Invaders vs Tigers St. Pölten vs Wien - U15 AmeRican Football

Blauer Himmel und die Sonne lachte und es war Ziet für ein American Football Spiel der U15 Mannschaften von den St. Pölten Invaders und den Vienna Junior Tigers auf dem Egger Homefield in St. Pölten. Nachdem mein Sohn die Ehre hat seit Anfang des Jahres bei den Invaders spielen zu dürfen und somit sein erstes Spiel als Starting Offensive Liner bestritt, hatte ich die Ehre als Starting Photographing Father vor Ort zu sein. Ich muss gestehen, dass ich - seit ich in die Comedy-Branche gewechselt habe - schon längst nicht mehr die perfekte Fotoausrüstung für rasante Sportaufnahmen habe, aber es ist überraschend welche Bilder man auch mit einer Fujifulm XT-1 und einer 55 - 200 Zoom-Linse machen kann. Es war ein wunderbarer, frühsommerlicher Nachmittag und beide Teams haben ein tolles Spiel gespielt (Endergebnis 40:6 für die Invaders).

Hier geht es nicht weiter.

Wenn man Spiele im Nachwuchsbereich beobachtet, dann erkennt man schnell welch komplexe Sportart American Football wirklich ist. Gerade für junge und neue SpielerInnen (ja SpielerInnen, denn Mädchen und Burschen spielen gemeinsam) gibt es am Anfang so viel zu lernen. Allein schon für jeden Spielzug die korrekten SpielerInnen in richtiger Anzahl auf das Spielfeld zu bekommen, kann für Coaches zur Herausforderung werden. Kein Wunder, gibt es doch die Offense, Defense, Kicking Team, Receiving Team, Punt-Team...u.v.m. Dazu kommt noch das bestimmte SpielerInnen mit bestimmten Nummern nur an bestimmten Stellen stehen und nur bestimmte Dinge machen dürfen. Wie z.B. Fangen, Blocken, etc. und selbst diese "Kompetenzen" sind je nach Spielzug variabel.

Professionelle Football-Mannschaften haben bis zu 50 Spieler in ihrem Team. Am Spielfeld selbst stehen während eines Spielzugs jeweils 11 Spieler pro Team. Natürlich haben viele Teams, vor allem auch im Nachwuchsbereich, sehr selten bis nie so viele SpielerInnen zur Verfügung. Das führt dazu, dass die meisten SpielerInnen in einem Spiel in mehreren Rollen unterwegs sind. Und das ist gut so, denn erstens kommen die Kids zu viel Spielzeit und zweitens haben sie so die Chance sich über die ersten Jahre hinweg in verschiedenen Rollen zu bewähren. Ein guter Weg um zu erkennen in welcher Position sich ein Spieler am besten entwickelt und besonders erfolgreich ist.

Ich muss hier weg.

Neben den vielen Special Teams, Positionen und Rollen müssen sich alle SpielerInnen auch noch eine Unzahl an sogenannten "Plays" also Spielzügen merken, die ihnen von ihren Coaches vor dem Play angesagt werden. Alle diese Plays einer Mannschaft sind im Normalfall vorab trainiert und genau festgelegt. Jeder Spieler sollte immer genau wissen was er tut und wann bzw. wohin er sich zu bewegen hat. Tja, und die andere Mannschaft hat auch Spielzüge. Und je nach Aufstellung der Gegenmannschaft vor dem Spielzug sollte der eigene Spielzug angepasst und variiert werden.

Im Anflug.

Alle Spielzüge einer Mannschaft sind im sogenannten Playbook festgehalten. Dieses "Buch" ist also die Bibel für jedes Team. Im Playbook der Offense meines Sohnes z.B. sind über 20 Spielzüge vorab ausgetüftelt. Er sollte jetzt immer wissen wo er stehen und wohin er sich bewegen muss wenn der Quarterback, in Rücksprache mit dem Coach, sagt: »Sparrow 24«. Im Sinne der Geheimhaltung habe ich diesen Spielzug hier jetzt erfunden, aber in der Regel haben sie solche Namen. Als Elternteil freut man sich, dass man plötzlich den Beweis antreten kann, dass Englisch und Mathe in der Schule zumindest begrenzte praktische Anwendung im realen Leben finden.

Verschubarbeiten.

Wohltuend im Vergleich zu anderen Sportarten ist auch der "Spirit of fair play" beim Fotball. Soweit ich das beobachten konnte (nicht nur jetzt in St. Pölten) ist es auch den Coaches ein Anliegen ihren SpielerInnen von Anfang an Respekt gegenüber SchiedsrichterInnen und GegenspielerInnen beizubringen. Und auch das Publikum verhält sich wohltuend fair. Nicht dass es nicht auch Kritik an SchiedsrichterInnen, Entscheidungen und auch SpielerInnen gibt, aber sie flackern in der ersten Emotion nur ganz kurz auf und scheinen nie lange anzuhalten. Ganz wichtig: Selbst in solchen Momenten sinken sie nie auf tiefstes Niveau ab. Natürlich sind das jetzt meine subjektiven Erfahrungen bisher, aber immerhin, die sind sehr positiv.

Ich lass den Ball nicht los.

Nach dem Spiel gibt es gleich auf dem Spielfeld die ersten Anmerkungen und Beurteilungen durch die Coaches. Auch hier schlagen die US-Wurzeln des Sports durch. Soweit ich als Beobachter mithören konnte lag und liegt der Schwerpunkt zuerst auf all den positiven Aspekten und dann auf ruhigen und verständlichen HInweisen was in Zukunft besser gemacht werden kann. Immer konstruktive Kritik und nie Herabwürdigungen oder Schuldzuweisungen. Weder der eigenen SpielerInnen und schon gar nicht der GegnerInnen. Im Vergleich zu anderen Sportarten eine Wohltat.

Nach dem Spiel gemeinsam Verabschiedung und Spaß. Dass sich ein Tiiger Spieler plötzlich hingelegt hat ist keine Tradition. Aber haben alle sehr witzig gefunden.

Wer Lust und Laune hat selbst vorbeizukommen um einfach mal die Amosphäre zu erleben oder sogar selbst aktiv zu werden sollte das auf alle Fälle machen. Informationen zu den beiden Vereinen und Teams gibt es hier:

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