HASSELBLAD H5D KAMERATEST

Eric Berger für FOTOCULT Magazin für Fotografie und Lifestyle

Viele Jahre hat mir meine analoge Hasselblad C500 in tausenden Fotojobs die Ergebnisse geliefert, die ich von hochwertiger Technologie erwartete. Unverwüstlichkeit gingen Hand in Hand mit Präzission, schwedische Qualität mit hochwertigsten Zeiss Objektiven. Ein Mythos der gleichzeitig Kunden beeindruckte als auch Freude am Handwerkszeug aufkommen ließ.

H5D

Mit Beginn des digitalen Zeitalters wurde das Einsatzgebiet dieser Kamera in meinem Berufssegment immer weniger und irgendwann kam der Zeitpunkt wo ich die gesamte Ausrüstung verkauft habe. Nachdem ich im Job eher im People- und Portraitbereich angesiedelt war, kam lange Zeit eine Investition ins digitale Mittelformat aus wirtschaftlichen Gründen nicht wirklich in Frage. Es war die Kombination aus menschlichen „Haben wollen…“ und dem entstehen eines neuen Marktes für hochwertigste Portraits, die mich im Juni 2013 eine H5D kaufen ließen. Der Erstkontakt war leider geprägt durch eine Enttäuschung. Bereits während der Übergabe stellte sich heraus, dass ich offensichtlich einen Sensor mit einem langen diagonalen Kratzer bekommen sollte. Ein unglücklicher Zufall in der Wahrscheinlichkeit eines Lottosechsers… Mir wäre da eigentlich der 6er im Lotto lieber gewesen. Rasch wurde aber ein einwandfreies Model nachgereicht. Ich entschied mich für den Rückteil mit 40 Megapixel, da ich in erster Linie Reisefotos und Portraits damit zu machen beabsichtigte. Meine Erstausstattung umfasste noch ein HC 80mm und ein HC 150 mm.

Die ersten Wochen meiner Hasselblad Beziehung waren ein gemeinsamer Urlaub in Spanien - ohne Lesen eine Bedienungsanweisung ging die Arbeit mit der Kamera leicht und unkompliziert. Im Vergleich mit einer anderen digitalen Mittelformatkamera war es quasi Liebe auf den ersten Klick. Der Autofocus arbeitet leise und schnell. Dafür gleicht das Auslösegeräusch einem Donnerschlag, meines Erachtens aber würdig für diese Klasse. Aber Urlaube sind entspannt und es herrscht kein Stress des Arbeitstags. Aber selbst bei 40 Grad im Schatten diente mir die H5D als unkomplizierte Reisefotokamera. Landschaften und durchaus auch Streetreportage gingen trotz schwerem Gehäuse leicht von der Hand.

Der erste Job war dann ein Fashionshooting in der Nähe von Saragossa. Hier lernte ich die True Focus Funktion lieben. Das True Focus Autofocus System ist einfach genial bei Portraits und Fashion. Eine andere Erkenntnis bei diesem Shooting war, dass die hochqualitative Obergrenze für ISO bei 200 - max. 400 ISO liegt. Bei 800 ISO ist das Rauschen bereits sehr mächtig.

Dafür spielt die Hasselblad bei 100 ISO Ihre qualitativen Vorsprünge perfekt aus. Da ich selbst die Kamera ab und an für Produktjobs, aber hauptsächlich für Portraitshootings im Studio einsetze macht mir dieser Umstand nichts aus. Im Portraitstudio ist der Vorsprung aber genial. Schnelles fokussieren wie hohe Bildfolge sind perfekt zum portraitieren. Der Bildschirm am Rückteil ist zwar ziemlich ungenau, aber dafür ist der Tonwertumfang der Dateien unkorrigiert sehr beeindruckend. Selbst ich als Photoshop Fetishist kann kaum noch irgendwelche Regler drehen um die Aufnahme zu verbessern.

Fazit, eine hochwertige digitale Mittelformat Kamera die mir nun im mehr als 48 monatigen Dauereinsatz beste Dienste erfüllt. Ein netter Nebeneffekt aus analogen Zeiten ist auch immer noch geblieben: alle Kunden, auch im Consumer Portraitstudio, kennen die Hasselblad aus analogen Zeiten und sind schon mal beeindruckt ohne dass ich den Auslöser drücke. Da ich hochpreisige Portraits anbiete ist dies auf jeden Fall schon mal ein netter Einstieg. ;-)

Text und Fotos: Eric Berger

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