K&G GO ICELAND • 3 REYKJAVIK DAYTRIPS

Unser 3. Tag in Island war eher durchwachsen. Voller Tatendrang störte der Wecker um 7.30 Uhr unserer kurzen Ruhephase. Die hatten wir um 4 Uhr in der Früh begonnen. Hoffnungsvoll blickten sofort alle aus dem Fenster und erkannten wieder nur eine graue milchige Suppe. Nebel... NEEEEIIIINN.

Alles wäre ok, bloß nicht Nebel. Vor allem tief hängender Nebel ist die Hölle. Er tötet Kontraste und macht Bilder flau und raubt ihnen jegliche Tiefe. Also konnten wir uns für die morgendliche Dusche etwas Ruhe gönnen. Im Halbschlaf taumelte also jeder von uns der Reihe nach unter die Schwefeldusche um die morgendliche Portion faulige Eier direkt ins Gesicht zu bekommen. Immer positiv denken, soll ja gegen Hautunreinheiten helfen, gell! Wenn man sich an den Gestank gewöhnt, dann sollte man Island schnell verlassen. Man verbindet eine Dusche einfach nicht mehr mit Reinheit sondern eher mit Ekel. Aber ich möchte mich hier nicht beschweren sondern die positive Seite von Island beschreiben. Denn gerade als wir in unserem Hostel fertig waren riss der Himmel auf und die Sonne knallte herab. Wir sprinteten ins Auto und fuhren los. Ziel waren die Lavafelder direkt um Reykjavik herum.

35mm f2

Dort drehten wir die ersten Vidoes in Island. Die Location war einfach nur der Hammer und wir konnten sogar währenddessen noch ein Zeitraffer machen.

Das schöne an Island ist für uns dabei die halbhohe Sonnenposition. Die Sonne steht schön kontrastreich am Himmel aber nicht zu hoch um im Video zu stören. Wir mussten gestern auch feststellen dass die Mittagssonne in Island beim Filmen sehr schön ausschaut während ein späterer Termin für Fotos besser ist.

Für uns ist Island Autofahren. Gefühlt haben wir schon in 2 Tagen 2000 km auf irgendwelchen Küstenstraßen verbracht. In Wahrheit waren es 2 Tankfüllungen und ca. 1000km. Sitzfleisch braucht man da wirklich!

Total lustig wie wir einfach mal kurz über 100km in den Osten fahren um eine kleine Quelle zu finden. Distanzen sind eben etwas anders hier als in Deutschland.

Wir wechseln uns gegenseitig beim Fahren ab und jeder darf sich mal von der Rückbank aus entspannt der Landschaft widmen. Dabei fotografieren wir unglaublich viel aus dem Auto heraus. Anfangs versuchten wir noch anzuhalten und auszusteigen. Zwischenzeitlich fahren wir einfach nur noch langsamer. Sonst würden wir nie ankommen sondern jede 50m anhalten und aussteigen. Kennt ihr das? Wenn das Fotografieren einem so aufhält, dass man das Tagesziel aus den Augen verliert.

35mm f2

Das faszinierende in Island ist die Landschaft selbst. Innerhalb von einigen wenigen Kilometern ändert sich die komplette Erscheinung einer Region. Von farbig, lebendig grün auf trist und farblose Steinwüste. Und das ist jetzt nur ein Beispiel von vielen. Kaum ein Land ist so wechselhaft auf kleinstem Raum. Wir fahren seit gestern auf einem kleinen Teilgebiet der Insel umher und haben die wahre Dimension noch gar nicht erkannt.

Darf ich an dieser Stelle einfach mal vorstellen. Neben Marc und mir sind noch Julian und Philip mit und unterwegs. Julian ist bei uns Assistent und Philip einer unserer besten Freunde. Selbst ist er an der Kamera besser als Marc und ich zusammen, gibt es aber nie zu.

Philip ist mit uns in Island um zu helfen und selbst für sein Videoportfolio Material zu sammeln. Da kommt es auch für uns praktisch dass er kurzerhand die Red eingepackt hat. Zwei fliegen mit einer Klappe geschlagen. Wie wir das machen so handhabt Philip auch einen sehr unbeschwerten Umgang mit Material. Mi casa es su casa in digitaler Form sozusagen. Also teilen wir uns das Material auf und jeder nutzt, was er für sein Projekt braucht.

Für den Nachmittag hatten wir einen Helikopterflug geplant. Aber just in dem Moment, als wir aufgebaut und vorbereitet am Flughafen standen, zog der komplette Himmel abermals mit tief hängendem Nebel zu. Nichts war mehr zu erkennen und wir beschlossen gemeinsam mit dem sehr fotoerfahrenen Piloten den Trip zu verlegen. Der Dunst war so dick und tief, dass selbst im Tiefflug kein wirklich sinnvolles Fotografieren möglich gewesen wäre. Also nutzen wir die Zeit mit Übungen und Vorbereitungen. Welche Tür können wir aushängen und wer fliegt in der Seitentüre mit. Wer kann wo fotografieren und wie kriegen wir die RED gesichert. Das Ganze dauerte 2h und ich muss sagen der nette Herr von REYKJAVIK HELICOPTERS war wahnsinnig hilfsbereit.

Nach dem Flughafen beschlossen wir einen kurzen Happen zu essen. Island ist sehr amerikanisch. Überall gibt es Diner und FastFood und so beschlossen wir in einen Grill zu gehen und Burger und Ribs zu futtern. So gestärkt machten wir uns wieder auf den Weg. Zwischenzeitlich war es endlich 20 Uhr und wir konnten in die Nacht starten. Ziel waren Langzeitbelichtungen und am Besten ohne Graufilter. Graufilter reduzieren die Bildqualität. Aber Pustekuchen. Die isländische Nacht ist so hell, dass wir selbst um 24 Uhr noch einen starken ND64 brauchten.

Wir probieren natürlich auch die eine oder andere Spielerei und hier hält Julian gerade eine ActionCam mit 240fps in den Wasserfall. Sieht echt mega geil aus wie der Wasserfall in SlowMotion auf die Kamera herunter prasselt.

Das Schöne an unserem Trip in Island ist gleichzeitig auch das Schlimme für uns. Man könnte sagen wir haben keinen Masterplan, man könnte es aber auch anders formulieren. Wir sind und bleiben spontan und können machen was immer wir wollen. Gestern war genau so ein Moment der zeigt wie großartig Planungsfreiheit ist. Wir waren gerade am Fotografieren des Wasserfalls verborgen unter einer massiven Wolkendecke aus Dunst und Nebel als wir in der Ferne einen Schimmer Sonne erkannten. Wir sprangen ins Auto und fuhren tatsächlich über 60km um direkt an die Küste zu kommen. Uns siehe da, der schönste Sonnenuntergang kam hervor. Die Wolken hingen über der kompletten Insel nur nicht über der Küste. Wir wurden mit tollen Stunden Sonnenuntergang belohnt. Plötzlich begann jeder wieder wie bescheuert zu fotografieren und es war grandios. Tolle Wolken, tolle Umgebung.

Irgendwie belohnt ein solcher Sonnenuntergang mehr als ein ganzer Tag voller Sonne. Denn ein Sonnenuntergang mit dicken Wolkenformationen ist doch viel schöner als ein langweiliger, wolkenloser Himmel.

15-30mm f2.8

An dieser Stelle möchte ich dann doch auch wieder etwas über die Fotografie in Island schreiben. Wir haben uns gezielt für zwei Hauptlinsen auf unserem Trip entschieden. Zwei absolute Extreme sind genau richtig für dieses ebenso extreme Land. Einerseits das 15-30mm f2.8 VC von Tamron und dann ebenfalls von Tamron das 150-600mm VC Supertele für Vollformat. Mit diesen beiden Linsen kann man dieses Land großartig einfangen. Unsere anfängliche Überlegung war auf das 24-70 und das 70-200 zu setzen. Das haben wir aber sehr schnell überworfen. Wir haben die Linsen zwar dabei aber die Looks der beiden extremeren Linsen sind so viel atemberaubender, dass die Standardobjektive meist im Rucksack bleiben. Diesen Tipp kann ich schon mal geben! Extreme Linsen machen extrem geniale Fotos!

35mm f2

Kommen wir zum Abschluss des Tages. Wir haben nämlich nicht nochmals eine Nacht durchgemacht sondern mussten irgendwie doch ins Bettchen. Gestern kam in Deutschland die Frage auf, wie hell es denn um Mitternacht wäre. Hier ein Foto um 2 Uhr in der Früh aufgenommen auf den Straßen von Reykjavik. Wie man sieht, nicht mal die Laternen werden hier angemacht. :)

35mm f2

Das wars dann auch für heute. Der Heliflug steht dann hoffentlich für morgen und dann verabschieden wir uns auch vorerst aus Reykjavik und fahren fast an den nördlichsten Punkt von Island.

35mm f2

Drückt uns die Daumen mit dem Wetter für heute...

LG Martin

Created By
Martin Krolop
Appreciate
(C) Krolop & Gerst www.krolop-gerst.com/blog

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