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Tsiroanomandidy Madagaskar

Madagaskar ist grossflächig und seine geografische Mitte liegt bei Ampefy. Westlich der Vulkanhügel von Ampefy flacht die Landschaft aus. Hier, 220 km von der Hauptstadt Antananarivo entfernt, liegt auf 840 müM die Regionalstadt Tsiroanomandidy.

Das visuelle Zentrum der Stadt Tsiroanomandidy bildet die grosse Kathedrale mit ihren beiden Türmen.

Die Stadt Tsiroanomandidy wird dominiert von der Kathedrale 'Notre Dame du Bon Remède'. Der Sakralbau erweckte schon immer den Eindruck, zu gross für den Ort zu sein. Doch das hat sich gewandelt. Seit 2004 ist Tsiroanomandidy Hauptstadt der Region 'Bongolava' und wächst ständig. (In den 2000er Jahren änderte Madagaskar sein administratives System: aus den 6 Provinzen wurden 22 Regionen.)

Tsiroanomandidy galt früher als letzter Aussenposten der Zivilisation. Dahinter, also westlich davon, gab es nur noch weite Steppen, Wind und Hitze.

Die Region Bongolava ist 18'000 km2 gross und nur von einer halben Million Menschen bewohnt. Das hat mit der kargen Landschaft zu tun. Die weiten Ebenen sind kaum fruchtbar. Sie eignen sich gerademal als Weide für extensive Viehwirtschaft. Die Rinderhirten ziehen halbnomadisch herum auf der Suche nach Futter für ihre Zebus.

Sogar die Flüsse freunden sich mit der Landschaft nicht an. Sie bleiben Fremde und tolerieren an ihren Flanken nur schmale Landwirtschaftszonen. Den durstigen Hügeln bleibt nur der Blick hinab in die Oasen mit Schatten und Wasser.
Das eigentliche Wahrzeichen der Stadt Tsiroanomandidy ist ein Zeburind. Es steht auf einer Säule inmitten einer Verkehrsinsel. Ihre Umrundung beinhaltet fast eine tantrisch-religiöse Symbolik. Das Leben der Stadt und der Region dreht sich um das Buckelrind.

Die ganze Region wird von grossen Viehherden beweidet. Das lockt Viehdiebe an und nicht erst seit gestern. Seit Jahrzehnten gelten die Region als unsicher, die Viehdiebe als brutal und Gendarmerie und Militär als lasch bis hin zu korrupt. Der Zugang zu Waffen ist problemlos und gewaltige Mengen an Feuerwaffen zirkulieren in der Region.

Jeden Freitag findet in Tsiroanomandidy der Zebumarkt statt, einer der grössten Madagaskars. Wer sich hier trifft, kennt sich mit Rindern aus. Ein Teil der Tiere sind legal, ein Teil nicht.
'Ich habe Angst vor den Viehdieben (Dahalo)' steht auf einer Wandzeichnung. Doch nicht nur die Bevölkerung hat diese konstante Angst, auch die Viehbesitzer. Sie markieren die Ohren der Tiere und nutzen Brennzeichen. Dies alles interessiert die Viehbanden wenig.
Früher wurden die Herden zu Huf in die Schlachthöfe der Hauptstadt getrieben. Heutzutage ist dies zu gefährlich: Viehdiebe lauern unterwegs. Daher werden die 220 km mit Lastwagen zurückgelegt.
Nebst dem Viehmarkt findet auch ein genereller Markt statt. Verkauft wird alles, was die Landbevölkerung braucht, von Kleidern bis Werkzeug, von Medikamenten bis Nahrungsmitteln.

In die Bonglava-Region und nach Tsiroanomandidy kommen keine Touristen. Die Zone ist der Wilde Westen Madagaskars. Viehhirten kämpfen gegen Viehdiebe. Die Bewohner der Dörfer fürchten sich jede Nacht vor Überfällen.

Trotzdem nimmt die Bevölkerung zu und Tsiroanomandidy ist nun sogar eine richtige Stadt geworden.

Tsiroanomandidy ist eine Frontier-Town wie früher im Wilden Westen. Wer diesen Spirit mag, sollte dorthin.

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mehr Infos zu Madagaskar unter www.madagaskarhaus.ch

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Created By
Franz Stadelmann
Appreciate

Credits:

Fotos PRIORI Madagaskarhaus

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