Loading

Der warme Pullover - ein Muss in der Bibliothek Eine ziemlich kalte Angelegenheit

Text: Nico Talenta, Bilder: Malin Jachnow, Layout: Leonie Thiel.

Jeder, der schon mal die Bibliothek der Universität Konstanz betreten hat, kennt es: Je länger die Studierenden dort ihre Zeit verbringen, desto frischer kommt den Meisten die Temperatur vor. Eigentlich ganz normal, oder?

Als sich Maximilian Kölle in der Bibliothek der Universität Konstanz direkt unter ein brummendes Gebläse der Klimaanlage setzt, sucht er sich den Platz nicht freiwillig aus. Seit einer Viertelstunde sucht er einen Platz, von dem aus er schnell seine Bücher erreicht. Als Erstes richtet er sich hastig ein, um dann so schnell wie möglich seinen Pullover anzuziehen. Blau, gestrickt und mit einem Karomuster. Sehr flauschig sieht er aus. „Hier ist es immer frisch“, sagt er, während er seine Ärmel richtet.

Umso länger er sich in der Bibliothek aufhält, desto mehr hat er das Gefühl, es werde kälter. Heute ist es besonders unangenehm, da direkt über seinem Platz das Gebläse kühle Luft in den Raum pustet. So sitzt er da, ständig begleitet von dem leisen Surren der Maschine, umgeben von den Metallrohren der Klimaanlage, und den weißen Metall-Regalen, in denen die Bücher aneinandergereiht sind.

Das Gebläse der Klimaanlage kann sehr lästig sein.

Dabei ist die Belüftung in erster Linie für die Studierenden da. Das gesamte Jahr über herrscht in der Bibliothek der Universität Konstanz ungefähr die gleiche Temperatur, 21 Grad Celsius. Die angesaugte Luft kommt dabei vom Haupteingang auf Ebene 5 über die Klimaanlage in riesigen Rohren in die Bibliothek. Jene Anlage regelt die Temperatur der Innenluft dabei komplett automatisch.

Wenn es draußen zu plötzlichen Temperaturschwankungen kommt, kann es trotzdem sein, dass manuell eingegriffen werden muss. Ganz so spontan und intelligent ist die Technik hier dann doch noch nicht. Einen Lichtblick gibt es aber dennoch: Wärmere Luft steigt nach oben, während kältere Luft nach unten sinkt. Das Prinzip ist auch in der riesigen Bibliothek leicht spürbar. Es handelt sich dabei zwar nicht um einen Temperaturunterschied von fünf Grad; dennoch kann es den entscheidenden Unterschied machen.

Max, der immer noch unter dem brummenden Gebläse sitzt, kennt den Temperaturunterschied: „Ich bereite mich immer auf alle Temperaturen vor, von warm bis kalt.“, sagt er mit einem Grinsen im Gesicht. Nach einer Viertelstunde beschließt er, sich doch noch einmal in der Bibliothek umzusehen, ob nicht doch irgendwo anders ein Platz frei wurde, an dem es vielleicht wärmer ist.

Auf seinem Weg bemerkt er, dass auch viele Freunde ihre Pullover angezogen haben, manche sogar zusätzlich eine Jacke. Mit dem ein oder anderen Fellkranz um die Kapuze. Obwohl schon April ist, haben sich einige Mädels in ihre Schals gehüllt. Andere dagegen sitzen im T-Shirt da. Als Max das sieht, lacht er nur und meint: „Ein typischer Anfängerfehler. Wenn sie von zuhause kommen, denken viele nicht daran, sich für die Arbeit in der Bibliothek etwas Warmes zum Anziehen mitzunehmen.“ Am Ende entschließt er sich dann doch dazu, daheim weiter zu lernen, ohne seinen blauen Strick-Pullover tragen zu müssen. Denn letztendlich kann man sich einfach besser konzentrieren, wenn man nicht friert.

Created By
Campuls Hochschulzeitung
Appreciate

Credits:

Malin Jachnow

Report Abuse

If you feel that this video content violates the Adobe Terms of Use, you may report this content by filling out this quick form.

To report a copyright violation, please follow the DMCA section in the Terms of Use.