Loading

Wenn Gott eine Tür aufstosst FEG Sumiswald

Als Gemeinden wurden wir im vergangenen Jahr stark strapaziert. Mit Vorfreude, Vorstellungen und Hoffnungen ins Jahr gestartet, wurden wir immer wieder eingebremst. Vermutlich hätte ich mir diese Situation nie freiwillig ausgesucht. Und doch war es keinesfalls ein verlorenes Jahr.

Jonathan Moll, Pastor FEG Sumiswald, jo1992mo@gmail.com

Ja, vieles wurde abgesagt und wir haben unter den Umständen teilweise gelitten. Doch auch wenn Türen zugingen, durften wir erleben, dass Gott andere Türen für uns öffnete. Eine Tür, die niemand erwartet hatte, ging im November auf. Bei uns in Sumiswald kam es zu einem starken Anstieg an Corona-Infektionen im ortsansässigen Alterszentrum. Das Alterszentrum kam an seine Grenzen und man war dankbar für jede helfende Hand von aussen. Eine gute Gelegenheit für uns als Gemeinde; Menschen in Not dienen und so ein Zeugnis im Ort sein. Gott hatte uns eine Tür aufgestossen und wir mussten als Gemeinde nur noch hindurchgehen. Zu dieser Zeit konnten wir uns als Gemeinde schon nicht mehr treffen. Und so hat es mich umso mehr begeistert, dass Personen aus der Gemeinde spontan bereit waren, neben ihrem alltäglichen Job oder Studium Zeit zu investieren, um den Menschen im Alterszentrum zu dienen.

Doch Gott hat uns nicht nur diese Tür geöffnet: Er hat uns auch neue Ideen geschenkt, wie wir trotz der vielen Absagen von Anlässen und Kontaktbeschränkungen die wunderbare Botschaft von Weihnachten zu den Menschen in unserer Umgebung bringen können. So entstand zum einen ein Brief mit der Botschaft von Weihnachten, welcher mit der Post in Sumiswald und in den umliegenden Gemeinden verteilt wurde. Zum anderen wurden Weihnachtssäckli gepackt mit Guetzli, Kerzen, dem Evangelium und der Weihnachtsgeschichte. Diese Säckli waren nicht etwa für Personen aus der Gemeinde bestimmt, sondern wurden von Gemeindeleuten an Bekannte verschenkt, als Ermutigung und Zeugnis.

Bei allem wissen wir nicht, welche Auswirkungen unser Einsatz hat. Was haben wohl die freiwilligen Stunden im Alterszentrum bewirkt? Wie viele haben den Brief, der per Post kam, wirklich gelesen? Und hat jemand durch ein solches Weihnachtssäckli etwa das Wunder von Weihnachten begriffen? Wir wissen es nicht. Aber wir vertrauen darauf, dass Gott aus dem Bescheidenen, was wir ihm hinstrecken, Grosses wachsen lässt. Durch den Einsatz im Alterszentrum hat er jedenfalls eine weitere Tür aufgestossen: Für dieses Jahr bin ich zu einer Seniorenandacht eingeladen worden.

Gerade in solchen Momenten, wo Gott uns neue Türen öffnet, bekommt unser Glaube Beine. Es ist schön zu sehen, dass das, was sonntags gepredigt wird, nicht nur im Kopf hängen bleibt, sondern den ganzen Körper in Bewegung setzt. Was gibt es Schöneres als Glauben, der zu Werken führt, die Gott auch noch zuvor bereitet hat?

Ich bin gespannt, welche Türen uns Gott im Jahr 2021 öffnen wird und freue mich darauf!

Credits:

Erstellt mit einem Bild von Pexels - "dark door door handle"