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Auf Augenschein in Berg TG Gemeinden der FEG Schweiz

Gott schreibt Geschichte

  • Die ersten Angaben über unsere Gemeinde gehen ins Jahr 1872 zurück. Die «Thurgauer Mission der Evangelischen Gemeinschaft» begann mit Gottesdiensten und Gemeindegründungen in Kehlhof, Alterswilen und Birwinken.
  • 1874 konnte bereits die Zionskapelle im Kehlhof eingeweiht werden. Im Bericht über den Einweihungsgottesdienst finden sich folgende Zeilen: «Als wir uns am Sonntagmorgen versammelten und noch vor dem Aufschluss des öffentlichen Gottesdienstes miteinander beteten, kam schon eine rechte Geistesausgiessung über uns ..... Was wir beim Genuss des Heiligen Abendmahls empfanden, kann ich nicht beschreiben. Der Herr machte uns trunken … Halleluja dem Lamm.»
  • In den ersten Jahrzehnten arbeiteten wir als Thurgauer Mission in verschiedenen Dörfern und Städten wie Lippoldswilen, Mettlen, Kreuzlingen, Kesswil, Dettishofen, Heimenhausen, Konstanz, Schönenberg, Romanshorn, Bürglen usw. Zum Teil entstanden aus dieser Pionierarbeit eigene EMK-Gemeinden oder die Menschen schlossen sich anderen Freikirchen und Kirchen an. Handfeste Widerstände stellten die Gläubigen auf intensive Proben. Prediger Steiner wurde mehrmals von Kritikern geprügelt. Einmal so, dass er 3 Monate arbeitsunfähig war. Der Bezirksarzt brachte die Sache zur Anzeige.
  • 2013 wurden wir als Gemeinde in die FEG Schweiz aufgenommen. Derzeit sind 112 Personen Mitglieder und 128 Personen Freunde der Gemeinde. Das Gemeindeleben ist geprägt von einem vielfältigen Angebot für alle Zielgruppen von Jung bis Alt.

Vision und Slogan

Die Vision haben wir in einem Gemeindewochenende entwickelt. Es war ein Prozess, an dem jung und alt begleitet war.

Wir wollen eine Gemeinde sein, in der Gottes Liebe und Kraft wirkt und alle Generationen in liebevoller Gemeinschaft Gott begegnen, ihn anbeten, feiern und gestärkt werden.

Daraus hat sich auch unser Slogan «Chile für Lüüt vo hüt» entwickelt.

Chile – dies ist unsere Identität. Chile ist im Schweizerdeutsch die geläufige Bezeichnung für das, was wir tun. Wir sind Teil des Leibes Christi, eine lokale verbindliche Gemeinschaft.

für – wir sind kein Selbstzweck. Wir sind nicht «Chile für Chile». Auch nicht «Chile für Christen». Dies wäre zu wenig. Wir sind dafür, Gott zu ehren, indem wir seinen Zielen dienen.

Lüüt – also für Menschen. Menschen stehen im Zentrum, weil sie im Zentrum von Gottes Erlösungsplan stehen. Christus ist für Menschen gekommen. Genauso wollen wir für Menschen da sein.

hüt – dies ist grösste Herausforderung, das Heute. Dies bedeutet, dass wir uns als Kirche immer dem Kontext anpassen wollen. Jeder ist willkommen, jeder versteht die Sprache, wir sind gesellschaftsrelevant, wir holen sie in der «Welt» ab, wir passen uns methodisch der Kultur der Gesellschaft an, halten aber gleichzeitig das einfache, unveränderliche Evangelium von Umkehr, Glaube an Jesus Christus, Taufe und Empfang des Heiligen Geistes fest.

Jugendgruppe Mainstation

Fragen an die Gemeindeleitung

Von links nach rechts: Henri Krattiger, Andreas Zurbuchen, Christof Zurbuchen (Präsident), Philipp Berner (Pfarrer Jugend), Stephan Reutimann (Pfarrer) und Tobias Greminger.

Was begeistert euch am Kehlhof?

Wir sind eine Mehrgenerationengemeinde. D.h. wir sind nicht nur für Senioren oder die Jugend da, wir sind in einer grossen methodischen und theologischen Breite unterwegs. Dies bewirkt immer wieder eine Dynamik und wirft neue Fragen auf, die wir dann in der Gemeinde Schritt für Schritt gemeinsam angehen. Ein wichtiges Navigationsinstrument ist dann immer wieder das 4D-Modell. In all der Verschiedenheit einen uns das Vertrauen in die Bibel und die gemeinsame Überzeugung, dass noch viele Menschen Christen kennenlernen sollen. Unser Jahresthema, welches sich vermutlich über das 2021 erstrecken wird, lautet «Jesus im Zentrum».

Kidstreff

Was waren besondere Momente, die ihr in letzter Zeit erlebt habt?

Die letzten eineinhalb Jahre erschwerten es, einen zentralen Wert unserer Gemeinde aktiv zu leben: die Gemeinschaft untereinander. Erfreulich ist, dass aus der Gemeinde viele Impulse kommen, wie wir dies angehen können.

Gibt es dazu ein Beispiel?

Das Projekt «Offene Gärten 2021». An mehreren Wochenenden öffnen verschiedene Personen ihre Gärten und man kann sich für ein Grillfest oder Dessert anmelden. So wird die Gemeinschaft vertieft.

Was sind eure Stärken?

Eine grosse Stärke, dass wir als uns gegenseitig als ergänzungsbedürftig ansehen. Evangelikale und charismatische Christen beten bei uns gemeinsam Christus an und wir hören aufeinander. Dies zeigt sich auch im Bereich der Musik: Moderner Lobpreis und Orgelmusik finden sich in unserem Gottesdienst. Interessant ist, dass die Orgel auch von den Jungen geschätzt wird.

Eine weitere Stärke ist das Netzwerk der Evangelischen Allianz, in welchem wir uns gegenseitig stärken und ermutigen. Auf die Adventszeit planen wir eine gemeinsame Evangelisation. Auch die Zusammenarbeit mit den Berger Kirchen ist immer wieder erfreulich. Am 1. August gestalten wir gemeinsam einen Gottesdienst zum Schweizerpsalm.

Was ist sonst noch zu sagen?

Es ist für drei von uns Ältesten eine besondere Freude, dass auch unsere Enkel bereits im Kehlhof ein und aus gehen. Und so ergeht es vielen in unserer Gemeinde.

92 Jahre in der Gemeinde: Ernst Zurbuchen

Seit über 92 Jahren bist du Teil der Evangelischen Gemeinde Kehlhof. Was zeichnet die Gemeinde aus?

Wir erlebten immer wieder geistliche Prozesse und diese wurden durch die Bibel angestossen. Zum Beispiel in der Tauffrage oder auch im Prozess rund um die Verbandszugehörigkeit. Ein weiterer Punkt ist auch, dass wir in allen Fragen nie wollten, dass die Gemeinde auseinandergerissen wird.

In all diesen Jahrzehnten hast du viele Neuerungen miterlebt, wie gehst du damit um?

Zwei Punkte sind mir wichtig: Der Kehlhof ist meine geistliche Heimat mit allen Mängeln und meinem Wünschen. Indem ich da bin, präge ich die Gemeinde auch. Jeder Christ ist ein Handschlag Gottes. Ich bin nicht allein.