Loading

Winterfreuden trotz eiseskälte, so macht der winter richtig spass

Draußen unterwegs sein, bei Temperaturen von minus 20 Grad und mehr, das soll Freude machen? Für viele undenkbar. Schade eigentlich, denn gerade dann, wenn man den vermeindlichen Hund nicht mehr vor die Tür jagt, macht das Outdoorleben so richtig Spaß.

Tipps für den Aufbau des Zeltes:

Bei viel Schnee und Eiseskälte das Zelt nie in der Nähe von Bäumen aufstellen. Wird die Schneelast auf Bäumen zu hoch, genügt oft nur eine kleine Windböe und Äste brechen ab, ja sogar dicke Baumstämme können brechen. Daher, hohe Bäume meiden und außer Fallreichweite bleiben.

Ist der Schnee steinhart gefroren, wird man mit den herkömmlichen Zeltheringen nicht viel anfangen können, dann ist Improvisieren angesagt. Je nachdem, was man dabei hat, oder vor Ort zu finden ist, können Wanderstöcke, Skier, Schneeschaufel, Steine, Äste etc. – richtig – verankert als Ersatz einspringen.

Zelteingang immer zur windabgewandten Seite ausrichten, um den Eingang vor Schneeverwehungen zu schützen. Außerdem, wer in den Bergen unterwegs ist, sollte einen vor Lawinen geschützten Platz suchen.

Liegt viel Schnee und gibt es keine ebene Fläche für das Zelt, dann muss man sich die ebene Fläche eben selbst schaufeln. Wie das geht, zeigen wir in diesem Beitrag. Wer länger an einem Ort bleiben möchte, kann sich auch ein Iglu bauen, aber darüber berichten wir ein anderes Mal.

Zieht euch warm an!

Aber nicht zu warm und das bedeutet, nicht Zuviel und nicht Zuwenig und hängt natürlich stark davon ab, was man gerade tut, wie kalt es ist und dem persönlichen Kälteempfinden. Hier kommt das berühmte Zwiebelprinzip zum Tragen, denn eine Jacke und Hose für alles gibt es nicht. Je nach Kälte und Aktivität kommen ein, zwei oder drei Schichten dazu oder weg.

Black Yak Heavy Duty Down Jacket

Das BlackYak Heavy Duty Down Jacket hielt mich auch bei den Polarlichtaufnahmen am Nordkap, trotz eisigem Wind, wohlig warm. Die 750 cuin (Bauschkraft) Gänsedaunen sorgten für eine hervorragende Wärmedämmung. Was wir sonst so drüber und drunter zogen und bei welcher Aktivität, darüber mehr im 2. Teil.

Das letzte Bild zeigt die Sea to Summit Comfort Plus Insulated Isomatte.

Der richtige Schlafsack

Gibt es den überhaupt? Nicht wirklich und wenn, dann nur unter bestimmten Bedingungen. Auch im Schlafsack sollte man – für einen entspannten Schlaf – sich wohlfühlen und nicht frieren. Einen Schlafsack für alles gibt es daher nicht. Die persönliche Wohlfühltemperatur hängt natürlich auch wieder vom eigenen Kälteempfinden und den zu erwartenden Außentemperaturen ab und bestimmt den „Loft“ (Bauschkraft/Wärmedämmung) des Schlafsacks.

Jetzt gibt es ein kleines Problem und kaum jemand schreibt darüber. Die Außentemperaturen auch im Winter unterliegen heutzutage großen Schwankungen. Auf unserer Skandinavientour im Februar letzten Jahres hatten wir des Nachts Temperaturen von -5° C bis zu -28° C. Der kuschelige Expeditionsschlafsack, der einen auch bei -40° C überleben lässt, würde für die -28° C sicher passen, bei -5° C aber zur Sauna. Den Reißverschluss öffnen ist sicher keine Lösung. Also, was tun?

Die Antwort ist ganz einfach. Auch hier gilt das Zwiebelprinzip. Zwei Schlafsäcke richtig kombiniert, decken einen großen Temperaturbereich ab. Man muss nur darauf achten, dass beide gut zusammenpassen.

Meine Kombination sah so aus: Bei -5° C reichte mir den Neutrino Endurance 600 von Rab und auch bis -10° C kam ich mit ihm gut zurecht. Wurde es kälter, dann stopfte ich den Questar HD 3 Season von Thermarest in den Rab. Beides zwei hochwertige Daunenschlafsäcke, mit wasserabweisender „Nikwax Hydrophobic Down“ befüllt. Wie schon weiter oben geschrieben, das persönliche Kälteempfinden spielt dabei eine große Rolle und sollte als Entscheidungshilfe, ob mehr oder weniger Füllung erforderlich ist, herhalten. Frauen sollten speziell auch nach Schlafsäcken für Frauen Ausschau halten. Die weibliche Anatomie unterscheidet sich bekanntlicherweise von der männlichen und zum Glück gibt es heute entsprechende Schlafsäcke mit extra Isolierung im Fuß- und Hüftbereich sowie mit schmaler geschnittenem Schulterbereich.

Thermarest und Rab, das Traumpaar für mich.

Um die Frage vorwegzunehmen. Natürlich eignen sich auch Schlafsäcke mit Kunstfaserfüllungen, diese sind dann aber größer und schwerer, wenn sie den gleichen Temperaturbereich abdecken sollen. Deren Vorteil, sie sind deutlich billiger als hochwertige Daunenschlafsäcke und Feuchtigkeitsunempfindlicher, d. h. sie verlieren, wenn sie nass werden, nicht komplett ihre Isolationskraft, was bei herkömmlicher Daune der Fall ist – hydrophob behandelte Daune allerdings auch nicht.

Egal, ob Daune oder Kunstfaser, in beiden Fällen sollte man darauf achten, dass die Schlafsäcke immer gut gelüftet werden und man sollte dafür sorgen, dass sie möglichst wenig Wasser aufnehmen müssen. Wasser von außen lässt sich vermeiden und ein Flüssigkeitsverlust durch übermäßiges Schwitzen im Schlaf auch. Hier hilft eben das besagte Zwiebelprinzip. Der gesunde menschliche Körper gibt pro Nacht so zwischen 0,2 und 0,8 Liter Schweiß ab. Damit diese Menge sich nicht im Schlafsack verliert, auf keinen Fall nackt in den Schlafsack kriechen. Wir empfehlen lange Unterwäsche aus Merinowolle, die einen großen Teil der Körperfeuchtigkeit aufnimmt.

Punktum, es sollte einem weder zu warm noch zu kalt im Schlafsack werden. Und sollte mal in einer Nacht die Wohlfühltemperatur der Schlafsackkombination in den Minusbereich überschritten werden, braucht es noch lange keinen wärmeren Schlafsack. Lange, warme Unterwäsche, ein kuscheliger Fleecepulli, ein Schafsack Inlett und eine warem Mütze über den Kopf reichen meistens aus.

Extrem wichtig, gute Isomatten, die die Bodenkälte abhalten

Eine einfache Isomatte reicht im Winter natürlich nicht aus, sondern es braucht welche, die die Kälte vom Boden abhalten. Alle namhaften Isomatten-Hersteller (Exped, Thermarest, Sea to Summit) haben Matten für die kalte Jahreszeit im Programm. Wie gut sie isolieren, lässt sich am der R-Wert (Wärmewiderstandswert) erkennen. Ein R-Wert von 3 geht bis -5° C, R4 bis -11° C, R5 bis -17° C und R6 bis -24° C. Und natürlich, je höher der R-Wert, desto teurer die Matte. Aber es geht auch anders, denn es lassen sich auch mehrere Schaumstoff-Isomatten (vorzugsweise aus geschlossenporigem Schaum) stapeln. Auch Kombinationen aus Schaustoffmatten und aufblasbare Matten sind denkbar. Unsere oben im Bild gezeigte Sea to Summit Isomatte mit R-Wert 5 schlägt immerhin mit 220 Euro zu Buche. Spricht etwas gegen die Stapelmethode von mehreren Matten, außer dem höheren Packvolumen? Nein, diese könnte sogar für mehr Komfort sorgen. Einfach mal ausprobieren.

So schön kann Winter sein!

Der 2. Teil folgt in Kürze mit traumhaften Winterbildern und weiteren Tipps.

Zurück zur:

Report Abuse

If you feel that this video content violates the Adobe Terms of Use, you may report this content by filling out this quick form.

To report a copyright violation, please follow the DMCA section in the Terms of Use.