Also erzählt Zacharias riff-geschichten zur blauen Stunde

Eine Multimedia-Geschichte mit Text, Fotos, Film und Musik für die riff-Strandbar

"Die große Hüttenklopperei"

von David Jonathan

Vorwort

Liebe Leser,

wenn ich mir einen Ort erträume, an dem ich mich frei fühle, meine Augen sich am Sonnenuntergang nicht satt sehen können und meine Füße sich wohlig in den Sand bohren, wenn ich genussvoll an einem farbenfrohen Drink nippe, während Fackeln und ein knisterndes Feuer Romantik am Strand verbreiten, dann träume ich von einem Ort wie diesem – dem riff.

Wo, wenn nicht hier, ist der ideale Ort, um Geschichten zu hören wie in uralten Zeiten. David Jonathan war sofort Feuer und Flamme, als ich in fragte, ob er nicht für diesen besonderen Ort ganz eigene Geschichten schreiben und diese auch am Strand vorlesen könne. Und so freue ich mich, Euch heute voller Stolz David Jonathan und seine erste riff-Geschichte zur blauen Stunde zu präsentieren (gekürzter Lese-Auszug).

Viel Vergnügen wünscht Euch,

Karin Steinhage

Kapitel 1

Zu der Zeit, als ich ihn kennenlernte, war Zacharias schon ein alter Mann. Ich sehe ihn deutlich vor mit, mit seinen wallenden grauen Haaren, dem buschigen Schnauzbart und dem runden, leicht geröteten, sehr faltigen Gesicht, dessen dunkle Knopfaugen die Welt schelmisch betrachteten. In meiner Vorstellung lacht er immerfort und ich bilde mir ein, ihn nie anders gesehen zu haben als mit einem verschmitzten Lächeln, das auch immer einen Anflug von Güte und Weisheit zeigte.

Zacharias war ein großer Geschichtenerzähler. Zum ersten Mal traf ich ihn an einem Abend im Juni, die bis dahin einzige warme Sommernacht des Jahres. Ich konnte nicht schlafen und ging hinunter zum Strand. Mich zog ein heller Schein an, der durch die Dunkelheit tanzte. Wie sich herausstellte, kam er von einem Lagerfeuer, um das herum einige Menschen saßen. Ich näherte mich langsam und stellte mich dazu, ohne dass es jemanden störte. Erst sehr viel später erfuhr ich, dass die neue Strandbar gerade geöffnet hatte und die Gäste das riff feierten. Jedenfalls war die Stimmung ausgezeichnet und ich blieb einfach auf einen Cocktail...

Mir fiel ein alter Mann auf, derin das Feuer starrte. Ich betrachtete ihn durch die lodernden Flammen. Ob er es bemerkte, weiß ich nicht. Doch bald darauf setzte er sich aufrecht hin, sah die versammelten Gäste einen nach dem anderen an, als seien sie nur seinetwegen gekommen - und dann hörte ich zum ersten Mal seine tiefklingende Stimme mit dem ganz leichten osteuropäischen Akzent.

„Also erzählt Zacharias“, begann der alte Mann.Obwohl ich ihn zuvor noch nie gehört hatte, wusste ich sofort, dass er jede seiner Geschichte mit diesen Worten begann und immer beginnen wird. "Es ist noch nicht lange her und hat sich ungefähr zugetragen, als ich in dieses Land gekommen bin, da wohnte hier unweit des Strandes ein Paar. Mann und Frau - das war damals noch selbstverständlich und muss heute dazugesagt werden...“

Kapitel 2

...„Der Mann war Künstler, er malte Bilder. Gesehen hat die niemand, weil er sie keinem zeigte. Die Leute munkelten, er verstecke darin geheime Botschaften und der KGB kaufe sie auf. Wäre wohl eine ziemlich schlaue Methode gewesen. Jedenfalls habe ich nie davon gehört, dass Gemälde abgefangen worden sind. Wenn der Maler also ein Spion war, hat es funktioniert. Aber ich persönlich bezweifle es, denn er hat den Ort selten verlassen. Wo hätte er da spionieren sollen?“...

... "Die Gerüchte wurden lauter, als eines Tages eine alte Flasche am Strand angespült wurde. Nicht weit von unserem Lagerfeuer lag sie morgens im Sand. Natürlich fand sie ein Kind und trug sie stolz nach Hause.

Geheimnisvolle Flaschenpost

Dort stellte der Junge fest, dass die Flasche einen Zettel enthielt - und weil er noch nicht lesen konnte, zeigte der Junge ihn seiner Mutter. Die hielt den angeblichen Brief zwar für einen Streich, tat ihrem Kind aber den Gefallen, ihn erstaunt zu entfalten. Was sie dann las, erstaunte sie wirklich:

Die geheimnisvolle Botschaft wird den Ort in Aufruhr versetzen

Die Frau sagte ihrem Kind, der Zettel sei in einer unleserlichen fremden Schrift geschrieben. Der Junge glaubte ihr kein Wort, ging aber auf sein Zimmer, wie sie ihm aufgetragen hatte. Doch er ließ die Tür einen Spalt breit geöffnet und belauschte seine Mutter, die eine Freundin anrief und ihr von der Flaschenpost berichtete. "Das in unserem Örtchen", ereiferte sich die Vertraute. "Der arme Ehemann", litt die Mutter. Am Ende eines langen Tages mit vielen Telefonaten hatten sich die Frauen von Niendorf darauf geeinigt, den Dingen ihren Lauf zu lassen. Die Mutter trug ihrem Jungen auf, die Flasche mit dem Zettel an den Strand zurückzulegen. Zuvor hatte sie den Brief natürlich kopiert. Jetzt mussten sie nur noch die Zeit und den Ort der Freude herausfinden.

Der Junge legte die Flasche zurück. Doch seine Mutter hatte ihm nicht verboten, sich solange zu verstecken, bis er beobachten konnte, wer nach der Flaschenpost suchte. Als er es herausfand, war er überrascht, sagte aber zu niemandem ein Wort. Schließlich weihten ihn die Erwachsenen auch nicht in ihre Geheimnisse ein." Zacharias kicherte ein wenig und grunzte dann ein unterdrücktes Lachen in sich hinein. Es dauerte eine Minute, ehe er weitererzählen konnte.

Der Junge macht am Strand eine Entdeckung, die er für sich behält

"Am Abend hatte der Junge den Maler beobachtet, wie er die Flaschenpost fand. Der Mann schien darauf gewartet und danach gesucht zu haben. Jedenfalls konnte er eine gewisse Erleichterung nicht verbergen, als er sie in Händen hielt. Er öffnete sie und las den Zettel. Danach ging er zufrieden von dannen. Am Strand probte ein einsamer Saxo-phonspieler ein neues Stück."

Wie die Geschichte weiter geht,...

... konnten riff-Gäste am 15. Juli während einer Lesung mit dem Autoren David Jonathan in der riff-Strandbar in Niendorf an der Ostsee erfahren.

Trotz des bedeckten Himmels und kühler Luft lauschten am 15. Juli viele Gäste der Lesung von David Jonathan

Wer nicht dabei sein konnte, kann die Story in der gedruckten Pocket-Ausgabe im Postkartenformat weiterlesen. Die ist für 3 Euro pro Heft im riff zu haben oder plus Versandkosten unter dieser Email zu bestellen: riff-events@inspirative.de.

riff-Geschichten mit Livemusik - abrufbar über QR-Codes

"Die große Hüttenklopperei" könnt Ihr auch als Hörbuch benutzen, denn die Stücke, die der Saxophonist in der der Geschichte spielt, könnt Ihr aus dem Text heraus per QR-Code abrufen. Wegen der großen Nachfrage setzen wir die riff-Geschichten zur blauen Stunde fort. Geschichte Nummer 2 trägt den Titel "Das große Fressen" und ist auch schon als Pocket-Ausgabe erhältlich.

Und am 26. August kam David Jonathan wieder ins riff. Diesmal mit Story Nummer 3, in der Kaffee eine Rolle spielte. Denn diese Lesung fand gemeinsam mit einer spannenden Kaffeeverkostung und einer tollen Strandclub-Lounge am riff-Strand statt.

In der nächsten Saison setzt das riff die Reihe "Lesung und Livemusik" fort. Wir freuen uns auf Eure Wünsche und Kommentare >bei facebook, >bei Twitter und auf der >riff-Homepage.

Anreise-Infos hier: http://www.riff-strandbar.de/anreise/
Multimedia Storytelling by Karin Steinhage, Inspirative ONE, in Zusammenarbeit mit der riff-Strandbar, dem Schriftsteller David Jonathan und Karsten Glinski, der drei wunderbare Saxophon-Stücke zur Geschichte improvisiert hat.
Schriftsteller David Jonathan

David Jonathan erhielt schon während seines Studiums den Förderpreis für Literatur des Landes Niedersachsen. Als Journalist bereiste er die Welt, bevor er sich ganz dem Bücherschreiben widmete. Sein Thriller "Jahrhundertspiel" wurde von vielen Lesern und Rezensenten begeistert aufgenommen. Der in Hamburg lebende Schriftsteller veröffentlicht seine Bücher selbst und liebt es, mit seinen Lesern in Dialog zu treten, z.B. hier:

Ideengeberin und Produzentin Dr. Karin Steinhage

Karin Steinhage ist leidenschaftliche Filmemacherin und Web-Producerin. Sie liebt die Idee des Storytelling auf verschiedenen Ebenen. So verschmilzt sie Film, Text, Bilder und Töne auch gern mit Live-Events, wie jetzt diesen in der riff-Strandbar, für die sie seit vielen Jahren das Marketing macht.

Created By
Dr. Karin Steinhage
Appreciate

Credits:

www.inspirative.de, David Jonathan

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