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Henry Akanno "Ich möchte etwas bewegen"

Auf Henry Akanno ist Verlass. Wenn er sich morgens in Bergedorf Neuallermöhe auf den Weg zu seiner Arbeitsstelle macht, ist er immer superpünktlich unterwegs. Schließlich hängt die Mobilität Hunderter Menschen von ihm ab. Der gebürtige Nigerianer ist seit 2014 Busfahrer bei der Hamburger Hochbahn. Seither hat er – in Kilometern – fast einmal die Erde am Äquator umrundet. Dass er dabei täglich Menschen aus aller Herren Länder und Kulturen transportiert, macht ihm besonders viel Freude.

Obwohl Henry Akanno einer sehr geregelten Arbeit nachgeht, hat er nach Dienstschluss nur selten Zeit für seine Frau Sarah und seine drei Söhne (7, 8 und 9 Jahre alt). Der Grund dafür ist seine Mission: "Ich möchte Migranten helfen, sich hier zurechtzufinden und sich zu integrieren. Weil ich ähnliche Erfahrungen gemacht habe wie sie, glaube ich, dass ich etwas weitergeben und helfen kann."

Als Henry Akanno 1992 nach Deutschland kam, wollte er eigentlich studieren. Doch daraus wurde nichts. Sein Fachabitur wurde nicht anerkannt und es gab eine Menge anderer Hürden zu nehmen. "Ich hatte Probleme mit der Sprache, hatte keine Familie, keine Freunde, keine Mittel. Das war schwer." Aber Henry Akanno hat sich mit allen möglichen Jobs durchgekämpft und ohne Bitterkeit einen neuen Weg eingeschlagen. Und weil er seinen Platz gefunden hat, gibt er heute sein Know-how weiter. Mit seinem Engagement will er seiner "Community" etwas zurückgeben.

Um viele Menschen zum Mitmachen zu bewegen, hat der Nigerianer vor zwei Jahren den Verein "Miteinander in Bergedorf e.V." gegründet. "Alle, die hier neu ankommen, " sagt Akanno, "brauchen Hilfe bei Behördengängen, bei der Wohnungssuche und unzähligen weiteren Alltagsfragen: Wie eröffnet man ein Konto, wie kriegt man eine Versicherung, wie funktionieren die öffentlichen Verkehrsmittel und so weiter..." Aber das ist nicht alles. Der Verein will auch Begegnungsstätte sein und bietet daher neben Hilfestellung im Alltag auch interkulturelle Veranstaltungen und verschiedene Weiterbildungsworkshops (siehe Infokasten) - nicht nur - für Migranten.

Henry Akanno zeigt die wichtigsten Orte in Bergedorf – hier am Serrahn, dem Bergedorfer Hafen.

Henry Akanno hat schon viel erreicht. So verdankt es z.B. der Bezirk Bergedorf vor allem ihm und seinem guten Netzwerk, dass die Stelle des Integrationsbeauftragen in Bergedorf vor zwei Jahren nicht gestrichen wurde. Wenn jemand ihn für seinen Einsatz lobt, verweist er mit einem bescheidenen Lächeln auf seine Mitstreiter. Das Miteinander ist im wichtig. Und das passt zu seiner Botschaft an die Welt: "Macht einfach mit!".

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Credits: www.inspirative.de

Credits:

Karin Steinhage

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