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Beten als ob das Gebet etwas bewirken würde FEG Jugend

Der Motivationsanlass, den wir mit Heinz Strupler geplant und durchgeführt hatten, war super! Heinz hatte uns total eingehei(n)zt und wieder wachgerüttelt für die Realität von Gottes Reich in dieser Welt. So stand er beispielsweise mitten im Restaurant auf, ging zu einem Heizkörper und rief laut, so dass es nicht nur wir, sondern gleich alle anwesenden Gäste hören und sehen konnten: «Es ist wichtig, dass wir aufwachen, denn die Menschen gehen ohne Jesus verloren!»

Michael Dufner, michael.dufner@feg.ch

In dem Moment wusste ich nicht, ob ich mich schämen oder ob ich begeistert sein sollte. Klar, so ist Heinz einfach. Ich würde so etwas nicht machen. Aber wieso eigentlich nicht? Ist mir die Verlorenheit der Welt wirklich dermassen gleichgültig, dass ich einfach ruhig dasitzen kann und mich nicht bewegen muss? Bringt mich die Botschaft von Jesus wirklich nicht mehr zum Aufspringen? Klar doch, innerlich schon, aber man kann doch nicht…

Während ich diesen Gedanken nachhing, hörte ich den Satz: «Bete, als ob das Gebet etwas bewirken könne.» Wow, der sass! Ich merkte – und sah das gleichzeitig in meinem Kopfkino – wie ich bete und dabei hoffe, dass Gott alles erledigt. Dabei wusste ich doch: Es ist eine Wechselwirkung. «Bete, wie wenn alles Arbeiten nichts nützen würde und arbeite, als ob alles Beten nichts nützen würde!» So lernten wir es im Studium.

Doch ich habe eher einen delegierenden Gebetsstil entwickelt. Ich bete, dass Gott Mitarbeiter schicken möge und dann warte ich, bis er es tut – statt aktiv zu werden, zuzuhören und die Namen, die mir in den Sinn kommen, aufzuschreiben und nach dem Prüfen jemanden auch konkret anzufragen. Ich bete, dass Gott die Menschen in den Gottesdienst rufen soll, damit sie sich dort bekehren, statt dass ich aufstehe, Menschen anspreche und sie wachrüttle. Zugegeben, die «Hei(n)zung» würde ich immer noch nicht benutzen – obwohl mir da gerade die vier Freunde in den Sinn kommen, welche sogar ein Dach abgedeckt hatten, um ihren Freund zu Jesus zu führen! Und Jesus lobte ihren Glauben. Also, ich will aufstehen und tun, was er mir sagt.

Doch dazu muss ich erst zwei Dinge in meinem Gebetsleben ändern: Meine Erwartungshaltung und die Dringlichkeit. Oft bete ich einfach. Nein, ich will aufstehen und meine Gebete ernsthafter formulieren, aufschreiben und konkret dranbleiben!

Das will ich genauer erklären: Zwei Bauern bitten Gott um Regen, denn ihre beiden Felder sind ausgetrocknet. Nach dem Gebet geht nur einer hinaus aufs Feld und bereitet es für den Regen vor, der andere bleibt zuhause. Wer handelt im Glauben?

Doch es gibt noch eine andere Ebene, die fast ebenso tragisch ist: Wenn der Bauer nämlich nach dem Beten rausgeht und das Feld vorbereitet, weil Gott aufgrund seines Gebetes den Regen schenken muss. Gott lässt sich nicht erpressen. Du kannst durch die Vorbereitung des Feldes nicht sein Wirken erzwingen.

Erlaube mir die Frage: Wenn du betest, rechnest du damit, dass Gott reagiert? Dass er redet? Oder «platzierst» du vielleicht – wie ich – oft einfach Gebete?

Ich will damit aufhören und wieder neu das Feuer des Gebets erleben und spüren. Ich will so beten, wie wenn das Gebet etwas bewirken könnte.

By the way: Ich habe Gott um zwei neue «Sprungbrettler» (feg-sprungbrett.ch) gebeten. Eine Woche später haben sich tatsächlich zwei Leute gemeldet. Unglaublich!

Bleibt die Frage: Wieso habe ich eigentlich nur um zwei gebeten???

Wofür beginnst du zu beten, so, als ob dein Gebet etwas bewirken würde?