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Michi und «The Fast and The Furious»

Ja, ich spiele gerne Autorennspiele auf unserer Gamekonsole. Leider komme ich nicht so oft dazu, auch weil meine Kinder diese Leidenschaft mit mir teilen. Doch letzten Winter hatte ich das Erlebnis eines Autorennspiels in echt. Nach einem Besuch in Klosters war ich mit den Kindern auf dem Nachhauseweg. In einer Linkskurve kam unser Auto plötzlich ins Rutschen. Glatteis! Innert Millisekunden realisierte ich: Diese Kurve die kriege ich nie! Ich sah mich bereits in der Leitplanke – TOTALSCHADEN!
michael.dufner@feg.ch

Es waren nur Bruchteile von Sekunden, doch innerlich war ich schon bei den Konsequenzen. Und ein innerer Schrei zu Jesus: «DIE KINDER! – HILFE!». Wie im Autorennspiel versuchte ich gegenzusteuern, kurbelte wie wild hin und her, ging auf die Bremse und versuchte, die Leitplanke nicht anzuschauen, sondern den Fluchtpunkt. Dieser Fluchtpunkt war eine kleine Öffnung zu einem Parkplatz, der in dieser Linkskurve rechts abging. Keine Ahnung wie, aber ich schaffte es, in diese Ausfahrt hinein zu driften. Doch sogleich sah ich das nächste Problem. Der Parkplatz war winzig und es standen bereits Autos auf den Parkfeldern. Teure Autos, ein Porsche, zwei Ferraris und ein grosser Landrover. Es war der Parkplatz eines Ferienhauses. «Oh nein!», schoss es mir durch den Kopf. «Da wäre die Leitplanke das kleinere Übel gewesen!» Doch plötzlich quietschte es. Unser Auto hatte wieder Griff und stellte sich quer. Ca. 10 cm vor dem Ferrari kamen wir zum Stehen. Ich sass da…… und konnte es nicht fassen. Meine Hände zitterten. Ich hatte keine Ahnung, wie das alles so gut ausgehen konnte. – Mein Verdienst konnte das nicht gewesen sein – trotz Gameerfahrung. Das war mir auf alle Fälle klar.

Meine Kinder waren mucksmäuschenstill. Niemand sagte ein Wort, bis mir ein leises «Halleluja!» über die Lippen kam. Darauf begannen alle wild durcheinander zu reden. «Papi, das war ja voll krass! Hast du das extra gemacht?» – «Nein, das habe ich nicht. Ich glaube viel mehr, Jesus hat uns ein Auto geschenkt!», antwortete ich und zeigte meinen Kindern meine zitternden Hände. Ich brauchte einige Minuten, um mich zu beruhigen, bevor ich weiterfahren konnte. Dabei erklärte ich meinen Kindern, was ich mit dem geschenkten Auto gemeint hatte, denn sie dachten nicht «im Unfallmodus». Ihnen war nicht bewusst, dass unser Auto jetzt hätte Schrott sein können, wenn uns Jesus nicht bewahrt hätte.

Das Erlebnis sass mir noch am nächsten Tag in den Knochen, auch am übernächsten noch. Ich musste sogar immer wieder ums Auto herum gehen, um zu prüfen, ob es wirklich keinen Kratzer abgekriegt hatte. Die Ausfahrt zum Parkplatz war so eng! …..… Einfach unglaublich! Aber nicht allein diese Tatsache sass mir in den Knochen, sondern auch der Moment, als ich realisiert hatte, dass ich auf Glatteis fahre. Dieses Gefühl, wenn die Kontrolle über etwas verloren geht! Und deshalb schreibe ich euch diese Geschichte, auch jetzt im Sommer, denn Umstände, die Gesundheit, die Herausforderungen im Beruf, in der Ehe oder auch mit den Kids, dies alles kann uns schneller entgleiten, als wir es für möglich halten. Es kommt oft ohne Vorahnung, ohne Vorwarnung. Und so hat mich dieses Ereignis wieder neu motiviert, mich wirklich in das zu verankern, was mir Halt gibt: Meine persönliche Beziehung zu dem Gott, der mich erschaffen hat und der mich liebt, der mich in dieser Situation bewahrt hat, in anderen aber auch durchträgt, mich aufrichtet und mich stabilisiert, wenn ich rutsche.

Ja, Jesus erleben, das ist es, was ich will. Und dafür nehme ich Stürme und widrige Umstände in Kauf. Umso cooler, wenn es gut ausgeht und wir Bewahrung erleben. Ich möchte die Nähe von Jesus nicht missen, egal wie die verschiedenen Situationen ausgehen. Ich hatte übrigens einmal einen Unfall, als ich den Fahrausweis mit 19 Jahren ganz frisch erworben hatte. Auch damals hatte ich in einer Kurve auf Glatteis die Kontrolle übers Auto verloren. Die Folge war ein Totalschaden.

Aber das ist genau der Punkt: Mein Halt ist in Jesus, wenn ich Bewahrung erlebe, aber auch, wenn alles zerbricht. Auch als Gott mich nicht vor dem Totalschaden-Unfall bewahrt hatte, war er bei mir, half mir und schenkte mir seine Nähe. Seine Nähe ist es, was ich wirklich brauche.

Credits:

Erstellt mit einem Bild von PublicDomainPictures - "sportscar car sports"