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Bereit zur Professur Quelle: Idea Schweiz (gekürzte Version)

Der Theologe Stefan Schweyer untersuchte freikirchliche Gottesdienste und erwarb mit seiner Arbeit den höchsten akademischen Grad.

Sieben Jahre arbeitete der Theologe Stefan Schweyer (49) am höchsten akademischen Projekt, der sogenannten Habilitation. Im November 2019 schloss er erfolgreich ab. Die Habilitation bringt das Recht, an einer Universität Verantwortung für einen Lehrbereich zu übernehmen. Stefan Schweyer ist bereits Assistenzprofessor für Praktische Theologie an der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule STH Basel. Deshalb war sein Thema auch praktisch: «Freikirchliche Gottesdienste. Empirisch analysiert – theologisch reflektiert».

Sich im Bildungsbereich engagieren

Nebst dem Anstoss von aussen, den der ehemalige FEG-Pastor zu dieser akademischen Mammutarbeit erhalten hatte, beschreibt er seine Motivation wie folgt: «Eine Motivation ist meine Überzeugung, dass Jesus Christus der Herr über jeden Bereich dieser Welt ist. In der Hochbildungsgesellschaft Westeuropas halte ich es deshalb für wichtig, dass Menschen, die Jesus als Herrn bekennen, sich nach ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten im Bereich der Bildung engagieren.»

Offenheit für Freikirchenforschung

Doch warum hat der freikirchliche Theologe ausgerechnet die katholische Fakultät der Universität Freiburg für dieses Projekt gewählt? Er habe von der langen Erfahrung des dortigen Liturgiewissenschaftlichen Instituts profitiert, erklärt Stefan Schweyer. «Die Katholiken haben eine lange Erfahrung in der Reflexion und Untersuchung von Gottesdiensten.» Und: «Das Institut beschäftigt sich mit Liturgien aus allen Kirchen. Da bestand eine Offenheit, sich im Rahmen der Liturgiewissenschaft freikirchlichen Gottesdiensten zuzuwenden.»

Spontane Feiern statt Liturgiebücher

Eine Herausforderung bei seinem Studienprojekt sei es gewesen, dass freikirchliche Gottesdienste praktisch ohne geschriebene Liturgien gefeiert werden. «Empirisches Arbeiten ist nötig, weil man es fast ausschliesslich mit dem direkt gefeierten Gottesdienst und mündlichen Quellen zu tun hat. Man muss probieren, die Gottesdienste aus diesen selber zu verstehen.» Das habe ihn auch methodisch weitergebracht.

Seine Untersuchungen stiessen schnell auch in Freikirchen auf Interesse. Stefan Schweyer wurde während der Habilitation schon zu über 50 Workshops in lokale Gemeinden eingeladen. Auch predigt er selber oft und wird für Gemeindeberatungen angefragt. Dieser Bezug zu den Kirchen ist dem ehemaligen FEG-Pastor wichtig. Zu seinen Aufgaben gehört es ja, dass er Studentinnen und Studenten in pastorale Tätigkeiten hineinführt.

Prof. Dr. Stefan Schweyer. Verheiratet mit Lea, Eltern von drei erwachsenen Kindern. 1997–2008: Pfarrer der Freien Evangelischen Gemeinde Bubikon. Seit 2016 Assistenzprofessor für Praktische Theologie an der STH Basel. Die FEG Schweiz unterstützt seit Januar 2017 die Professorenstelle für praktische Theologie zu 50%.