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Urlaub 2014 in der italienischen Provinz Marche in Colbordolo Localita Montefabbri Ein Besuch voller Überraschungen

Berlin Brixen Freitag, 12. Sept.

Los geht’s heute um 6 Uhr am Morgen. Wie gehabt, die A9 zwischen Berlin und München ist voll, auch weil es auf dieser Autobahn sich eine Baustelle an die Andere reiht und der Dauerregen sein Übriges bewirkte. Irgendwie ist man dann doch vor München angekommen und wir beschlossen dann, nachdem man die Schlange vor der Ausfahrt Richtung Salzburg sahen, durch die Stadt zu fahren und durch den Petuell Tunnel um das Olympiagelände auf die Autobahn nach Garmisch aus zu weichen. Beinahe wäre das auch geglückt, aber der U-Bahn Tunnel hinter der Donnersberger Brücke engt den Verkehr auf eine Spur ein, also erneutes stehen im Stau. Auch das schafften wir und dann ab in Richtung Innsbruck ohne Probleme. Die entstanden dafür auf der Brennerautobahn, auch hier die obligaten Baustellen. So gegen 18 Uhr endlich in Brixen im Hotel angekommen. Sehr gutes Abendessen (mit Schlutzkrapfen) genossen und ziemlich müde ins Bett gefallen.

Brixen Montefabbri Samstag, 13. Sept.

Frühstück im Hotel Milander Hof und dann ab Richtung Modena. Wir sind gut vorwärts gekommen und man soll es nicht glauben, Sonne pur. Von Cesena aus die Wohnungseigentümer angerufen und mitgeteilt, dass wir in einer Stunde vor Ort sein werden. Der erste Eindruck, als wir aus dem Waldstück oberhalb von Montefabbri herausfuhren, überwältigend. Liegt dort dieser schöne Ort wie eine Märchenburg auf einem Hügel. Wunderschön von hier oben aus anzusehen. Mit einigem Geschick erreichten wir dann auf der schmalen Mauerstrasse, Via della Mura, die rund um den Ort bzw. alte ehemalige Burg aus dem 17. Jahrhundert führt, das Haus mit der Wohnung. Christina und Silvano erwarteten uns bereites und begrüßten uns sehr herzlich. Wie wir von Christina erfuhren, gehörte das Haus ihrer Oma und wurde von ihrem Mann Silvano selber wunderschön und sehr kompetent umgebaut. Uns viel sofort die sehr gute Aussicht von der Wohnung in das Umland auf, besonders wenn der Blick nach Osten gelenkt wird schaut man auf die Adria und die Stadt Pesaro. Wir gönnten uns zum Tagesabschluß einen kurzen Gang um diesen schönen Ort auf der Via della Mura und in den kleinen Ort selbst. Am Abend dann ins Bett gefallen und sofort eingeschlafen.

Endlich angekommen in Montefabbri

Montefabbri Sonntag, 14. Sept.

Gegen 8 Uhr durch die Sonne geweckt worden. Das Frühstück auf den Tisch gebracht, Duschen und Betten machen und dann heraus einen kleinen Spaziergang die Straße hoch auf den Hügel vor dem Städtchen um eine gute Sicht von oben auf die ehemalige Burg zu haben. Einige Bilder gemacht und im Ort selbst dann in dem kleinen Sozialcaffee einen Cappuccino für Dagmar und ein Café Maciato caldo für mich. Ein kleines Stück Kuchen habe ich für mich dann bestellt und ein großes Stück für den Nachmittagskaffee gekauft (diese Stück wurde uns sogar geschenkt), ab ins Haus zurück und noch etwas von den Fahrttagen ausgeruht. Wir habend dann Kaffee getrunken und den geschenkten Kuchen (belegt mit Frutti di Bosco) aufgegessen, schmeckte übrigens gut. Anschließend noch einen kleinen Spaziergang um die Mauer, schon der Aussicht wegen und den Rest des kleinen Ortes erkundet.

Es ist eine der ältesten Pfarreien der Erzdiözese von Urbino. Diese Gemeinde wurde im Mietrecht von Papst Benedikt IX des Duce da Rimini gegeben, wie aus einer Schriftrolle von 1033 bis 1046 hervor geht. Die Pieve wurde dann renoviert und im Jahre 1570 erweitert, wie durch eine Gedenktafel in der Kirche angezeigt wird. Innerhalb der Kirche sind Werke größtenteils aus der historischen Zeit um die Wende des sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert, während der Taufstein aus einem alten Marmorgedenkstein aus der Römerzeit stammt und die Kapelle von Santa Marcellina ist aus dem zwölften Jahrhundert im gotischen Stil gebaut, in der sich die Überreste des Heiligen gleichen Namens seit 2. November 1666 befindet.

Am Abend dann haben wir eine Flasche Prosecco geöffnet (Geschenk von Christina) wir haben auch versucht am offenen Fenster ins OrtsWifi zu gelangen. Klappte aber nicht so gut, aber immerhin.

Pesaro Montag, 15. Sept.

Mit einigem hin und herfahren, geleitet durch ein Navigationsgerät, fanden wir in der Nähe der Piazza del Popolo eine Parkmöglichkeit gleich hinter der Fußgängerzone.

Diese alte Stadt wurde mehrfach schon von Cicero in einigen seiner Briefe erwähnt. Ihre Geschichte reicht weit vor das Jahr 184 v. Chr. Zurück. Funde belegen aber eventuell eine Zeit, so das Pesaro älter ist als Rom. Pesaro war vor und während der Renaissance Teil des 5 Städtebundes, der Ancona, Fano, Senigallia und Rimin mit umfasste. Die Bedeutung verloren diese Städte mit der Entdeckung Amerikas. Die Adria war dann nicht mehr so relevant für den Handel. Er verlagerte sich in das Seegebiet Richtung Westen. Im 13. Jahrh. geht die Stadt in den Besitzt der Malatesta aus Rimini über, diese aber verkauften die Stadt 1445 an das Geschlecht der Sforza. Es sind im alten Teile (Centro Storico) von Pesaro noch einige Palazzi aus dieser Zeit erhalten, so z.B. der Palazzo Ducale, in dem heute die Regionalverwaltung ihren Sitz hat. Er ist von außen wie innen sehr sehenswert, wurde er doch erst vor kurzer Zeit renoviert. Sehenswert ist die Kathedrale in Pesaro. Sie ist vor einiger Zeit sehr schön restauriert worden. In ihrem inneren werden durch Glasplatten abgedeckt, byzantinische Mosaikböden eines Vorgängerbaus sichtbar, auf denen die Kathedrale später erbaut wurde. Wir betrachteten einige der schönen alten Palazzi (leider nur die Innenhöfe zugänglich), außerdem sind wie üblich, in Italien alle Museen geschlossen. Zur Entspannung setzten wir uns in ein kleines Straßenkaffe auf der Piazza del Popolo und bewunderten den schönen Brunnen aus dem 17. Jahrh. Nach der kleinen Pause schlenderten wir dann die Via Rossini entlang, vorbei an dem Geburtshaus von Rossini. In diesem einfachen Gebäude ist ein kleines Museum eingerichtet. Leider hat dieser begnadete Komponist schon früh das Komponieren eingestellt und sich der Veröffentlichung von Kochbüchern gewidmet, was ja auch eine Kunst ist. Man denke nur an die köstlichen Tournedos a la Rossini *. Weiter dann in Richtung Adria vorbei an schönen Villen, zum Teil aus dem 19. Jahrh. zu der großen Piazza direkt an der adriatische Küste. Sofort fällt einem dort die große Kugel des Künstlers Amalod Pomodorus auf, die den Besucher an den Zustand der Welt erinnern soll. Auf einer Bank an der Seepromenade verweilten wir einige Zeit um auf das Meer zu schauen und die Seeluft zu genießen. Ein schönes Mittagessen in einem Fischrestaurant an der Seepromenade war ein schöner Abschluss dieses Tages. Zurück dann in die FW und im Vorbeifahren in Colbordolo im Coop Supermercator eingekauft damit der Kühlschrank in der Wohnung gefüllt wird.

Piazza del Popolo

*Ich gebe zu, dreimal in meinem Leben geweint zu haben: als meine erste Oper durchfiel, als ich Paganini die Violine spielen hörte und als bei einem Bootspicknick ein getrüffelter Truthahn über Bord fiel.“ – GIOACHINO ROSSINI

Der Sitz der Grafen von Montefeltro

Urbino Dienstag,16.9

Nach unserem gemütlichen Frühstück fuhren wir nach Urbino. Dort an der Porta Valbona angekom-men (sehr gute Parkmöglichkeit!) stürzten wir uns ins Getümmel, leider jedoch zuerst mal den Berg hinauf. Zum Erkunden der kleinen Gassen unterhalb des Palazzo Ducale ist das aber von einigem Vor-teil. Man hat mehr Zeit, in den engen Gässchen auf die Kleinigkeiten zu achten. Urbino ist auf zwei Hügeln gebaut worden, es geht also immer Bergauf und Bergab. Sollte, sagt Dagmar, diese Stadt später noch einmal besucht werden, dann nur mit Turnschuhen. Man sollte schon eine gute Kondition mit-bringen. Der erste Weg führte uns natürlich zum Dom. Dieser hat im inneren wunderschöne Fresken von Barocci aus dem 17. Und 18. Jahrhundert. Der Dom wird in seiner alten Form auf Frederico Mon-tefeltro zurückgeführt, der ihn gleich mit Palazzo Ducale erbauen ließ und beide Bauwerke beieinan-der anordnete und durch einen Gang miteinander verband. Es gibt Vermutungen, dass Bramante einen Einfluss auf die äußere Gestalt des Domes hatte, das ist aber nicht nachgewiesen. Der Dom wurde üb-rigens erst viel später fertig als der Palazzo Ducale. Die Ausführung der Baugewerke am Dom lag in den Händen von Francesco di Gorgieo Martinis. Erst 1604 wurde der Bau abgeschlossen und die Kup-pel von Muzio Oddi vollendet. Am 12. Jan 1789 erschütterte ein Erdbeben die Stadt und der gesamte Chor des Domes brach zusammen. Zwischen 1789 und 1801 restaurierte ein Baumeister den gesamten bau im Neoklassischem Stil und die Ähnlichkeit mit dem Palazzo Ducale verschwand. Verlässt man den Dom und geht nachrechts, steht man genau vor dem Palazzo Ducale. Wie schon gesagt geplant wurden die beiden Bauwerke von Frederico da Montefeltro. Er holte in den Jahren 1444 – 1482 Ar-chitekten, Ingenieure, Maler, Bildhauer und Mathematiker nach Urbino und erbaute mit deren Hilfe den Palazzo Ducale. Heute ist im Palazzo Ducale ein unvergleichliches Museum eingerichtet mit ein-zigartigen Kunstwerken, z.B. die Madonna von Senigallia von Piero Della Francesca oder die Stumme (La Muta) von Raffael. Auch einige besondere Werke des Justus von Gent, der eine besondere Bezie-hung zu Urbino hatte sind in einem Saal ausgestellt. Es führt einfach zu Weit alle diese schönen Kunstgegenstände hier aufzuführen. Wir empfehlen daher selber hin zu fahren und nachzuschauen. Nach dem Museumsbesuch waren die Schlangen von Bustouristen verschwunden und die Stadt gehör-te wieder den Einwohnern und den zahlreichen Studenten in der Stadt. Die ehemals sehr berühmte Universita del bell Arte hat sich seit meinem letzten Besuch im Jahre 1980 in eine Wissenschaftsuni verwandelt, was man an den Studenten, die früher die Straßen und Plätze mit Musik beherrschten, er-kennen kann. Nach dem Museumsbesuch setzten wir uns unter die Studenten auf der Domtreppe und genossen den auf der Via Valbona gekauften Käse ;Sciotta D’Urbino‘, welcher ein Originalprodukt aus Urbino ist und den man unbedingt probieren sollte. Danach setzten wir uns auf der Piazze della Republica in ein Straßenkafe und genossen das emsige Treiben auf der Piazza. Nach dem schönen ‚Café‘ schlenderten wir dann die Via Raffaelo hinauf zum anderen Hügel um in das Geburtshaus des berühmten Malers zu gelangen. Im Haus ist ein sehr schön arrangiertes Museum mit persönlichen Ge-genständen aus dem Leben Raffaellos, Keramiken, Möbeln usw. eingerichtet worden. Außerdem gibt es einige Hinweise auf Raffaellos Vater Giovanno Santi, der selber ein vielbeschäftigter Künstler in dieser Zeit war. Vom Selbigen gibt es ein Gemälde, das wohl den Brand der Burg Montefabbri, unse-rem Ferienort, zeigt und die Familie bewog nach Urbino zu ziehen. Zu Beginn unserer Ausführungen über Urbino habe ich den Platz vor der Porta Valbona erwähnt. Ein ausgezeichneter Anlauf für Auto-touristen. Großer Parkplatz und großes unterirdisches Parkhaus mit hoher Kapazität und direkt unter-halb des Palazzo Ducale. Da die Kassenautomaten ständig defekt sind (wie mir ein freundlicher Bus-fahrer sagte) empfiehlt es sich den Obolus für die Garage oder Parkplatz den Kassenautomaten neben dem Ufizzio zu benutzen. Navieinstellung Urbino Parkplatzsuche: Borgo Mercantale

Gedenktafel an Raffaels Geburtshaus in der Via Raffaelo

San Leo Mittwoch, 17. 9.

San Leo

Für heute Morgen hatten sich die Besitzer der FW, Christine und Silvano, angekündigt und brachten Handtücher und Bettwäsche als Vorrat in ihre kleine Waschküche im Keller des Hauses. Silvano zeigte uns nicht nur den Vorrat an Prosecco sondern auch die Schätze an alten Geräten aus dem Fundus der Oma von Christine. Ein Berliner Flohmarkthändler wäre sicher im Kreise gehüpft, wenn er diese alles gesehen hätte. Im Laufe des Gespräches sagte Christine, das sie nun noch Käse kaufen gehen und ob sie uns etwas mitbringen sollten. Spontan haben wir dann gefragt ob wir mit zu der Käserei fahren können. Volentieri war die Antwort. So kamen wir in den Genuss in der Umgebung zunächst in eine Kooperative zu fahren die Pecorino herstellen. Wir haben ein Rad von einem Kilo gekauft und vorher natürlich Probiert, eine delikate Sache. Auch mit Trüffel aus dem Montefeltro wurde Schafskäse ange-boten. Dann weiter zu den Bekannten der Beiden, eine Nette Frau auf einem einsamen Hof in Rich-tung Pesaro, natürlich auf einem Hügel. Marisa stellt Ziegenkäse her, von dem wir ein Ballen kauften und im Laufe unseres Aufenthaltes so viel aufgegessen haben, dass nur ein kleines Stück übrig blieb. Gleich am Abend haben wir dann mit einem der Regionaltypischen Fladen (Piadina) ein Stück von dem Käse mit einem Glas Prosecco verspeist. Wie Marisa sagte, war der Käse gerade 3 Stunden alt und noch weich. Der Hof heist übrigens Ca Lupino, via Ca‘ Bergamo, 44 Urbino. Zurück in der FW und einräumen der Köstlichkeiten beschlossen wir, nach San Leo zu fahren und die berüchtigte Festung und Gefängnis auf einem steilen Felsen (Rocca di San Leo) zu besuchen. Leider ist die Zufahrt zu der eigentlichen Festung wegen eines Straßenabrutsches gesperrt. Den steilen Anstieg zu der Festung haben wir uns gespart und sind im Ort selbst geblieben. Später habe ich im Ort gelesen das das Museum in der Festung schon geschlossen ist.

Blick zur Ortsmitte
Die Festung vom Dom aus gesehen

Na ja, die Saison ist vorbei, man merkt das auch in dem kleinen Ort, dessen Zufahrt schon atemberaubend ist. So sind wir dann in den Genuss eines leckeren Speiseeises gekommen und haben uns gemütlich auf den Platz vor der kleinen Kirche gesetzt und den Tag genos-sen. Ich muss Dagmar wohl etwas angeknurrt haben, sie sagte das war zur Entschuldigung auch ange-bracht. Was ich da verbockt habe ist mir aber wie so oft, nicht in der Erinnerung. Lecker war es trotz-dem. Der Ort selbst war 962 einmal die Hauptstadt Italiens, jedoch nur 2 Jahre lang. Die Festung auf dem fast 700 Meter hohen Felsen diente auch zur Schaustellung der Macht der Montefeltrografen. Es diente auch später als päpstliches Gefängnis. Cagliostro soll dort eingesperrt worden sein. Es bestand schon eine mittelalterliche Festung, jedoch erst durch Francesco di Giorgio Martini, der Baumeister Fredericos gestaltet sie in der heutigen Form. Im Ort steht ein frühromanische Pieve, Santa Maria Dell ‘Assunta. Sie wurde vermutlich auf den Quadern eines heidnischen Tempels errichtet. Auch besuchten wir den

Frühromanischer Dom

danebenliegenden und beutenden frühromanischen Dom aus dem 11. Jahrhundert. In der Krypta des Domes befindet sich die einzige Reliquie des San Leo, ein Teil seiner Schädeldecke. Ebenfalls sind in der Krypta die Reste einer vermutlichen Grabanlag. Bemerkenswert sind auch die im inneren des Domes zu sehenden Kapitelle über den Säulen, zum Teil mit figürlichen Darstellungen und Fratzen. Schnell habe ich noch ein Geburtstagsgeschenk für Dagmar in einem kleinen Laden einer bekannten Künstlerin erworben und fuhren dann über die abenteuerliche, an den Felsen geschmiegte Straße zurück in die Wohnung gefahren.

Senigallia und Corinaldo Donnerstag, 18.9

Westtor

Heute wollten wir das Centro Storico von Senigallia besichtigen. Also los auf die Autobahn und wie gehabt, die angezeigten Parkmöglichkeiten im Navi wie auch auf der Italienkarte des Tablett PC stimm-ten natürlich nicht. Also immer lustig den Schilden nach und siehe da, ein riesen Parkplatz am Rande der Altstadt an der Via Cappana und sogar kostenfrei! Zum Centro Storico nur etwa eine viertel Stunde entfernt immer entlang der Via Capanna, und man steht vor der alten Stadtmauer und dem ersten der Tore in Altstadt. Der Name der Stadt erinnert an die ersten Besiedler dieser Stadt, die Galli Senoni, ein keltischer Stamm der sich im 400 v. Chr. hier niedergelassen hat. Man gelangt in die Altstadt durch ein schönes enges Tor. Hier tobt allerdings das Leben. Autos, Vespas, Fahrräder und welche Überra-schung, auf den Plätzen der Altstadt war Markt. Eben auch auf dem Platz vor dem Dom von Senigalli-a. Daher geschlossen, es ist zum …, manchmal denke ich, immer wenn wir wohin kommen, ist unse-retwegen Markt, d.h. alle wichtigen Gebäude haben geschlossen.

Blick zum Canale

Sobald man am Kanal (steht so im Reiseführer) ist sollte man über die Brücke auf einen große Platz gehen und die Häuser auf der ande-ren Fluss Seite genau betrachten. Sie sind fast alle in der Renaissance oder im Stil der Renaissance ent-standen und bilden eine geschlossene Front. Geht man durch das nächste Tor und unterquert die Ei-senbahnlinie ist man sofort am Fischereihafen. Die Fischer verkaufen dort vor Ort ihre fangfrischen Waren. Man muss aber, wenn man das erleben will, sehr früh aufstehen. Auf dem Weg zum Auto zu-rück haben wir noch auf der Piazza Romana eine sehr entspannende Pause eingelegt und in einem al-ten Kaffee einen Cappuccino und einen Café getrunken.

Eine sehr entspannte Atmosphäre lag über dem Platz, wie es in den kleinen Städtchen in Italien so ist. Im Anschluss daran fuhren wir nach Cori-naldo. Ein Städtchen welches natürlich wieder auf einem Hügel liegt und mit einer mittelalterlichen Befestigung umgeben ist. Ja und dann, nun weiß ich warum dieser Ort Paese della Mille Scale heißt.

Eine der hundert Treppen in Corinaldo

Treppen steigen bis man oben ist und natürlich das alles wieder herunter. Dafür hat man aber einen wunderschönen Ausblick über das umgebene Land. Wir besuchten natürlich auch die Kirche, die der heiliggesprochenen Maria Goretti gewidmet ist. Das Mädel wurde 1902 im Alter von 12 Jahren ermor-det, als sie sich gegen eine Vergewaltigung wehrte. 1950 wurde sie heiliggesprochen. Heute ist dieser Ort ein bekannter Wallfahrtsort in der Region. Dieser Ort ist wirklich sehenswert. Schöne alte Häuser und einen sehr schönen Marktplatz voller grünen Bäumen und vielen Blumen.

Furlo Schlucht, San Vincento und Fonte Avellana

Freitag, 19. Sep.

Heute sah das Wetter nicht so gut aus, Nebel im Montefeltro, die Sicht auf die Adria gleich null aber 25 Grad warm. Die Überlegungen was tun heute gingen von Rimini bis Ravenna besichtigen. Letztlich entschieden wir uns für die Furlo Schlucht mit dem Örtchen Furlo und der Abbadia San Vincento aus dem 11ten Jahrhundert. Eventuell reichte es noch in die hintere Ecke des Montefeltro in die Abtei Fon-te Avellanda aus dem Jahre 980. Erst mal los und kurz vor Furlo die Superstrada verlassen um über die alte Römerstrasse Via Flaminia zu fahren damit wir in den Genuss der Furlo Schlucht (sehr eng und zerklüftet) und des Gallerietunnels zu kommen, den römische Soldaten für die Via Flaminia durch den Fels getrieben haben (man beachte ca. 5 KM nur mit Meißeln geschlagen). Jedoch, da wir die Fla-minia erreicht hatten, ein Straßensperrschild. Ich habe ein italienisches Motoradteam gefragt, die aus der Richtung kamen was ist und die Antwort lautete Straße abgerutscht und nur passierbar für Fußgän-ger. Wir haben aber doch in Furlo die Superstrada zu verlassen und über die Flaminia zurück zu fah-ren.

Reste der Abtei
Erhaltene Frescen aus dem 11. Jahrhundert

Wir konnten dann zuerst die Abtei San Vincento aus dem Jahre 980 besuchen, wenn auch nur die alte romanische Kirche. Ganz aus Feldsteinen erbaut und mit einer beeindruckender Höhe im Kirch-schiff. Diese alte Kirche des ehem. Klosters wurde in den 80igern gründlich renoviert und wird heute als Pfarrkirche und für Musikaufführungen genutzt. Es ist durchaus zu empfehlen den Blick einmal nach oben zu richten. Ein gemauertes Kreuzgewölbe von beindruckender Wuchtigkeit. An den Wän-den der Kirche sind alte Fresken zu sehen, die nun aus der Zeit von nach 1271 stammen müssen. Die Schmuckleiste auf dem Architrav verrät etwas über das Alter der Kirche, die in dem Jahr 1271 neu Aufgebaut wurde und vorher Zerstört worden war. Die Portalinschrift lautet Ecclesia vacante et impe-rio nullo existente und muss sich auf das angegeben Jahr beziehen indem durch den Tot Clemens IV der Papststuhl vacant und nach dem Tod Konrad IV das Reich geschwächt war. Eine gut erhaltene dreischiffige Krypta sollte man ebenfalls besuchen. Mit einer Wanderung durch ein kleines Stück der Schlucht erreichten wir die Abbruchstelle der Straße und begriffen, warum man nur zu Fuß an der Stelle vorbei kommt.

Zerstörung der Via Flaminia

Nach einem Kaffee am Prato Publico in ging es dann über Cagli weiter in die hintere und wirklich einsame Ecke der Provinz Urbino/Pesaro, die Serra Burano um in die Abtei Fonte Avellana zu besuchen. Die Zufahrt wie auch die Abfahrt, jeweils auf einer anderen Straße bzw. weg hat schon was von Abenteuer. Die in einem Bogen von zwei Bergen gelegene Abtei erschließt sich ei-nem nicht beim ersten Besuch. Sie wurde 980 durch San Ronaldo gegründet und befindet sich im Be-sitz des Kamaldulenserordens. Es soll sich Dante nach 1310 im Kloster aufgehalten haben. In der, Göttlichen Komödie‘ wird das Kloster erwähnt, natürlich in einem Gesang aus dem Paradies. Der als unverdrossene Fußwandere bekannte Johann Gottfried Seume (1763-1810) schrieb über den Likör der Abtei „dafür könnte er den Mönchen ihre Möncherei verzeihen“. Die Rückfahrt durch diesen Teil von PU gleicht einer Fahrt in die Neuzeit.

Abtei Fonte Avellanda

Ascoli Piceno, Abbadia di Fiastra

Sonntag, 21.9

Wir haben uns aufgemacht in die Südmarken. Dass es eine längere Fahrt werden würde, war uns schon bewusst. Als Haltepunkt in Ascoli hatte ich auf der Italienkarte des TablettPc den Parkplatz Torricella ausgesucht, in der irrigen Annahme, man kann von diesem Platz aus bequem herabsteigen und direkt zum Dom gelangen. Große Überraschung, der Anlaufpunkt entpuppte sich als Tiefgarage und man ge-langte mit einem Aufzug fast unmittelbar zum Dom auf die Piazza Arringo.

Dort dann die weitere Überraschung, es war in dem gesamten Centro Storico ein antiker Markt mit allerlei mich begeisterte-ren Angeboten. Leider auch hier, alle Kirchen und wichtigen Sehenswürdigkeiten natürlich an diesem Tag geschlossen. Wie mir Christina später erklärte haben die Räuber in den Kirchen und sehenswerten Gebäuden sehr zu genommen, so das man lieber alles wegschließt. Ist ja fast wie bei uns. Dafür aber war das schöne Baptisterium aus dem 12 Jahrhundert offen und konnte besichtigt werden. In einem zentralen Platz in der Mitte des Baptisteriums sieht man noch die Abdrücke einer heidnischen Kultstät-te. Wir schlenderten über den Platz und bewunderten die beiden baugleichen Brunnen des Platzes, die durch einen Fisch gekrönt werden. Ascoli ist, wenn man den Sprachforschen glauben kann, die Ablei-tung eines altorientalischen Wortstammes der Schattenland bedeutete. Gleichwohl, Ascoli Piceno gibt sich nicht wie wir einige der Städte der Toskana kennen als Kitsch geprägte Touristenattraktionen aus. Ascoli zeigt sich als arbeitsame Stadt mit viel historischem Hintergrund. Der deutsche Dichter August Graf von Platen (Der Pilgrim von St. Just - Stürme brausen für und für) schwelgte im Überschwang 1829 von dieser Stadt. Ein bedeutender Sohn von Ascoli war der Cecco D’Ascoli (1269-1327), der als Astronom (oder Astrologe) die Konstellation der Sterne zur Zeit Christi Geburt erforschen wollte und deswegen verbrannt wurde. Im Jahre 1535 verbrannte leider das gesamte Archiv von Ascoli Piceno, was wüssten wir dann über die berühmten Maler und Künstler dieser Stadt.

Caffee Meletti

Seit dem 14 Jahrhundert erlebt Ascoli die traditionelle Quintana, ein mittelalterliche Reitturnier so wie es in etwa in Siena stattfindet. Im August jeden Jahres ziehen fast 500 Personen mit alten Kostümen durch die Stadt zu einem Turnierplatz. Ein Wettbewerb im Lanzenstechen um den Moro, eine Negerpuppe. Ein riesen Fest in der Stadt. Dann gibt es auch, wie ich mir habe sagen lassen, die berühmten Olive al’Ascolana, eine mit Hühner- und Rindfleische gefüll-te Riesenolive, die in Teig gehüllt und frittiert serviert wird. Leider war es uns nicht vergönnt, diese Delikatesse zu bestellen.

Im Garten des Palazzo Communale

Ein großer Torbogen des Palazzo Comunale war aber an diesem Tag geöffnet. Geht man hindurch hat man das Gefühl, hoppla, ich bin in einer anderen Welt gelandet. Hinter diesem Tor versteckt sich ein Platz voller Ruhe, Palmen, ein schöner Springbrunnen, Parkbänke und rund herum Stelen mit Büsten der wichtigsten Personen der Stadt. Sogar der Sarkophag des Papstes Nikolaus IV ist aufgestellt, natür-lich leer. Ascoli Piceno war seine Heimatstadt und der erste Franziskaner auf dem Stuhl Petri. Ich habe eine Familie gefragt welche Personen die dort auf den Stelen aufgestellt sind für eine Bedeutung für die Stadt haben. Ein älterer netter Herr versuchte mir auf einfachem italienisch für mich verständlich die Personen zu erklären. Es waren allesamt Persönlichkeiten aus dem 19 Jahrhundert bis auf den Sar-kophag natürlich. Ich konnte mich vielmals auf Italienisch bei ihm bedanken. Man konnte sehen dass er sehr erfreut darüber war. Einige Familien mit ihren Kindern vergnügten sich mit Spielen und erzäh-len. Dort zu arbeiten mit dem Blick auf diesen kleinen Park muss die Arbeit nur so von der Hand lau-fen. Wie dem auch sei, wir haben uns auf dem Piazza Arringo in ein Straßenkaffee gesetzt und den Marktbetrieb genossen. Das Zentrum jedoch ist die Piazza del Popolo mit schönen Ranaissancegebäu-den rund um den Platz. Ein Gebäude für den Capitano und die gotische Kathedrale mit ihrer schönen Loggia an der Seite.

Die Loggia am Dom

Auch hier ist das Treiben der Menschen um die Stände des Marktes ein willkom-menes Augenmerk für uns Mitteleuropäer. Der Palazzo del Popolo wird an der Fassade beherrscht durch ein Bildnis des Papstes Paul III aus dem 13. Jahrhundert. Den Abschluss des Rundganges über den Platz nahmen wir uns dann in dem wunderschönen Jugendstilcaffee Meletti mit einem Kaffee und Pistacerien. Ein Besuch dieses Hauses lohnt sich besonders. Da die Zeit drängte und ein langer Weg durch die hügeligen und schroffen Südmarken anstand also auf zur Abbadia die Fiastra. Sie lag eigent-lich auf dem Weg zurück zur FW. Wir erlebten dort aber eine weitere Überraschung. In einer Reisebe-schreibung hatte ich gelesen, die Abtei liege gelassen in einem grünen Naturpark.

Das mag ja sein, aber an diesem Tag waren dort auch ein Markt zu Ehren der Gottesmutter und ein Feiertag. Mit gelassener Ruhe war da nichts. Heute leben dort nur noch 6 Zisterzienser und bewirtschaften die große Abtei lie-bevoll zurecht gemacht und für die Besucher gut zu Erschließen. Dann ab und zurück in die FW die wir so gegen 20 Uhr ziemlich abgespannt erreichten

Rimini Montag, 22.9.

Auf Wunsch und bitten einer einzelnen Berlinerin sind wir an diesem Tag nach Rimini gefahren. Nach etwa einer Stunde erreichten wir die Stadt und fanden natürlich erneut keinen Parkplatz, auf dem Navi zwar angegeben, aber Pustekuchen. Letztlich fanden wir am Bahnhof den Metroparkplatz (1 EUR/Std) und waren darüber sehr zufrieden (fast unmittelbar am Centro Storico). Nach kleinem Fußweg erreichten wir die Kathedrale von Rimini, die im Jahre 1803 innerhalb des Malatesta Tempel errichtet wurde.

Äußerlich gleicht sie einem griechischen Tempel und ist nicht die älteste Kirche in Rimini. Trotzdem ist sie die berühmteste Kathedrale der Provinz Rimini. Leider, leider auch hier das gewohnt Bild, chiuso. Im Verlauf der Straße erreicht man die Piazza della tre Märtyri (früher Piazza Julius Cäsars). Ein sehr großen Platz und man sollte sich die Zeit nehmen die an diesem Platz stehenden Gebäude eingehend zu betrachten. Besonders interessant ist die kleine Kapelle vor der Kirche NN, die dem heiligen Antonius von Padua gewidmet ist. Sie erinnert an das von ihm vollbrachte Wunder mit der Eselin. Ungläubige (die gab es also auch damals) hatte ihn auf die Probe gestellt und er überzeugt sie indem er eine geweihte Hostie auf den Futtertrog legte und die Eselin, die schon 3 Tage gehungert hatte, legte sich vor der Hostie auf die Erde und berührte sie nicht. Ob die ungläubigen Menschen dadurch überzeugt waren ist nicht bekannt. Geht man in Richtung Meer ist auf der rechten Seite des Platzes dann ein Turm zu sehen der als Besonderheit eine Turmuhr aus dem 14 Jahrhundert zu sehen ist und eine Uhr, die die Meridiane der Tierkreiszeichen anzeigt.

Am Ende des Platzes steht auf einem Sockel dann natürlich der frühere Namensgeber des Platzes, Julius Caesar. Ein Stück weiter erreicht man die Piazza Cavour. Eingerahmt durch Renaissancebauten ein großer Platz mit in den Palazzi untergebrachten Provinzbehörden sowie der Stadtverwaltung. In der Mitte wird der Platz durch Papst Paul V bewacht, der auf einem Sockel sitzen drohen seine Hand erhebt. Man könnte Glauben er beschimpft die Gläubigen. Ein gutes Mittagessen mit einer Vorspeise aus Meeresfrüchten und einer Pizza rundete die Besichtigung des Platzes ab.

Papst Paul V

Es wurde nun Zeit, sich in Richtung Meer zu begeben. Die Via Principe Amadeo zog sich aber extrem lang hin, aber wir erreichten dann doch den Parco Fellini und bestaunten dort den schönen Brunnen. Auf dem großen Platz vor der Promenade war früher auch ein Springbrunnen (soweit ich mich erinnere) der jedoch abgebaut wurde. Und dann das Meer, Dagmar war so begeistert das sie spontan die Schuhe auszog und mit den Füßen ins Wasser ging. Insgeheim habe ich mit gezückter Kamera im Hintergrund gestanden und darauf gewartet, dass sie eine Welle etwas nass macht.

Kalt war das Wasser nicht!

Das konnte sie aber geschickt verhindern. Mit einem Blick zum Himmel in Richtung Berge wussten wir, nun wird es Zeit möglichst schnell zum Auto zu kommen. Kaum saßen wir im Auto ging es auch schon los. Es regnete und blitzte ununterbrochen. Wir erreichten dann aber doch die FW und siehe da im Gebirge selbst regnete es nicht. (Den Metroparkplatz erreicht man mit dem Navi an der Piazza Croce, ziemlich preiswertes Parken).

Abendblick zu Adria

Am Abend sind wir nochmal raus auf die Mauer des Dorfes und erlebten ein intensives Wetterleuch-ten über dem Meer und in Richtung San Marino. Man hätte stundenlang zusehen können. Leider sind unsere Kameras für solche Verhältnisse nicht ausgelegt um diese Momente einzufangen. In der Nacht stürmte und regnete es sehr heftig, an Ruhe war durch das Klappern der Fenster und Fensterläden nicht zu denken

Colbordolo Dienstag, 23.9.

Für diesen Tag beschlossen wir etwas weniger zu fahren und uns den Hauptort unseres Feriendomizi-els anzusehen. Colbordolo ist ein kleines Dorf mit einem Stadtturm, der als Rest einer ehemaligen Burg steht. Die Einwohner haben diesen nicht nur erhalten sondern in Ferienwohnungen umgewandelt und stehen heute prächtig am Dorfeingang und bewacht den Ort. Im Ort selber öffnet sich ein größerer Platz vor der Kirche.

Glücklicher Weise trafen wir eine ältere Dame (wie fast alle Einwohner etwas äl-ter sind, die jungen Menschen sind weggezogen) die uns die Kirche San Giovanni aufschließen konn-te. Im Inneren findet man Kunstwerke von Claudio Ridolfi und G. Pandolfi. Hier sticht besonders her-aus die Madonna mit Kind, erstaunlich für solch einen kleinen Ort. Übrigens ist hier Giovanni Santi, der Vater von Raffael geboren.

Fano Mittwoch, 24.9

Man braucht etwa 45 Minuten bis zu dieser Stadt. Von unserem Parkplatz aus waren es knappe 20 Mi-nuten bis zu Stadtmauer des Centro Storico. Wir betraten die Stadt durch ein Tor an der Via National. Man konnte schon sehen, heute ist mal wieder für uns ein Markttag eingerichtet. Erneut die wichtigsten Gebäude geschlossen. Aber alle Einwohner wohl auf den Beinen.

Ein echtes Starassencaffee

Wir haben uns auf dem Markt bei einem Metzger aus dem Umland für das Abendessen ein schönes Stück vom Schinkenbraten ab-schneiden lassen. Wir schlenderten durch die Altstadt und kamen dann auf der alten Via Flaminia zum Augustusbogen. Dieser war im Jahre 2 n.Ch. auf Befehl des Augustus errichtet worden. Er markiert die Stelle, an der die Via Flaminia früher auf die Adriaküste stieß. Heute ist dieser Punkt gut 1,5 Km vom Meer entfernt.

Porta Augusta, ende der via Flaminia

Beim Zurückgehen zum Auto konnten wir noch einen schönen Blick auf den Brunnen aus dem 16. Jahrhundert werfen und schnell ab in die FW, es nieselte den ganzen Nachmittag durch

Montegridolfo Donnerstag, 25.9.

So langsam neigt sich die Zeit in Montefabbri dem Ende zu. Heute Morgen waren wir in Montecchio im hiesigen COOP zum Einkaufen. Eine kurze Mittagspause und nun das Dorf Montegridolfo besu-chen. Es wurde uns von Christina und Silvano empfohlen. Unmittelbar vor Montegridolfo liegt das Dorf Mondaino mit einem eindrucksvollen halbrunden Dorfplatz und einer niedlichen Altstadt, beste-hen aus einer Straße. Beim Schlendern durch Mondaino entdeckten wir eine, wie ich meine, großspu-rig bezeichnete Kathedrale.

Mondiano

Betritt man diese wird man überwältigt von der Größe und Ausstattung mit Gemälden aus dem 15. Und 16. Jahrhundert. Einen weiteren Gang durch den Ort ersparten wir uns wegen einsetzenden Regens. Weiter dann nach Montegridolfo, auch auf einem Hügel gelegen. Nach besteigen und durchschreiten des Wehrturmes steht man auf einem schönen Platz, von dem aus kleine Sträßchen winkelig abgehen bis zu einem Palazzo Vivani. Von der ehemaligen Pieve San Rocco steht allerdings nur noch eine kleine Kapelle auf dem Platz unmittelbar neben ihr eine Wand mit einem Schaukasten in dem die Madonna Nera aus der ehemaligen Augustinerkirche untergebracht ist. Die Kirche wie auch der Ort selbst war im WW2 bekannt geworden durch die Schlacht an der Gothenlinie, eine imaginäre Linie quer durch Italien, die Hitler persönlich ausgerufen haben soll.

Dorfplatz in Motegridolfo

Der Ort wurde bei Auseinandersetzungen zwischen deutsche und englische Soldaten zerstört. Strategisch ohne Bedeutung erinnert heute ein kleines Museum mit Funden aus dieser Schlacht an die sinnlose Zerstörung. In Treb-bio im Museum für religiöse Riten aus früherer Zeit wird ein wertvolles Bild aus der zerstörten Kirche von Montegridolfo aus dem Jahre 1548 aufbewahrt. Es ist ein Werk von Pompeo Morganti „Santuario della Beata Virgine“. Auffallend sind die in dem kleinen Ort häufig anzutreffenden Restaurants und Osterien. Wir zählten allein im Oberteil des Städtchens 7 Stück. Das lässt den Schluss auf guten Be-such in der Hauptsaison zu.

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