Loading

Dem Italiener, ein Italiener Vision Europa Italien

Seit 30 Jahren sind wir nun schon im Dienst der «Vision Europa». Wir haben durch unser Gemeindegründungsprojekt in Brianza eine solche Liebe für die Menschen erhalten, dass wir gerne von unseren «Kindern» sprechen.

Reto Dittli, dittli.reto@gmail.com

Ein wichtiger Grundsatz

Ganz zu Beginn unserer Mission erarbeiteten wir Grundsätze, die uns leiten sollten. Einer davon lautet: Wir wollen dem Italiener ein Italiener sein. Aber wie sollte das nur gehen? Meine spezielle «Hilfe», die mir Gott geschenkt hat, ist meine Frau Rachele aus Italien.

Dieser Grundsatz gilt aber auch für die Gemeinde, damit sie kulturell relevant sein kann. Aber hier wird es schon schwieriger, denn viele Gläubige in unserer Gegend sind Süditaliener, die nicht wie die Einheimischen ticken. Das ist ein Grund, warum wir mit Hausgemeinden arbeiten. So ist es einfacher, auf die Bedürfnisse der Bewohner im Mailänder Hinterland einzugehen. Mit dieser Einstellung konnten wir schon vieles bewegen. Dafür sind wir dankbar, aber hier gibt es Grenzen.

Ich bin beeindruckt von der treuen Unterstützung und der freien Hand, die uns die Vision Europa in unserer Arbeit immer schon gegeben hat.

Es bewegt mich, wenn ich an all die Jahre der Zusammenarbeit denke und feststelle, dass in allen Situationen immer treue Glaubensfreunde an unserer Seite gestanden sind. Geistlich und praktisch wurden wir als Familie begleitet, unterstützt, korrigiert und ermutigt. Das ist nicht nur Gold wert, sondern half uns besonders in Momenten, wo es ums Überleben ging. Herzlichen Dank an die FEG und alle Unterstützer!

Übergewichtiges Kind?

Wir Vollzeiter haben viel Energie in die Gemeinden gesteckt. Daraus sind segensreiche Arbeiten entstanden. Ob aber diese Projekte stehen bleiben, stellt man oft erst dann fest, wenn der Vollzeiter und damit die Ressourcen nicht mehr zur Verfügung stehen. Um das entstandene Kind – die Gemeinde – am Leben zu erhalten, dürfen die Investitionen nicht abbrechen.

Aber ist die Gemeinde zu gross geworden, um von den Einheimischen weiterentwickelt zu werden, dann ist die Entscheidung schwierig. Man will natürlich, dass das Kind nicht stirbt und sucht nach Lösungen.

Eines meiner wichtigsten Learnings über all die Jahre ist, dass mein bester Dienst darin besteht, Einheimische leiten zu lassen und ihnen als Missionar meine Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Ich darf ihr Berater sein und sie die Leiter der Gemeinde. Sobald ich mich über sie stelle, steht die ganze Arbeit in Gefahr. Die Arbeit wächst so vielleicht langsamer, aber es wird ihr eigenes Kind sein. Damit hat die Gemeinde grosse Überlebens­chancen, auch wenn ich einmal nicht mehr da bin.