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Ohne mich!!! Peter Schneeberger

«Ohne mich!» Wie schnell ist dieser Satz gesagt. Ein kleinbürgerliches Sofachristsein hat in christlichen Kreisen Einzug gehalten. Aufrufe der Gemeindeleitungen, beim Bau der Gemeinde mitzuhelfen, verhallen am Couchtisch. Doch dieser Satz «Ohne mich!» ist nicht besonders neu.

Als Gott Jona, den Propheten zu einem wirklich schwierigen Auftrag beruft, flieht der in die entgegengesetzte Richtung. Doch Gott lässt ihn nicht los. Ausgespuckt vom Fisch, liegt Jona am Meeresrand und Gott spricht ein zweites Mal zu ihm:

«Mach dich auf, geh in die grosse Stadt Ninive und predige ihr, was ich dir sage! Da machte sich Jona auf und ging hin nach Ninive, wie der HERR gesagt hatte. Ninive aber war eine grosse Stadt vor Gott, drei Tagereisen gross.» Jona 3,2–3.

Mich begeistert diese Passage. Gott gibt Jona eine zweite Chance, mit dem gleichen Auftrag. Gott vergisst das Versagen von Jona und schickt ihn los nach Ninive. Gottes Liebe lässt sich nicht aufhalten und sie ist vergebend.

Mittlerweile hat die Bibel eine andere Sicht von Ninive. War Ninive in Kapitel 1 noch eine grosse und böse Stadt, ist es in Kapitel 3 nur noch eine grosse Stadt vor Gott. So sieht Gott unser Umfeld. Nicht als böse Stadt, sondern als Stadt vor seinen Augen, die seine Erlösung und Liebe braucht.

Und er ruft dich und mich in diese Stadt als prophetische Stimme. Mit welcher Botschaft? Mit der Botschaft, dass unser Leben begrenzt ist. Die Corona-Krise macht uns deutlich, dass unser Leben, unsere Beziehungen und unsere wirtschaftliche Strahlkraft beschränkt und endlich ist. Hören wir diesen Weckruf? Es ist kein Weckruf der Angst. Ninive hatte keine Ahnung vom Gott Jonas. Sie haben den Heiligen Geist gehört, der ihr Herz öffnete und sie erkennen liess, dass es wahr sein könnte mit diesen 40 Tagen Schonfrist.

Liebe Freunde, lasst uns beten. Gott benutzt mit der Corona-Krise ein grosses Megafon, um in diese Welt zu schreien, eure rosige Zukunft könnte enden. Schneller als ihr denkt. Ninive ist umgekehrt. Was wird die Schweiz machen? Ich bete dafür, dass sie umkehrt.

Wir haben den gleichen Gott wie Jona. Das ist meine Hoffnung.

peter.schneeberger@feg.ch