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Weihnachten bei Pastor's Interview mit Frank Bigler, Pastor der FEG Gwatt

Freust du dich auf die Weihnachtszeit, oder wird sie dir zu viel?

Weihnachten ist für mich immer noch eine ganz besondere Zeit. Eine Zeit, in der ich in meinem Büro Kerzen anzünde, die mich an das Licht erinnern, das durch Jesus vor 2000 Jahren in die Welt kam.

Und doch kommt es immer wieder vor, dass mir Weihnachten zwar nicht zu viel wird, aber durch das Zuviel an Rummel und Arbeit nicht wirklich Freude aufkommt. Im Bereich der Predigten habe ich oft den Eindruck, zu Weihnachten nichts Neues mehr sagen zu können. Doch immer wieder werde ich dann überrascht, wie mir beim Lesen des Weihnachtsgeschehens doch wieder neue Aspekte der Weihnachtsbotschaft gross werden.

Gibt es bei Biglers besondere Weihnachtsbräuche oder Traditionen?

Etwas, das bis heute bei unserer Familienweihnachtsfeier auch mit unseren erwachsenen Kindern nicht fehlen darf, ist die Weihnachtsgeschichte, die ich nach dem Bericht des Lukasevangeliums mit unseren Krippenfiguren nacherzähle. Dabei wird jeweils die ganze Familie miteinbezogen, indem sie einmal den Wirt spielen oder die Engel, die «Ehre sei Gott in der Höhe» singen. So wird Weihnachten immer wieder neu auf Bigler-Art und Weise lebendig.

Familie Bigler
Was war dein schönstes Weihnachten?

Als Sohn eines Altersheimleiters sind mir die gemeinsamen Weihnachtsfeiern mit den vielen alten Menschen besonders eindrücklich in Erinnerung geblieben. Zusammen mit meinem Bruder haben wir Flötenstücke, Gedichte und Lieder einstudiert. Es waren besinnliche Feiern, die so manche Herzen zu Tränen rührten.

Wie geht ihr mit Geschenken um?

Anfänglich hatte ich die Weihnachtsgeschenke als etwas Unnötiges betrachtet und die Meinung vertreten, dass man das unnötige Hin-und-her-Schieben von Geld auch lassen könne. Oder dass sich besser jeder selbst das kaufen würde, was er sich wünscht. Doch meine Frau und meine Kinder haben mich gelehrt, was für ein Schatz in einem Geschenk liegen kann, das mit viel Liebe und Wertschätzung für den anderen ausgesucht wurde. Es bringt letztlich etwas davon zum Ausdruck, wie wichtig mir der andere ist.

Was würdest du am Weihnachtsrummel ändern, wenn du könntest?

Dass nicht mehr der Stress des gegenseitigen Beschenkens im Mittelpunkt steht, sondern die eigentliche Botschaft von Weihnachten, des persönlichen Beschenktseins.

Wie feiert ihr als FEG Gwatt Weihnachten?

Für uns als Ehepaar war immer wichtig, dass wir an Weihnachten gemeinsam einen Familiengottesdienst wie als grosse Familie erleben durften, der das Geschehen von Weihnachten wieder aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln aufleuchten liess. Heute steht sicher immer mehr im Fokus, dass der Weihnachtsgottesdienst bewusst dazu genutzt wird, die Botschaft von Weihnachten auch Menschen zugänglich zu machen, die die Bedeutung von Weihnachten nicht (mehr) kennen.

Sind die Menschen an Weihnachten offener für das Evangelium?

Sicher haben alle kirchlichen Festtage immer noch das Potential, Menschen mit der wahren Bedeutung dieser Feste zu erreichen. Und ganz besonders die Weihnachtszeit mit dem warmen Kerzenschein mitten in der kalten Jahreszeit hat in unseren Breitengraden immer noch das Potential, Herzen zu erwärmen.

Du erzählst die Weihnachtsgeschichte mit Sandmalen. Warum machst du das? Und wie ist es dazu gekommen?

Ich suche immer wieder neue Wege, die biblische Botschaft möglichst anschaulich zu verkündigen. Als ich vor gut einem Jahr das Sandmalen entdeckte, fand meine erste Sandmal-Aufführung in Form eines Adventsfensters auf Grossleinwand vor unserem Haus statt. Als ich erlebte, wie Nachbarn, die eigentlich nichts mit dem Glauben am Hut haben, z.T. mit Tränen in den Augen die in Sand gemalte Weihnachtsgeschichte miterlebten, entstand mein Wunsch: Ich möchte Menschen mit Sandmal-Geschichten zum Leben und Glauben ermutigen.

Warum ist es wichtig, die Weihnachtsgeschichte neu zu erzählen?

Die Weihnachtsgeschichte, in Sand gemalt, lässt die Botschaft von Weihnachten auf eine ganz andere Art und Weise lebendig werden. Die in Sand gemalten Bilder, untermalt von biblischen Texten und Musik, schaffen einen ganz neuen Zugang zu den Herzen der Menschen. Ganz besonders auch zu Menschen, die noch keine lebendige Beziehung zu Gott haben.

Herzlichen Dank für das Interview und fröhliche Weihnachten!

Credits:

Erstellt mit Bildern von Aaron Burden - "Two pine cones" • Toa Heftiba - "Cozy Christmas coffee" • Galina N - "untitled image" • Donnie Rosie - "Rays of sunshine were hitting the fresh snow powder on the bows of these Hemlocks, Pennsylvania’s state tree."