predigt sehr stark berührt. Auch heute noch bin ich im Gottesdienst oft den Tränen nahe. Viele Male hat Gott mich gesucht und er gab mir Gelegenheiten, dass ich zu ihm kommen kann. Endlich habe ich jetzt begriffen, dass mein Platz bei ihm ist. Dass ich sein Kind sein darf. Das ist der Grund, dass ich mich jetzt taufen lasse.»

Thomas Mauerhofer, FEG Altdorf t.mauerhofer@gmail.com