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Das Herz Höchstleistungen und Präzision

Das menschliche Herz ist ein echtes Superorgan. Es treibt das gesamte Kreislaufsystem an, bewegt ständig mindestens fünf Liter Blut durch den Körper und versorgt die Organe und alle anderen Körperregionen mit Blut, Sauerstoff und anderen Wirkstoffen. Es dauerte jedoch lange, ehe die genaue Funktionsweise des Herz-Kreislauf-Systems entschlüsselt war.

Schon sehr früh in der Menschheitsgeschichte stellte man sich die Frage, wo denn nun im Menschen der eigentliche Sitz des Lebens, aber auch des Denkens und der Seele sei. Von Anfang an kamen für die, die forschten und sich um eine Antwort bemühten, vor allem drei Organe in Betracht: die Leber, das Herz und das Gehirn. Diese drei konkurrierten um die Vorrangstellung, wobei in vielen Kulturen – auch in unserer – die Leber gegenüber dem Herzen lange Zeit im Vorteil war. Und das Gehirn kam überhaupt erst einige Zeit später ins Spiel, als im antiken Griechenland der Gelehrte und Arzt Alkmaion von Kroton im frühen 5. Jahrhundert v. Chr. interessante Experimente anstellte und so einigermaßen schlüssig nachweisen konnte, dass das Gehirn der Sitz der Wahrnehmung, der Sinne und des Verstandes sei.

Das Herz befördert ständig etwa fünf Liter Blut durch den Körper.

Seit Aristoteles mehr und mehr im Mittelpunkt

Zu einer wichtigen Verschiebung zugunsten des Herzens kam es erst mit dem berühmten Naturforscher und Philosophen Aristoteles (384 – 322 v. Chr.), der auch anatomische Studien durchführte und sezierte. Für ihn war das Gehirn nur ein Kühlsystem für das Blut, das Herz aber der Sitz des Lebens, der Wahrnehmung und zumindest eines Teils der Seele.

Mit Aristoteles (384 - 322 v. Chr.) rückte das Herz ins Zentrum der Forschung. Foto: Wikimedia, Giovanni Dall'Orto.

Heute, fast zweieinhalb Jahrtausende nach Aristoteles, ist das Herz bereits ausgesprochen gut erforscht. Es wird zwar nicht mehr als Zentrum der Wahrnehmung, der Gefühle und des Denkens gesehen, dafür aber als die ausdauernde Pumpstation des menschlichen Körpers, die den Blutkreislauf antreibt und den Organismus am Leben hält; als zuverlässiges Organ, das rund um die Uhr mit größter Präzision seinen Aufgaben nachkommt und normalerweise ein ganzes Leben lang zuverlässig arbeitet.

Wissenswertes über das menschliche Herz

Fünf Liter Blut: Das Herz sorgt dafür, dass ständig etwa fünf Liter Blut durch den Körperkreislauf zirkulieren. So wird der gesamte Organismus laufend mit Sauerstoff, Nährstoffen und anderen Wirkstoffen versorgt.

Zwei Blutkreisläufe: Das Herz mit seinen je zwei großen und zwei kleinen Kammern und den Herzklappen, die wie Ventile funktionieren, hält in Wirklichkeit nicht nur einen, sondern zwei Blutkreisläufe in Schwung – den großen „Körperkreislauf" und den kleinen „Lungenkreislauf".

„Frisches" und „verbrauchtes" Blut: Das „frische", gerade wieder mit Sauerstoff angereicherte Blut gelangt vom linken Teil des Herzens durch die Aorta, also die Hauptschlagader, in den Körperkreislauf, der mithilfe eines stark verzweigten Gefäßsystems auch eher „entlegene" Körperregionen versorgen kann. Dieses System ist dann auch in der Lage, das bereits „verbrauchte" Blut wieder einzusammeln, aufzunehmen und zum Herzen zurück zu transportieren.

Von der rechten Herzhälfte aus wird das Blut zur Lunge weitergeleitet, wo es das mitgebrachte Kohlendioxid abgibt und dafür erneut mit Sauerstoff angereichert wird. Der Weg des Blutes durch den Körper kann dann anschließend wieder von Neuem beginnen.

Das Herz ist ein echtes Wunderwerk der Natur.

100.000 Kilometer: Das gesamte Gefäßsystem eines erwachsenen Menschen dürfte mit allen seinen vielen Seitenarmen und feinen Verästelungen insgesamt an die 100.000 Kilometer lang sein. Natürlich variiert der Durchmesser der jeweiligen Gefäße ganz beträchtlich. Am dicksten ist die Aorta, die Hauptschlagader, die als Röhre etwa 20 Millimeter Durchmesser aufweist. Auf der anderen Seite des Größen-Rankings sind die Lungenkapillaren zu finden, die gerade einmal einen Durchmesser von 0,007 Millimeter besitzt.

Ein faustgroßer, abgestumpfter Kegel: Das Organ Herz ist bei einem erwachsenen Menschen durchschnittlich 12 bis 13 cm lang und etwa 10 cm breit. Es gleicht einem etwa faustgroßen, nach unten hin abgestumpften Kegel und wiegt normalerweise zwischen 300 und 350 Gramm. Bei Männern ist das Herz etwas größer und schwerer als bei Frauen. Das Fassungsvermögen des Herzens selbst beträgt etwa ein Liter Blut. Im Ruhezustand des Körpers zieht sich das Herz etwa 70 bis 80 Mal in der Minute zusammen und dehnt sich ebenso oft wieder aus.

Der Sinusknoten gibt den Takt vor: Der Herzschlag selbst wird vom sogenannten „Sinusknoten" ausgelöst oder zumindest wesentlich mitbestimmt. Der Sinusknoten ist eine Ansammlung sehr spezieller Herzzellen, die in der rechten Vorhofwand des Herzens zu finden sind. Genau hier lässt sich der elektrische Impuls zuerst messen.

Werner Thelian

Created By
Werner Thelian
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Credits:

Created with images by pixel2013 - "heart hands heart give away", Wikimedia und canstockphoto.

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