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Wenn die Spielkiste lebendig wird Nadine Aebersold

Nadine Aebersold, Mitarbeiterin, Kindersekretariat FEG und Segmentleitung Kinder FEG Wetzikon, nadine.aebersold@feg.ch

Drei Kindergarten-Jungs stürzen sich am Sonntagmorgen auf die Playmobil-Kiste. Zuerst geht es um Piraten und dann – ein Junge zum anderen: «Lueg, das isch dä Abraham…!».

Plötzlich waren die Piraten für einen Moment vergessen und das Thema drehte sich um Abraham. Zuerst wollten wir wissen, weshalb ist diese Person genau Abraham? Was hat Abraham gemacht? Wer war Abraham? Ganz einfach, dieses Männchen war Abraham wegen des weissen, langen Barts. Auch wenn es «nur» ein kurzes Zwischenspiel war: Ich fand es spannend, wie die Kinder im Spiel, von einem Moment auf den anderen, auf biblische Geschichten zu sprechen kamen.

Diese Spielsequenz motivierte mich, um mit diesen Kindern noch mehr biblische Personen, ihren Charakter und Glauben kennen zu lernen – miteinander auf Entdeckungsreise zu gehen. Diese biblischen Personen sind gewissermassen die Helden der Kinder, weil sie mit Gott und Jesus unterwegs gewesen sind. In dieser Gruppe schauten wir drei Wochen das Thema «Daniel» an. Die Geschichte erzählten wir jedes Mal anhand von WC-Rollen-Männchen. Die Kids waren fasziniert und auch voll dabei, als ich das letzte Mal von den drei Männern im Feuerofen erzählte. Als sie den Engel im Ofen entdeckten, war für sie vollkommen klar, dass dies nur Jesus sein kann, der auf diese drei Männer aufpasst.

Faszinierend, dass für die Mehrheit der Kinder selbstverständlich ist, dass Jesus auch auf sie aufpasst.

Wir erlebten einen spannenden Morgen mit wertvollen Gesprächen. Durch den Einbezug der WC-Rollen-Männchen waren die Kinder nicht nur Zuschauer, sondern aktiv im Geschehen dabei. Durch das «spielerische Erzählen» holen wir die Kinder dort ab, wo sie von ihrer Entwicklung her stehen.

Es braucht Mut, anschaulich zu erzählen, Neues auszuprobieren, zu experimentieren. Das Wichtigste beim Erzählen ist, dass du und ich echt bleiben. Jede/r von uns hat einen ganz persönlichen Stil, und das ist gut so! Die Kinder dürfen merken, dass die Geschichte, die ich ihnen erzähle, mir etwas bedeutet, mich selbst angesprochen hat. Das, was ich mit Gott erlebt habe, darf ich auch den Kindern weitergeben.

Nicht nur am Sonntag kann man durch das Spiel mit Playmobil-Männchen ins Gespräch über «Abraham», den Glauben kommen, sondern auch zuhause im Spielzimmer. Es ist etwas Wunderbares, wenn Glaube ganz natürlich im Alltag «erlebbar» und spielerisch erlebt wird. Ob beim Spiel mit Playmobil, Lego, in Rollenspielen, beim Rüsten von Gemüse (z.B. Daniel und seine Männer haben nur Gemüse gegessen) oder bei auftretenden Wetterspektakeln (Regenbogen = Gottes Versprechen, Sturm = Jesus im Sturm).