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Architektur in Rotterdam

Zur Jahreswende 2018/2019 besuchte ich Rotterdam. Die Architektur zählt hier zu den innovativsten und kreativsten in ganz Holland.

Rotterdam stand lange Zeit für Armut, Verwahrlosung und Hässlichkeit. Doch das Image der zweitgrößten niederländischen Stadt hat sich inzwischen gewandelt. Seit 1940 die deutsche Luftwaffe die Altstadt in Schutt und Asche gelegt hat, ist sie keine klassisch schöne Stadt mehr. Gesichtslose Nachkriegsbauten empfingen den Besucher vielerorts. Doch mit den modernen Sehenswürdigkeiten und einem Wirtschaftswachstum, den Rotterdam seinem Hafen zu verdanken hat, wird Rotterdam bunt und ist keineswegs nur eine Industriestadt. Wahrzeichen, wie die Erasmusbrücke und das Hotel New York, verbinden die Vergangenheit mit der Neuzeit.

74 Kubushäuser

Die Kubushäuser (Kubuswoningen) in Rotterdam zählen zu den kultigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. 1978 fertigte der Architekt Piet Blom die ersten Entwürfe für das Projekt an. Die Kubushäuser wurden asymmetrisch konzipiert, im Sinne eines abstrakten Waldes, wobei jedes dreieckige Dach eine Baumspitze darstellen soll. Die Häuser ruhen auf Betonpfeilern mit Holzverschalung. Im Erdgeschoss des dreistöckigen Hauses befindet sich der Eingangsbereich, auf der ersten Etage eine offene Küche und der Wohnraum, auf der zweiten Etage haben ein Bad und zwei Schlafzimmer Platz und in manchen Fällen kann das Obergeschoss sogar als kleiner Dachgarten genutzt werden. Die Gebäudegruppe überspannt eine vielbefahrene Straße und agiert als Fußgängerbrücke. Es war ein städtebauliches Ziel, die Verkehrsader zu überbrücken und diese Brücke mit Gebäuden zu bestücken. Die untere Promenaden-Ebene ist öffentlich zugänglich. Die Geschosse darüber sind privat. Durch die geneigten Fenster überblicken die Bewohner den öffentlichen Raum.

Auch nach über 30 Jahren stellen die Kubushäuser eine der faszinierendsten Wohnanlagen der Stadt dar. Sie sind um 45 Grad auf die Seite gekippt und soweit optimiert, dass der verfügbare Platz bis auf den letzten Millimeter genutzt werden kann. Daraus entstanden Gebäude, die in puncto Aussehen, Ausstrahlung und Funktionalität einzigartig auf der Welt sind.

Direkt gegenüber den Kubushäusern am Bahnhof Baak liegt die Markthalle. Ein imposanter Bau nach kanadischem und amerikanischem Vorbild mit einem einzigartiges Design in der Form eines riesigen Flugzeughangars. Entworfen von der Architektenfirma MVRDV. Die Wände und die Decke der Markthalle mit einer Gesamtfläche von 11.000 qm sind mit riesigen bunten Tafeln - Abbildungen von Obst und Gemüse - dekoriert. An der Vorder- und Rückseite der Markthalle bieten riesige Glasfassaden einen Windschutz. Im Dachgeschoss befinden sich Wohnungen mit Flächen von 80 bis zu 300 m². Alle sind mit einem Balkon an der Außenseite und viele mit einem oder mehreren Fenstern mit Sicht in die Markthalle ausgestattet.

Weiter geht es zur Metro Station Wilhelminaplein. Von dort erreiche ich die Erasmusbrücke und das Gebäude De Rotterdam. Der Fußgängertunnel unter dem Wilhelminaplein hat den Dutch Design Award 2005 gewonnen. Die Verbindung zwischen dem U-Bahnhof Wilhelminaplein und dem Luxor-Theater wurde vom Architekturbüro Zwarts & Jansma Architects entworfen, von dem auch der Entwurf vom U-Bahnhof Wilhelminaplein stammt. Die Beleuchtung wechselt allmählich die Farbe, wodurch der Blick in den Tunnel jedes Mal anders ist. Außerdem ist sie computergesteuert und flexibel, so dass das Licht Reisenden folgen kann.

De Rotterdam

Manhattan an der Maas

De Rotterdam ist als vertikale Stadt aus Stahl und Glas konzipiert: Entworfen vom Büro des weltberühmten Architekten Rem Koolhaas. Drei miteinander verbundene Türme mit gemischter Nutzung, in denen Büros, Wohnungen, ein Hotel, Konferenzeinrichtungen, Geschäfte, Restaurants und Cafés untergebracht sind. Das Projekt begann im Jahr 1997. Die Bauarbeiten starteten Ende 2009 und wurden 2013 abgeschlossen. Mit einer Höhe von 150 m ist De Rotterdam das größte Gebäude in den Niederlanden. Das architektonische Konzept von OMA produziert mehr als nur die Größe: Städtische Dichte und Vielfalt - sowohl im Programm als auch in der Form - sind die Leitprinzipien des Projekts. Die gestapelten Türme von De Rotterdam sind in einem subtil unregelmäßigen Cluster angeordnet, der sich nicht in eine einzigartige Form auflöst und faszinierende neue Ansichten aus verschiedenen Perspektiven erzeugt. (Office for Metropolitan Architecture)

Ben van Berkel und seiner Partnerin gelang ein Meisterwerk der Brückenbaukunst, das 1996 feierlich eröffnet wurde. Zwei Jahre nach der Eröffnung der Brücke bekam die Erasmusbrücke den „Nationalen Stahlbaupreis“.

Erasmusbrug

An das alte Hafengebiet Rotterdams auf der Südseite der Maas erinnern nur noch wenige Lagergebäude und das Hotel „New York“ mit seinen Kupferdächern. Das charakteristischste und atmosphärisch prägnanteste Quartier der Stadt, bestehend aus Depots, Docks und Kaianlagen musste dem Sprung der City über den Fluss weichen zugunsten einer architektonischen Vielfalt, die sich keiner Konvention verpflichtet fühlt. Die Giebeldächer des Wohnkomplexes De Compagnie sind von Rotterdams Häusern aus dem 19. Jahrhundert inspiriert und vom deutschen Architekten Hans Kollhoff entworfen. Sie wurden zwischen 2000 und 2005 gebaut und unterscheidet sich stark von den umliegenden Gebäuden. Eine bewusst handwerkliche Bauweise in ortsüblichen Materialien wie Backstein für die aufgehenden Fassaden, Blausteinsockel, Kupferdächer und weiß lackierte Holzfenster unterstreicht Kohlhoffs Absicht an die Erinnerung Rotterdamer Lagerhäuser. Insgesamt 196 Wohnungen sind auf verschiedene Arten realisiert. Der Komplex verfügt über einen Innenhof mit privaten Gärten.

De Compagnie

Hauptbahnhof Rotterdam

»Haifischschnabel«, »Station Friseursalon«, »Großmaul« – der lokale Volksmund ist nicht verlegen um Namensschöpfungen für Rotterdams »Centraal Station«.

Bei der völligen Umgestaltung des Bahnhofs setzte man auf räumliche Großzügigkeit, Übersicht und Offenheit. Dies garantieren gewaltige Glasflächen über den Bahnsteigen und die weitläufige Geste der Empfangshalle. Architekten: Benthem Crouwel Architekten, MVSA, West 8

Created By
Thorsten Scherz
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Credits:

© Thorsten Scherz

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