ISLAND #guidesontour

Abenteuer Island - Photoguides Blog

Hallo liebe Blog-Leser,

an dieser Stelle möchten wir euch von unserer diesjährigen Fotoreise nach Island berichten. Nachdem wir schon letztes Jahr am Nordpolarkreis waren um Polarlichter zu sehen, zog es uns dieses Jahr wieder in den Norden. Es sollte wieder in die Nähe des Nordpolarkreises gehen, diesmal aber im Sommer, mit zweistelligen Temperaturen, so der Plan. Unsere Wahl viel auf Island. Raues Klima, wilde Landschaft und atemberaubende Wasserfälle. Das Paradies für Fotografen und Abenteurer. Als Reisezeit wählten wir Mitte Mai. Die Berge(!) sollten noch schneebedeckt sein, der Saison-Tourismus würde noch ausstehen und wir wollten ohne Hotel auskommen.

Marcus und Michael

Wir buchten also die Flüge nach Keflavik und den Mietwagen, SUV obere Mittelklasse (SFAR). Das war die größte buchbare Allrad-Klasse, hoffentlich groß genug für 2 Personen inkl. Koffer, Fotoausrüstung, Stative und Verpflegung. Außerdem wollten wir im Auto schlafen und den ein oder anderen unbefestigten Pfad nutzen oder notfalls Gewässerfurten. Neun Tage sollten es sein, um die komplette Insel zu umrunden und alle gesteckten Ziele zu erreichen.

Vorbereitung ist das A und O. Man sollte sich genau überlegen, welche Ausrüstung man mit auf die Insel nimmt. Alles was man Vorort kaufen "muss" ist entweder um ein Vielfaches teurer oder garnicht erst erhältlich. Auch Mitte Mai sind Handschuhe und Wintermütze sehr empfehlenswert, den Wind und die Temperaturen sollte man nicht unterschätzen. Eine gute Windjacke hat heut ja sowieso jeder, daher ein Tipp zur Hose. Wir hatten die "Barents Pro" der Marke Fjällraven dabei, sie hat viele Taschen, ist angenehm zu tragen und genau richtig gegen die Wind-Wasser-Probleme in Island. Handy inkl. Offlinekarten (App: Maps.me) und Navi für das Auto sind im digitalen Zeitalter immer verfügbar und waren auch in unserem Gepäck, ebenfalls dabei eine gute klassische Faltkarte im Maßstab 1:425.000 von world mapping project.

Wer denkt die ist überflüssig, der irrt. Schon zur Planung daheim perfekt, um alle geplanten Ziele einzuzeichnen, Randinfos zu bemerken und eine Übersicht der Entfernung einzelner Ziele zueinander. Später in Island konnten wir einfach Ausweichrouten planen, Zusatzziele auf der Karte suchen oder einfach nur die nächste Tankmöglichkeit abschätzen. Geht alles auch mit Navi, nur wesentlich umständlicher. Im Fotorucksack war vom Weitwinkel bis Teleobjektiv alles dabei, wobei das Tele meist nur für Tierfotografie (Puffins, Wale und Islandponys) benutzt wurde. Das wichtigste war das Stativ und der Graufilter (10Blenden). Gefühlt ist Island das Land der Wasserfälle, daher fließendes Wasser unbedingt mit langer Verschlusszeit aufnehmen.

Wer in Island außerhalb der Restaurants und Bars etwas alkoholisches trinken möchte, sollte unbedingt am Abflughafen den DutyFreeShop nutzen und vorsorgen. Die Läden in Island dürfen gesetzlich sogut wie nix verkaufen, haben ergo also auch nix in den Regalen. Als wir also nach ca. 3,5h Flug am isländischen "Hauptflughafen" Keflavik angekommen waren, war auch eine DutyFree-Tüte unser eigen und die war nicht leer :) Mit den Koffern in der Hand ab Richtung Ausgang und Mietwagen abholen. Den gab es dann nicht direkt am Flughafen, sondern wenige Autominuten später, kostenloser Shuttle versteht sich. Auf dem Parkplatz des Autovermieters angekommen schweiften unsere Blicke natürlich über den Parkplatz: Welcher wirds wohl sein? Wir sahen nur die typischen kleinen Plastikbomber-Touri-Offroader ala Kia Sportage etc. Ein Schlafen im Fzg inkl. Ausrüstung und Gepäck und Verpflegung wäre undankbar. Zwischen all den Autos ragte eins(!) heraus. Ein silberner Nissan, keine Ahnung wie er genau heißen würde, aber er war groß. Also rein ins Büro und Formalitäten erledigen. Nach gefühlten Stunden des Papierkriegs und der Ungewissheit, welches Auto denn nun 9 Tage unseres sein würde, sagte er, als er den Schlüssel über die Theke schob: "It's the Pathfinder."

Mit einem riesigen Grinsen im Gesicht standen wir also vor dem "einen" und wussten, besser ging nicht. Auf dem Fzg war außerdem noch eine Dachbox montiert. Wir hatten hin und her überlegt, drauf lassen oder runter machen. PRO war das unendliche Platzangebot, CONTRA das Aussehen des Autos auf den Bildern. Wir entschieden uns für die Dachbox. Eine kluge Entscheidung wie sich später herausstellen sollte. Also Kofferraum auf und Sitze umklappen. Großes Lob an Nissan, die hinteren Sitzreihen sind komplett eben umlegbar. So hatten wir eine ca. 1,90m lange und ebene Liegefläche bis zu den vorderen Sitzen, einfach nur geil. Und der 4 Zylinder hatte noch dazu den Klang eines 8 Zylinder-Motors.

Erster Stopp: Reykjavik. Erstmal Vorräte einkaufen. Im Supermarkt alles zum überleben eingekauft. Zuviel eingekauft. Voll bepackt mit dem Wagen am Auto zur Dachbox empor geschaut, Gottseidank. Bei um die 8 Grad Außentemperatur (am Tag) der ideale Kühlschrank. Nur der war eben auf ca. 2,20m Höhe. Selbst auf den am Fzg. montierten Trittbrettern, war man mit 1,90m Körpergröße zu klein um alles beladen zu können. Also Hoch vom Trittbrett weiter auf das Hinterrad, perfekt!

Nachdem wir nun die Ausrüstung für die kommenden Tage komplett hatten, beschlossen wir unser Auto abzustellen und Reykjavik zu Fuß zu erkunden. Erstes Ziel am Abend, ein Restaurant. Wer in Island essen geht, wird spätestens nach zwei Tagen merken, dass die Bewirtung in Deutschland wesentlich günstiger ist. Ein gutes Essen inkl. Getränk, nicht Bier, beginnt ab 30€. Wer z.B. ein Bier zum essen trinken möchte zahlt ca. 8€ mehr. Da wir eh keine Hotelkosten hatten, wurde einmal am Tag richtig gut gegessen, aber ohne Bier. Die Küche in Island ist sehr gut und ein extremer Augenschmaus. Jedoch sollte man keine Vergleiche bzgl. der Menge zu deutschem Essen ziehen. Auf der Insel wird viel importiert, also gibt's zum Fleisch z.B. eben nicht 4 große Kartoffeln als Sättigungsbeilage, sondern nur 2 kleine als Deko und die noch halbiert. So siehts mehr aus. Anbei eine kleine Auswahl der leckeren Essen unserer Tour durchs Land. Dabei ist die Auswahl der Gerichte immer passend der ansässigen Wirtschaft, in den Hafenstädten Fisch und auf dem Land Fleisch.

Gestärkt und den ersten Facebook-Post später ging es nochmal quer durch die Hauptstadt. Vorbei an den Touri-Läden, geilen Graffiti, hippen Bars und Restaurants hin zur alles überragenden Hallgrímskirkja. Eine wunderbare Aussicht über die Stadt hat man entweder direkt vom Kirchturm oder vom außerhalb der Stadt liegenden Perlan (Warmwasserspeicher). Der Vorteil von letzterem ist der kostenlose Eintritt und der Blick auf die Hallgrímskirkja und über die gesamte Stadt.

Mit den ersten gesammelten Eindrücken, Fotos, Videos und der Tatsache, dass die Temperaturen nach Sonnenuntergang gegen Null sanken, verließen wir die Stadt um das erste Nachtlager aufzuschlagen. Wir entschlossen uns aufgrund der positiven Wettervorhersagen für den Süden und folglich die Insel gegen den Uhrzeigersinn zu umrunden. Diese Entscheidung wurde für den Rest der Reise belohnt, das gute Wetter ist uns stets gefolgt.

9 Tage, 2500km

Kurz nach Mitternacht waren wir am Ziel angekommen, der Geysir Strokkur. In direkter Nähe suchten wir uns eine Parkmöglichkeit zum nächtigen. Ganz allein waren wir dann auch nicht, auf einem entlegen Parkplatz stand ein weiteres Fahrzeug sowie ein Zelt. Interessant wurde es dann, als es das erste mal ans "Bett machen" ging. Die Koffer waren noch ungeöffnet und alles verpackt. Und wir waren müde. Hilft nix, alles raus. Schlafsack, Iso-Matte, Waschtasche, Schlafklamotten und noch ein Vodka als Tagesabschluss. Unser Auto war Nachts auf den beiden vorderen Sitzen immer komplett bis oben zugebaut mit den Taschen, zum Glück hat alles hingepasst. Die erste Nacht war kalt, wir hatten Temperaturen um die Null Grad und noch keine Erfahrung wie viel wir Nachts im Auto anlassen sollten. Alle weiteren Nächte waren wir dann erfahrener und haben auch ohne weiteres bei -7Grad im Norden am Dettifoss ruhig geschlafen.

Aus Komfortgründen haben wir immer versucht direkt am Wasser/Fluss unser Lager aufzuschlagen. Mit kalten klarem Wasser Zähne putzen und waschen ist eine feine Sache und belebt jeden müden Geist. Um die nach faulen Eiern stinkenden Schwefelquellen sollte man dagegen einen Bogen machen. Frühstück gab es dann immer direkt im Auto serviert. Aus unserer Dachbox. Extra gezuckerte Cornflakes (die, die wo es günstig zu kaufen gab waren komplett ohne Zucker), nordischen Schokobrotaufstrich, ein Pfund Käse (zuviel für uns wie sich am Ende herausstellte) und Wurst. Kein heißes Wasser und somit kein Heißgetränk. Obwohl wir Teebeutel und Kaffeepulver dabei hatten. Schuld war der in die Jahre gekommene Gaskocher, der einfach nicht mehr wollte. Auch Mittags nicht, obwohl wir Nudeln, Sauce, naja ...

So sind wir der Ringstraße Etappe für Etappe gefolgt. Auf diesem südlichen Inselabschnitt gibt es einige der schönsten Motive, also lasst euch hier mehr Zeit. Schwerpunkt waren die zahlreichen Wasserfälle. Die Temperaturen waren außerdem spürbar einige Grad wärmer als hoch im Norden Islands. Der Osten wird geprägt durch seine Gletscher und eine große Eislagune, in der das herabfallende Eis der Gletscher über einen See direkt in das offene Meer getrieben wird. Im äußersten Nordosten, bei Hafnarhólmi gibts die Möglichkeit Papageitaucher zu beobachten. Der noch völlig schneebedeckte Norden war das ideale Ziel für Walbeobachtung, mit GentleGiants in Húsavík. Aufgrund der noch geringen Anzahl Touristen hatten wir das Glück, mit einem kleinen schnellen Boot auszufahren und haben somit ca. alle 10min einen auftauchenden Wahl beobachten dürfen. Außerdem gibt's überall Islandponys zu sehen und im Nordwesten einen Steintroll. Im Westen haben wir die Halbinsel Snæfellsnes besucht und die atemberaubenden Bergformationen und Steilküsten fotografiert. Einen chronologischen Einblick in alle o.g. Ziele gibt's in unserer Fotogalerie:

Eine Reise nach Island sollte in jedem Fall den Besuch eines der Thermalfreibäder beinhalten. Das bekannteste ist die „Blue Lagoon“. Leider ist dies auch das meist besuchte und daher immer voll. Wer sowieso die Insel umrundet, der hat im Norden eine echte Alternative. Die Mývatn Nature Baths am gleichnamigen See Mývatn sind mindestens genau so gut und die Anzahl der Besucher überschaubar. Eins ist jedenfalls sicher, dass Bad im heißen, milchig blauen Wasser ist genau das richtige in dieser rauen und kalten Umgebung. Noch dazu ist es eine Erholung für Haut und Geist. Ein Tipp: Wer Abenteuerurlaub macht und nicht im warmen Hotelzimmer schläft, besucht das Bad am besten nicht am Nachmittag/Abend. Der Körper gewöhnt sich an die hohen Temperaturen und wird euch dies die nächsten Stunden spüren lassen.

Internet gibt es in fast allen Restaurants, den Fernbussen oder in und vor den Tourist-Informationscentern. Somit ist auch der ein oder andere Schnappschuss schnell an die Freunde übertragen.

Wir hoffen wir konnten euch einen kleinen Eindruck in unsere Reise und das Erlebte vermitteln. Alle Bilder gibt auf unserer Homepage oder im Video auf unserer Youtube-Seite.

Wer dem Strandurlaub eine Reise mit einzigartigen und atemberaubenden Naturschauspielen vorzieht, dem sei Island auf jedem Fall als Reisetip empfohlen. Durch die inselumrundende Ringstraße und der Möglichkeit immer wieder Offroad ins Gelände zu können, sind die Gegebenheiten ideal. In unseren 9 Tagen hatten wir genug Zeit die Insel zu umrunden und auch entlegene Gebiete zu erreichen. Wer außerdem noch Wert auf diverse Wanderungen legt, sollte 2-3 Tage mehr einplanen.

Wenn euch der Blogeintrag gefallen hat, hinterlasst uns doch einfach einen Kommentar. Wir würden uns über Feedback freuen.

Viele Grüße, Michael und Marcus

contact: info(at)photoguides.de

Created By
Marcus
Appreciate
Photos by Michael and Marcus GoogleMaps May, 2015

Made with Adobe Slate

Make your words and images move.

Get Slate

Report Abuse

If you feel that this video content violates the Adobe Terms of Use, you may report this content by filling out this quick form.

To report a Copyright Violation, please follow Section 17 in the Terms of Use.