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99 Luftballons... Kinderheimat Tabor - den Wurzeln auf der Spur

Bei der Zahl 99 springt mir sofort der Ohrwurm von Nena in den Sinn. Das gesellschaftskritische Lied «99 Luftballons», lief während meiner RS-Zeit 1983 wochenlang laut über das Radio in den Kasernenzimmern, und so konnte ich mich dem kaum entziehen.

Ein Bericht von Urs Klingelhöfer, Leiter Kinderheimat Tabor, heimleitung@kinderheimat-tabor.ch

Die Zahl 99 hat aktuell auch für das Tabor eine grosse Bedeutung und auch dieses Mal kann ich mich dem nicht entziehen. 99 ist die letzte Zahl vor der 100. Und genau um das geht es, in einem Jahr feiert das Tabor das 100-jährige Bestehen. Im Moment lassen wir noch keine Ballons steigen, sondern sind daran, die Vorbereitungsarbeiten an die Hand zu nehmen. Bereits sind die Daten gesetzt und ein Grobprogramm steht ebenfalls.

Als Leiter der Kinderheimat Tabor habe ich grossen Respekt vor der Aufgabe, eine solche Feier zu organisieren. Was möchte man besonders herausheben? Ist es denn überhaupt noch zeitgemäss, eine solche Institution zu führen, wo Kinder und Jugendliche ausserhalb der Familie beschult und sozialpädagogisch unterstützt werden und dann noch die Frage des Christlichen? Was passiert mit den unrühmlichen Kapiteln einer 100-jährigen Geschichte oder mit dem individuellen positiven und negativen Erleben der Betroffenen? Viele Fragen, aber je länger ich mich mit dem Thema beschäftige, erlebe ich auch viel Freude. Ich tauche in meinen Recherchen ein in die Zeit von 1921 und staune darüber, wie Christen aus der FEG der Region Bern sich von der Not der damaligen Zeit haben berühren lassen und aktiv wurden. Man spürt etwas vom Pioniergeist der damaligen Zeit, der Liebe zu den Mitmenschen, den Schwächsten und ich merke, wie mich das beflügelt für meine Aufgabe heute.

Zugleich möchte ich aber auch kritisch zu mir selber und zu unserem Gemeindeleben von heute sein und frage mich, sind wir heute im 21. Jahrhundert als Christen und Gemeinden immer noch die Antwort für diese Welt? Oder haben wir es uns in den gepolsterten Gemeindestühlen zu bequem gemacht?

Es ist mir bewusst, wenn wir als Tabor bald unser 100-jähriges Bestehen feiern dürfen, so ist das in erster Linie Geschenk und Gnade Gottes, vor allem in einem Umfeld, wo das christliche Erbe unserer Gesellschaft je länger, je mehr verloren geht. So bin ich von Herzen dankbar für alle meine Vorgänger, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die stets ihre Aufgabe aus der Kraft Gottes heraus wahrgenommen haben und es auch heute noch tun. In Offenbarung 2 wird die Gemeinde Ephesus zwar für Vieles gelobt, aber auch ermahnt, die «erste Liebe» nicht zu verlassen, umzukehren und die «ersten Werke» zu tun. – Das Schürfen in der Tabor-Geschichte und das Nachdenken über unsere Tabor-Wurzeln sollen uns helfen, die Liebe zu Gott und zu den Menschen zu bewahren oder auch ganz neu zu entdecken.

Eckpfeiler 100 Jahre Tabor

  • 13. Juni 2021 Ehemaligentagung
  • 10. September 2021 Offizieller Festackt
  • 11. September 2021 Familientag für ALLE
  • 11. Oktober 2021 Interne Geburtstagsfeier
  • 20. November 2021 FEG Delegiertenkonferenz im Tabor