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Sensationslust? Bitte nicht! Matthias Anderegg, Leitung FEG Schweiz, matthias.anderegg@feg.ch

Gerade las ich einen Artikel in unserer Tageszeitung zu Strafbefehlen, die an filmende Autofahrer bei einer Unfallübung auf der Autobahn ausgestellt wurden. Natürlich meinen wir mit unserem FEG-Credo nicht diese Form von Neugierig-Sein.

Ich stelle mir vor, wie das wohl zu und her ging in den Gemeinden von Rom, Korinth oder Kolossä. Die Nachricht macht schnell die Runde, dass ein Brief von Paulus angekommen sei. Schnell versammelt sich die Gemeinde, weil sie wissen will, was er schreibt. Sie möchten Antworten auf ihre Fragen erhalten und Neues lernen.

Die von uns angestrebte Neugier wird in der Psychologie als epistemische Neugier bezeichnet. Sie fasst ein spezifisches Verhalten zusammen, bei dem es um das Suchen von Informationen und damit das Aneignen von Wissen geht. Epistemische Neugier gilt heute als Persönlichkeitsmerkmal. In ihr bündeln sich Verhaltensweisen wie die Lust, Neues zu entdecken, Neues zu lernen sowie die Freude am Lösen von Problemen. Eigenschaften, die heute als Kernkompetenzen von Führungskräften und Mitarbeitern erwartet werden. Diese Kernkompetenz ist auch für uns als Mitarbeitende im Reich Gottes bedeutsam.

Entscheidest du dich mit mir, die Bibel mit epistemischer Neugier zu lesen, darauf aus zu sein, Informationen zu erhalten? Nebst unserem persönlichen Gewinn in unserer Gottesbeziehung werden wir die so erlangte Kernkompetenz auch an unserem Arbeitsplatz einbringen und unsere Mitmenschen beschenken – und wir machen einen deutlichen Unterschied zur verpönten Schaulust.

Und die Botschaft kann nur verkündet werden, wenn jemand den Auftrag dazu bekommen hat. Genau das ist ja auch geschehen, denn es heisst in der Schrift: «Was für eine Freude ist es, die kommen zu sehen, die eine gute Nachricht bringen!» Römer 10,15