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Scoppio

Von Spoleto kommend sind es rund 16 Kilometer oder 19 Minuten auf der SR418 bis zum Abzweiger, biegt dann rechts ab und fährt und fährt und fährt noch 5,8 Kilometer auf unbefestigtem Weg bis Scoppio. Diese wenigen Kilometer ziehen sich endlos dahin und nach 20 Minuten schleicht so ein "Bin-ich-noch-richtig" und "Kann-doch-nicht-sein-dass-es-so-lange-dauert" in den Kopf. Der Weg wird auch immer unwegiger und wir halten kurz an, steigen zum "Beinevertreten" aus dem Fahrzeug, ein paar Schritte bis zur Böschung und hundert Meter vor uns taucht wie von Geisterhand Scoppio auf. Ein filmreifer Moment.

Scoppio ist ein kleines verlassenes Dorf mit sechs, sieben Häusern und einer Kirche, gebaut auf einem Felsvorsprung mitten in den Bergen. Spuren der Mauern gehen auf das 14. Jahrhundert zurück. Verlassen wurde der Ort 1950, als Erdbeben schwere Schäden am Gemäuer verursachten.

Come in and find out

In der kleinen Kirche San Pietro sind Fresken – soweit erhalten – des Spoleto Malers Piermatteo Piergili zu bewundern. Die Fresken stammen aus dem 15. Jahrhundert.

Manche Räume lassen darauf schließen, dass sie ab und zu für das ein oder andere Gelage herhalten müssen.

Einblicke und Ausblicke

Faszinierend. Wenn der Mensch sich nicht kümmert, holt sich die Natur verlorenes Territorium zurück.

Hier führt auch die Martani Trekkingroute vorbei. Es handelt sich dabei um eine Wanderroute mit einer Gesamtlänge von 120 km mit knapp 5000 m bergauf und 4500 m bergab, unterteilt in neun Etappen. Zwei Routen davon treffen sich in Scoppio. Diesmal haben wir dafür keine Zeit, ist aber ein Grund, wieder hierher zu kommen. Wer Interesse hat, kann sich hier die GPS-Daten herunterladen und die Routen auf der Karte ansehen.

Besuch der Olivenölmühle

ANTICO FRANTOIO CARLETTI

An der Via Camesena 1 in Campello sul Clitunno, 12 Kilometer nördlich von Spoleto im Herzen Umbriens, besuchen wir die Ölmühle Antico Frantoio Carletti. Seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wird hier feinstes Olivenöl nach der alten traditionellen Methode hergestellt. Wir haben unseren Besuch nicht angekündigt, sind einfach so hereingeschneit und wurden herzlich begrüßt.

Das familiengeführte Unternehmen arbeitet noch immer nach den alten Techniken des Erntens und Pressens von Oliven, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Zudem ist Campello sul Clitunno berühmt für sein natives Olivenöl extra. Das hat mit dem besonderen Klima, den Eigenschaften des Bodens und natürlich dem Herstellungsverfahren zu tun. MORAIOLO ist die in diesem Gebiet vorherrschende Sorte. Es hat eine intensive grüne Farbe und schmeckt angenehm fruchtig. Davon konnten wir uns überzeugen.

Der Produktionsablauf:

Der Juniorchef Settimio Carletti ließ es sich nicht nehmen, uns persönlich den gesamten Prozess zu erklären. Das Öl wird mit sardischen Granitmühlsteinen, hydraulischen Pressen und Abscheidern gefördert. Ein wichtiges Verfahren, das die Herstellung eines nativen Olivenöls "First Cold Press" möglich macht und dadurch keinen Temperaturschwankungen ausgesetzt ist. Sobald die Oliven zerkleinert sind, wird die Paste gesammelt und von einem "Kneter" in Bewegung gehalten, der sie auf kreisförmigen Membranen verteilt, die "Fiscoli" genannt werden. Ist eine Säule fertiggestellt, kommt sie in die Presse. Die 300 kg schwere Rapanelli-Hydraulikpresse braucht eine Stunde, um den notwendigen Druck von bis zu 400 Atmosphären zu erzeugen. Heraus kommt Wasser und Öl, das ein Abscheider trennt. Das Öl wird keinem künstlichen Filtrationsprozess unterzogen, sondern auf natürliche Weise dekantiert.

Ein kurzer Videoclip:

Coming soon:

Lost Place No. 4 Marzana

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Credits:

© Herbert Worm