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Innomos GmbH seit 2009

Biografie zum fünfjährigen Bestehen des Unternehmens

Wie alles begann

(...) Eines Tages klingelte am Abend bei mir das Telefon: „Ich hatte vor einiger Zeit eine Software bei Ihnen gekauft!“, sagte die Stimme am anderen Ende der Leitung, die sich mit dem Namen Baudach vorstellte. „Eine Reklamation“, dachte ich: „Was für eine Software war es denn?“, fragte ich etwas verunsichert nach. „Das war digitales Kartenmaterial aus den USA“. Ich erinnerte mich. Die Software hatte ich einmal bei einer Bestellung als Dreingabe bekommen und als ich sie ins Netz stellte, war ich skeptisch, ob sie überhaupt einen Abnehmer finden würde. „Und was ist jetzt mit der Software? Stimmt etwas nicht?“ „Doch, alles bestens mit dem Produkt!“ antwortete mein Gegenüber. Aber es gibt ein anderes Problem. Ich hatte vor kurzem eine Aufforderung von Ihnen bekommen, Sie zu bewerten. Dies habe ich nun versucht, aber das System sagt mir an, dass die Frist abgelaufen ist. Was machen wir denn jetzt?“ Der Anrufer schien ein richtig schlechtes Gewissen zu haben und ich dachte mir: „Das ist aber ein Netter!“ Innerlich schmunzelnd sagte ich: „Das ist doch halb so wild. Ich habe inzwischen so viele Bewertungen, dass es auf die eine auch nicht mehr ankommt. Die Benachrichtigung läuft bei mir automatisch, ich muss nur auf einen Knopf drücken. Es ist aber gut möglich, dass ich das dieses Mal ein bisschen spät gemacht habe.“ Und damit hielt ich das Gespräch für beendet. Aber da kannte ich Herrn Baudach schlecht. Er fragte: „Machen Sie das eigentlich hauptberuflich mit dem Softwarehandel bei ebay?“ Ich erzählte ihm von mir und meiner beruflichen Situation. Dass ich eigentlich studiere und neben der Uni meinen Job in einer Softwarenentwicklung hätte und wie ich zum Aufbau des Shops gekommen bin. Irgendwann fragte Herr Baudach mich „Programmieren Sie eigentlich auch?“ „Ja, das mache ich auch“, erwiderte ich spontan und wahrheitsgemäß, denn im Rahmen meines Studiums hatte ich schon die ein oder andere Programmierung durchgeführt. „Hören Sie zu“, sagte Herr Baudach, „ich habe da so eine Geschäftsidee und dafür brauche ich jemanden, der mir ein webbasiertes Verwaltungssystem programmiert. Hätten Sie Interesse?“ Ich war verwundert über das entgegengebrachte Vertrauen, überlegte kurz und sagte dann: „Zwar habe ich genau so etwas noch nicht gemacht, aber zutrauen tue ich mir das!“ „Ja, dann komme ich demnächst einmal vorbei und dann können wir uns näher zum Thema austauschen!“ Meine Verwunderung verwandelte sich in Irritation. Wie konnte es sein, dass ein mir bis eben noch fremder Mensch mir ein Kooperations- angebot machte und zum diesem Zweck aus Amerika zu mir nach Deutschland reisen wollte? (...)

Der Vogelstimmentrainer

Unsere Vision war klar: Wir wollten Apps entwickeln, welche die Geschäftsprozesse der Zukunft verändern. Am liebsten eine, die die Arbeitswelt auf irgendeine Art und Weise revolutionieren würde. Und mit der man idealerweise so erfolgreich wird, dass man einige Jahre später den Exit nimmt und Neues mit seinem Leben anfängt. Erfolgreiche Beispiele von innovativen Unternehmen mit kleveren Lösungen hatten wir zur Genüge vor Augen.

Was genau wir machen wollten, war uns hingegen unklar. Viele Gedanken über mögliche Produkte schwirrten uns bei unseren ersten Treffen durch den Kopf. Trotz oder gerade wegen unserer großen Visionen war uns klar, dass wir nicht gleich versuchen wollten, den großen Wurf zu landen. Statt dessen war es uns wichtig, uns erst einmal mit der Technologie intensiv auseinandersetzen, um unsere Produkte damit auf eine stabile Grundlage zu stellen. Einmal einen Prozess von der Ideenfindung und der Konzeption über die Entwicklung bis hin zur konkreten Gestaltung einer App durchspielen. Erst dann, so der Plan, wollten wir auf größere Unternehmen zugehen. Auch klar war, dass es ein Produkt für einen Endkonsumenten sein sollte. Also irgendetwas, dass sich der Verbraucher im Apple–Store herunterladen können sollte. Aber was?

Während eines unserer Treffen im Vorfeld der Gründung, das wir bei Herrn Baudach im Wohn-zimmer abhielten, fiel unser Blick eher zufällig auf einen Bestimmungsbogen für Bäume, der auf einem Papierstapel des Tisches lag. Da war die Idee geboren: Wir entwickeln eine App auf der Grundlage eines Bestimmungsbuchs! Da sie sich einfach mit Multimedia–Daten bereichern lassen, nicht viel Speicherkapazitäten in Anspruch nehmen und die Daten in der Regel bereits strukturiert vorliegen, sind Bestimmungsbücher jedweder Art prädestiniert für die Gestaltung von Apps. Bei der Überlegung, was wir bestimmen wollten, fiel die Entscheidung auf die Vogelstimmen, weil sich hier auch die akustischen Werte wirkungsvoll einbauen ließen. Jetzt brauchten wir nur noch einen Partner, der uns mit den nötigen Daten versorgte. Aber dieser war auch schnell gefunden! Über den FriedWald hatte Herr Baudach Beziehung zu einem Förster, der wiederum den Kontakt zu einem kleinen Verlag in Rosenheim, dem Ample–Verlag, herstellte. Die Rosenheimer waren begeistert von der Idee und zogen spontan mit. Sie lieferten uns die Daten und wir entwickelten daraufhin die App. Und die wurde ein voller Erfolg! Wir machten regelrecht Furore. Binnen weniger Tage schaffte es der Vogelstimmentrainer auf Platz 3 des App–Rankings. Die ganze Presse berichtete über uns. Wir waren im Radio, in den verschiedensten Printmedien, vom Spiegel, über die Welt bis hin zur Wirtschaftswoche; und Fernsehsender wie News Time, N24 und Pro Sieben strahlten Berichte über uns aus. Irgendwann kam sogar Apple mit der Anfrage auf uns zu, mit unserem Vogelstimmentrainer Werbung machen zu dürfen. Da sagten wir verständlicherweise nicht nein...

Der Schritt in die Ukraine (2010)

Nur wenige Monate nach dem Kick-off der INNOMOS haben wir unsere ersten beiden Mitarbeiter eingestellt. Das war in einer so frühen Phase des Unternehmens heikel. Aber durch den Erfolg des Vogelstimmentrainers fühlten wir uns reif dafür, diesen Schritt zu gehen. Zumal beide in ihrem Bewerbungsgespräch einen guten Eindruck bei uns hinterlassen hatten. Wir entschlossen uns, Jahresverträge mit ihnen aufzusetzen. An eine Festeinstellung war nicht zu denken, denn kein Mensch konnte wissen, wie sich das Unternehmen entwickeln würde. Gerade mit dem einen der beiden waren wir super zufrieden. Er war kompetent, packte mit an, dachte mit und auch auf zwischenmenschlicher Ebene hat es wunderbar funktioniert. Kurz, er hatte sich in seinem ersten Jahr bestens bewährt. Dann stand das Verlängerungsgespräch an. Wir hatten fast ein bisschen Bammel vor dem Gespräch, weil wir fürchteten, dass er eine deftige Gehaltserhöhung einfordern würde. Aber es kam ganz anders. Statt mehr Geld zu fordern, eröffnete er uns, dass er die INNOMOS verlassen wolle. Privat hatte er gerade eine große Krise zu überstehen. Den Schwung des Neubeginns wollte er nun auch für seinen beruflichen Werdegang nutzen und sich selbständig machen. Das tat weh. Der erste Mitarbeiter. .. (...)

Im Mai 2012 wurde der Standort im Kiewer Regus-Center dann offiziell eröffnet. Wir betrachten Kiew nicht als eine verlängerte Werkbank, sondern als einen komplett integrierten Teil unseres Unternehmens. Mehrfach im Jahr sind die Leute aus Kiew bei uns und wir sind mindestens alle zwei Monate in der Ukraine, wenn es brennt, entsprechend häufiger. So bleiben wir im intensiven Austausch mit unseren Mitarbeitern. Das ist immens wichtig. Wenn Not am Mann ist, fahren wir kurzer Hand nach Kiew, um die Jungs dort tatkräftig zu unterstützen. Die Mitarbeiter fühlen sich wohl bei uns, was neben den guten Arbeitsbedingungen, die wir ihnen bieten und unserem Umgang untereinander, sicherlich auch daran liegt, dass wir mit der russischen Sprache und Kultur vertraut sind und immer ein offenes und verständiges Ohr für sie haben.Rückblickend kann man sagen, dass die Kündigung unserer ersten Mitarbeiter fast ein Segen für uns war. Denn ohne diese hätten wir den Sprung nach Kiew wahrscheinlich nie gewagt!

Nachwort: Für Dennis Jung und Dimitri Völk, Co-Founder von Innomos

Im Jahr 2008 hatte ich das Glück, Dennis Jung und Dimitri Völk kennenlernen zu dürfen. Gemeinsam mit Dimitri Völk haben wir die Firma INNOMOS Anfang 2009 gegründet, um etwas aufzubauen. Dieses Buch ist im Januar 2014 geschrieben, also fünf Jahre nach der Firmengründung. Es gibt einen persönlichen Einblick über die Stationen seines bisherigen Lebens und Erkenntnisse der ersten Jahre seiner Unternehmertätigkeit. Das Buch sollte Dennis dazu dienen, zu reflektieren und daraus ableitend die Werte und Ziele für die nächsten fünf Berufsjahre bewusster zu formulieren.

Die Idee für dieses Buch kam mir, nachdem ich durch einen Zufall auf die Webseite von Frau Katrin Frische gestoßen bin. Frau Frische hat sich auf das „biografische Storytelling“ spezialisiert und ist mit viel Geduld, beruflichem Interesse und einem außergewöhnlich talentierten Schreibstil an das Projekt „Dennis Jung“ herangegangen. Ich danke ihr für die tolle Unterstützung.

Ich bin dankbar, dass ich den beiden fünf Jahre lang als Kollege, Mentor und Freund begleiten durfte und ich bin gleichzeitig stolz wie ein Vater auf seine Söhne!

Im Juni 2014, Axel Baudach

Axel Baudach, Dimitri Völk, Dennis Jung im Mai 2014

Credits:

Fotos: Innomos, Axel Baudach

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