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Was uns in den 2020ern erwartet Thesen zur Digitalität von Schule und Unterricht

Was uns in den 2020-ern in der Schule erwartet?

Nein, nicht die Matrix! Und: Nein, keine Wiederkehr des 20. Jahrhunderts.

11 Veränderungen / Erweiterungen:

  1. Lehrpläne werden die vier Dimensionen "Wissen", "Skills", "Charakter" (Haltung) und "Meta-Lernen" herausstellen und als Bildungsziele ausgeben. Lebenslanges Lernen der Lehrerinnen und Lehrer (als Habitus) wird über die Dienstordnung hinaus obligatorisch in Entwicklungsgesprächen.
  2. "Computational thinking", verstanden als "erweiterte Denkungsart", die die Funktionsweise von Netzwerken, Netzwerkeffekten, Algorithmen und schwacher KI berücksichtigt, wird als Meta-Kompetenz fachwissenschaftlichen Kompetenzen vorangestellt.
  3. Die Anforderungen an Schulen werden heißen: Öffnet die Türen der Klassenzimmer, sucht nach Lehr-/Lernszenarien jenseits der lehrerzentrierten Unterrichtseinheit, organisiert mehr Projekte!
  4. Die Schülerinnen und Schüler übernehmen mit den elektronischen Geräten die Medienproduktion, werden dabei zu Regisseuren ihres Lernens und Meta-Lernens. Unterricht ist Medienproduktion plus Medienreflexion. Die vorherrschende Medienform ist der Remix.
  5. Lehrerinnen und Lehrer wechseln noch expliziter verschiedene Rollen, in denen Sie um die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler bitten und die im Leitbild des Produsers zusammenlaufen: Lernbegleiter, Medienrezipient, Instrukteur, Moderator, Regisseur, Coach, Medienproduzent (YouTuber, TikTokker ...).
  6. AR/VR-Techniken werden sich aufgrund der Veranschaulichung in vielen Fächern durchsetzen.
  7. Das Schreiben auf Papier wird wie selbstverständlich durch Schreiben auf elektronischen Endgeräten abgelöst. Die Schülerinnen und Schüler nutzen dabei die Handschrift und die Tastatur.
  8. Richtiges Schreiben und Rechnen und die Fremdsprachen werden durchgehend gestützt durch KI. In der Konsequenz ist mehr Zeit für die Entwicklung von "Haltung" und "Charakter" (politische, musische, philosophische und künstlerische Bildung).
  9. Prüfungen werden mit dem "offenen Internet" am Rechner abgenommen: Statt Auswendiglernen steht Problemlösen im Vordergrund.
  10. Das Lernen im Netzwerk und Netzwerke werden immer wichtiger. Soziale Medien werden in die schulische Arbeit integriert. Lehrerinnen und Lehrer sind aus professionellen Gründen selbstverständlich in persönliche Lernnetzwerke (PLN) eingebunden.
  11. Weil Lernen zeit-, orts- und institutionenunabhängiger wird, organisiert Schule das Zusammentreffen von Lernenden, die beim Zusammentreffen ihr individuell erworbenes Wissen an konkreten Lerngegenständen kommunikativ, kooperativ, kollaborativ und kritisch testen.

Wie ihr wisst: "Vorhersagen sind immer schwierig, vor allem aber dann, wenn sie die Zukunft betreffen!"

Und zum Schluss noch einmal Dirk von Gehlen: Wenn man den Shruggie, ¯\_(ツ)_/¯, wirklich ernst nimmt, dann muss man feststellen: Auch das Gegenteil des Gesagten könnte richtig sein.

Vgl. insbesondere für die Punkte 9 bis 11 auch: Ines Bieler: Lernen unter den Bedingungen der Digitalität, https://spark.adobe.com/page/rqut2Pm94REkl/

Alles Weitere bitte in die Kommentare oder über Twitter. Danke!

Credits:

Erstellt mit Bildern von Markus Spiske - "Green Matrix rain on a screen" • Shahadat Rahman - "When developing our very first Mayosis theme (for selling digital products through WordPress) I captured some great looking pictures on my iMac. The 50mm Prime lens was best for this particular shot with it's beautiful depth of field rendering. Later, I added some color gradient overlay and adjusted the look and feel in Lightroom and Photoshop."