Wangerooge AktivwoChe auf der Nordseeinsel

Nordsee, das ist der ewige Wind, der mir die Haare zersaust, Wolkenberge, Wellen, die an den Strand branden. Der Blick wird nicht begrenzt an der Küste, und der Trubel der Großstadt scheint fern und unwirklich. Ich verbringe eine Woche auf Wangerooge, der zweitkleinsten der ostfriesischen Inseln. Ein Paralleluniversum zu Köln. Und auch darum so reizvoll.

Am Strand und im Inseldorf auf Wangerooge.

Es ist eine BKK Aktivwoche, die mich nach einem Aufenthalt auf Borkum in diesem Jahr nach Wangerooge führt. Montagmorgen, halb zehn, wir stehen mit Nordic Walking Stöcken, deren Schlaufen um unsere Handgelenke gelegt sind, am Strand. "Ist der Stock hinten, lässt die Hand los", erklärt uns Sabine, die unsere Ansprechpartnerin in den kommenden Tagen ist. "Ist der Stock vorne, greift die Hand wieder zu." Nordic Walking ist nicht mein Lieblingssport, aber die Muscheln am Wassersaum, die dicken Wolken und der Wind, der Sabines Stimme in die Weite trägt, das ist Inselfeeling pur. Und der Grund, warum Touristen nach Wangerooge kommen.

Am Strand

Die zweitkleinste Insel ist seit 2014 zertifizierter Thalasso-Standort. Sabine sagt, manchmal bräuchte Selbstverständliches einen neuen Namen: Die salz- und jodhaltige Luft der Region ist schließlich schon lange bekannt für ihre Wirkung bei Atemproblemen, und auch dass die reflektierende Sonne bei Hauterkrankungen hilft, ist nicht neu. Aber jetzt heißt es Thalasso. Wer auf dieser Welle mitschwimmt, soll drei bis vier Stunden am Tag draußen sein. Dazu gibt es im Wangerooger Urlaubsbgeleiter, einer dünnen Broschüre, sogar vier Beschreibungen spezieller Spaziergänge, die verschiedene Reizzonen abdecken. An der Nordseeküste ist die Luft natürlich am jod- und salzhaltigsten, Richtung Festland liegen die niedrigeren Reizstufen. Die zugehörigen Karten müssen speziell für Route 3 und 4 mit etwas Phantasie interpretiert werden. Allerdings kann man sich auf Wangerooge nicht so richtig verlaufen.

Die kleine Wangerooge-Welt

Sehr viel mehr als draußen sein kann man auf Wangerooge sowieso nicht. Das Inseldorf mit seinen etwas über 1000 Bewohnern ist schnell erkundet: Vom Bahnhof führt die Zedeliusstraße immer geradeaus zum Café Pudding, links davon ist das Schwimmbad mit Sauna, die Kurverwaltung und das Animationsbüro, rechts davon sind Ferienunterkünfte, Cafés und Restaurants. Denn irgendwo müssen die rund 15.000 Gäste, die im Sommer auf der Insel sind, ja wohnen und essen. Auf den Speisekarten der Restaurants und Imbisse findet man übrigens erfreulich viele Fischgerichte:

Nordseekrabbensuppe, Scholle Finkenwerder Art, Wangerooger Heringstopf mit Pellkartoffeln, Fischbrötchen "Insulaner" und Wangerooger Fischerschmaus mit Folienkartoffel.

Dann gibt es noch den alten Leuchtturm, der heute ein kleines Museum ist, und Bilder längst vergangener Zeiten zeigt. Auch Fotos vom Inseldorf, wie es nach dem Bombenangriff wenige Tage vor Kriegsende ausgesehen hat, nachdem gut 5000 Bomben die Insel verwüsteten. Das Nationalpark Wattenmeer Haus wird gerade umgebaut, und ich hoffe, dass die Ausstellung zum UNESCO Weltnaturerbe dann auch ihrem Status gemäß verbessert ist. Derzeit ist sie nämlich etwas verstaubt, untergebracht übrigens in der ehemaligen Grundschule. Die dort gezeigten Muscheln und ausgestopften Vögel kann man besser in echt am Strand und bei Spaziergängen sehen.

Sonnentag auf Wangerooge

Außerdem bieten die Insulaner Vorträge beispielsweise zur Seenotrettung, Meditationskurse oder ein Seminar, um Perlenketten zu kreieren. Man lässt sich also einiges einfallen, um einen Ausgleich zum kulturellen Mangel zu schaffen - und das Angebot wird angenommen: Die Meditationsrunde am Dienstagabend beispielsweise ist so groß, dass man eng zusammenrücken muss. Die meisten Touristen kommen aber wegen der Natur: Wanderungen sind in den Westen oder in den Osten der Insel möglich. Die Westtour zurück zum Schiffsanleger ist etwa zehn Kilometer lang und führt an der Jugendherberge vorbei, am neuen Leuchtturm und am Westturm - immer durch die Dünen oder an der Küste entlang. Und wem das zu lang ist, der fährt eine Strecke mit der Inselbahn.

Wanderungen nach Westen und Osten und Besuch des Leuchtturms

Nach Osten geht man ungefähr genau so lange. Immer die Siedlerstraße geradeaus, die irgendwann in einen Trampelpfad übergeht, der am Strand mündet. Dort sind noch die Reste des ehemaligen Ostanlegers. Weiter geradeaus geht man um die Ostspitze und am Stran entlang zurück. Der Deich im Osten wird derzeit erhöht und ist darum für Fußgänger gesperrt.

Weitblick

Anreiseinfo: Wangerooge

Nach Wangerooge setzt man mit der Fähre von Harlesiel über. Da dir Insel autofrei ist, kann man seinen Wagen dort auf einem Parkplatz kostenpflichtig abstellen. Die Überfahrt kostet derzeit etwa 20 Euro. Gepäck muss man aufgeben - und das kostet extra. Wer Hin- und Rückfahrt gleichzeitig löst, zahlt etwa 7 Euro. Die Fähre ist ungefähr 50 Minuten unterwegs. Auf Wangerooge wartet bereits die Inselbahn auf die Ankommenden. Sie fährt gute 20 Minuten bis ins Dorf. Dort bekommt man sein Gepäck wieder. Im Bahnhof kann man direkt seinen Kurbeitrag bezahlen. Er liegt derzeit bei 3,50 Euro pro Person und Tag.

Wolkenberge

Was ich in meiner Aktivwoche gemacht habe

Auf dem Programm standen

  • Wirbelsäulengymnastik,
  • Nordic Walking,
  • Aquafitness,
  • Entspannungsübungen wie beispielsweise Autogenes Training,
  • Herz-Kreislauftraining,
  • Vorträge zum Thema Stress und gesundes Leben sowie
  • Trommeln.
Created By
Bettina Blass
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Alle Fotos sind urheberrechtlich geschützt. Fotografin: Bettina Blass, www.opjueck.de.

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