Das Baden-Württemberg-Derby: VfB Stuttgart - Karlsruher SC 2:0 (1:0) Von Patrick Kuolt, Eßlinger Zeitung (Foto: dpa)

Der VfB Stuttgart traf vor 58.000 Zuschauern in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena auf den Karlsruher SC. Der VfB machte von Beginn an Druck und belohnte sich in der 27. Spielminute: Nach einer sehenswerten Kombination über Linksverteidiger Emiliano Insua und Alexandru Maxim fand VfB-Kapitän Christian Gentner mit seiner Flanke den Kopf des freistehenden Takuma Asano - 1:0 für Stuttgart. Immer wieder wurde die Partie während des weiteren Spielverlaufs unterbrochen, weil Teile des mitgereisten Karlsruher Anhangs in ihrem Block Böller und Raketen zündeten. Vor Beginn der zweiten Hälfte stand das Spiel deshalb sogar kurz vor dem Abbruch. Doch es ging weiter und der VfB legte nach: Berkay Özcan spielte den starken Maxim frei. Dessen Linksschuss parierte KSC-Torwart Dirk Orlishausen, gegen den Abstauber Asanos war er aber machtlos (61.). Am Ende gewann der VfB verdient mit 2:0 und klettert dadurch wieder an die Tabellenspitze der 2. Bundesliga, der KSC bleibt dagegen Letzter. (Fotos: dpa)

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Die Stimmen zum Spiel

VfB-Trainer Hannes Wolf

"Der Sieg ist Gold wert und Ein wichtiger Schritt auf unserem Weg, den wir gerade gehen."
"Es war ein verdienter Sieg heute, denn wir haben außer einer Situation kurz vor dem Halbzeit keine gegnerischen Torchancen zugelassen und alles wegverteidigt. Natürlich hätten wir vielleicht sogar höher gewinnen können, wenn wir die eine oder andere Situation besser ausspielen. Aber wir können zufrieden sein, denn wir haben nach vorne viel entwickelt und die Führung in der zweiten Hälfte nicht nur verwaltet. Wir sind sehr froh, dass wir das geschafft haben, denn da war doch ein bisschen Dampf drin heute. Nach der Halbzeit hatte ich kurz den Gedanken, dass ein Spielabbruch möglich ist, bin aber froh, dass alles glimpflich abgegangen ist. Nach den beiden späten Unentschieden am vergangenen Sonntag gegen Dresden und am Mittwoch in München ist dieser Sieg Gold wert und ein wichtiger Schritt auf unserem Weg, den wir gerade gehen. Trotzdem bleiben wir weiterhin bescheiden.“ (Foto: dpa)

VfB-Sportvorstand Jan Schindelmeiser

"Wenn die Fans die Abkürzung zum letzten Spieltag kennen, möchte ich sie bitte wissen, denn ich kenne sie noch nicht."
"Natürlich sind wir erleichtert. Nach den Ergebnissen der vergangenen Wochen war schon eine gewisse Anspannung da und man hat bei dem einen oder anderen gespürt, dass er nervös ist. In so einem Fall gibt es keine besseren Korrektive als gute Ergebnisse. Nun hat wieder einmal das richtige Ergebnis auf der Anzeigetafel aufgeleuchtet und das kann gerne noch häufiger passieren dieses Jahr. Unter dem Strich war es ein gutes Ergebnis und eine gute Basis für einen hoffentlich positiven Endspurt. Dass die Fans bereits Aufstiegsgesänge anstimmen, ist ein bisschen verfrüht, denn wir haben noch einige Spiele zu absolvieren. Wenn sie die Abkürzung zum letzten Spieltag kennen, möchte ich sie bitte wissen, denn ich kenne sie noch nicht. Ansonsten müssen wir jeden Gegner nehmen, der kommt und diesen ernst nehmen - und das tun wir. Zur Pyrotechnik aus dem Karlsruher Block: Ich weiß nicht, ob es vermeidbar ist, würde mir aber wünschen, dass die Menschen da insgesamt etwas vernünftiger werden. Ob das allerdings realistisch ist - ich weiß es nicht." (Foto: dpa)

VfB-Doppeltorschütze Takuma Asano

"Mir war das vorher nicht so bewusst, aber rückblickend kann man sagen: Ja, ich bin die Derby-Maschine."
"Die letzten Wochen waren nicht leicht für mich, weil ich nicht getroffen habe und meine Leistungen nicht so gut waren. Vor allem in einer Situation, wenn es bei der ganzen Mannschaft nicht so gut läuft und man dann nicht helfen kann, ist das hart. Umso mehr freue ich mich, heute mit meinen zwei Toren vor dieser tollen Kulisse etwas zum Erfolg des Teams beigetragen zu haben. Trotzdem bin ich sehr selbstkritisch und weiß, dass ich in vielen Bereichen noch Luft nach oben habe. Es gab bislang nur sehr wenige Spiele, in denen ich wirklich mit mir selbst zufrieden war." (Foto: dpa)

VfB-Mittelfeldspieler Alexandru Maxim

"Hier geht es nicht um mich, sondern darum, dass der Verein mit diesen großartigen Fans in der kommenden Saison wieder in der Bundesliga spielt."
"Die vergangenen Wochen waren nicht einfach für mich. Aber ich bin Profi und ich bin immer da, wenn der Trainer und die Mannschaft mich brauchen. Heute ist nicht wichtig, dass Alex Maxim wieder gespielt hat, sondern dass die Mannschaft nach fünf sieglosen Spielen wieder gewonnen hat. Jeder weiß, wie wichtig dieses Spiel für die Stadt und die Fans ist. Deshalb sind wir sehr froh, gewonnen zu haben und wieder auf Platz eins zu stehen. Ich bin glücklich, dass ich heute 90 Minuten auf dem Platz stehen durfte. Ich werde weiter versuchen, mich im Training anzubieten und hoffe, dass ich weitere Einsätze bekomme. Man lernt aus jeder Situation und Zeiten wie diese, in denen ich weniger Spiele mache, als ich gehofft habe, machen mich stärker. Wie gesagt, hier geht es nicht um mich, sondern darum, dass der Verein mit diesen großartigen Fans in der kommenden Saison wieder in der Bundesliga spielt." (Foto: dpa)

VfB-Verteidiger Timo Baumgartl

"Ich schätze in einem Derby gehört Pyrotechnik einfach dazu."
"Wir müssen unsere Spiele gewinnen, dann steigen wir auf. Heute haben wir nach fünf sieglosen Spielen wieder einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Angst hat man nicht, wenn aus dem KSC-Block Pyrotechnik abgeschossen wird. Ich bin der Meinung, dass es in Ordnung ist, solange das Ganze in einem vernünftigen Rahmen passiert und keiner der Beteiligten verletzt wird. Ich schätze in einem Derby gehört so etwas einfach dazu. Beim Spiel in Karlsruhe waren unsere Fans damit aktiv. In den Ausmaß wie heute ist es aber natürlich nicht toll, weil in den Blöcken nebenan auch Familien mit Kindern sitzen." (Foto: dpa)
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Patrick Kuolt
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Credits:

Alle Fotos: dpa

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