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NepomukKirche HEILIGE RÄUME 2018

Pfarrkirche "Zum heiligen Johannes Nepomuk"

1729 stellte ein Läufer ein Maria-Pötsch-Bild auf seinem Hausaltar auf (2, Praterstraße 50). Als im selben Jahr in seinem Haus eine Feuersbrunst ausbrach, verlor er zwar seinen gesamten Besitz, das Bild blieb jedoch unversehrt. Nach wie vor vertraute der Läufer dem Bild, bis eines Tages eine weiß gekleidete Frau erschien, die einen Beutel mit Geld beim Bild niederlegte. Bald darauf brachte der Läufer das Bild zur größeren Verehrung auf einem Baum (in der heutigen Praterstraße nahe dem Praterstern) in einer Holzverschalung an und ließ schließlich, als 1734 ein Orkan den Baum entwurzelt hatte, für das Bild mit Genehmigung Karls VI. (die der Praterforstmeister Josef Sperlbauer erwirkt hatte) eine steinerne Kapelle errichten, die am 8. Dezember 1736 geweiht wurde. Nach der Öffnung des Praters (1766) kam es zu einer Neugestaltung der Praterstraße 1780 wurde die Kapelle abgebrochen und durch einen Neubau (samt Pfarrhaus) von Franz Duschinger ersetzt; diese Kirche wurde 1786 zur Pfarre erhoben.

Blick zum Chor
Blick zur Orgelempore

Als die Kirche zu klein wurde, veranlasste Ferdinand I. einen Neubau. Man wählte für diesen den einzigen noch freien Bauplatz, den in der Nähe befindlichen Gartengrund des Johann Heinrich Freiherr von Gudenus (20 Klafter [= 37,9 Meter] näher dem Praterstern). Die Kirche wurde 1841-1846 nach Plänen von Karl Rösner in Formen des romantischen Historismus neu erbaut. Ein sich nach oben verjüngender Turm dominiert die Fassade, an der sich in Mauernischen zwei überlebensgroße Figuren befinden (heiliger Ferdinand und heilige Anna mit Kind [unter Bezugnahme auf den Kaiser und seine Gattin Anna Maria Carolina]). Der von Rösner entworfene Hochaltar ist in Renaissanceformen gestaltet. Im Inneren der Kirche befinden sich unter anderem auch Werke von Franz Bauer und Joseph Klieber (Lünettenrelief 1945 zerstört) sowie Fresken von Leopold Kupelwieser ("Verklärung des heiligen Johannes Nepomuk" an der Altarwand, 1844) und Josef Führich (Kreuzweg, 1844-1846). Das ursprüngliche Gnadenbild befindet sich auf dem Altar des linken Querschiffs. Nach Vollendung des Neubaus wurde am 17. Oktober 1846 der Gottesdienst in der alten Pfarrkirche aufgehoben und am folgenden Tag die neue Kirche durch Erzbischof E. V. Milde geweiht. Die Kirche gehört zu den wenigen Gotteshäusern der Romantik, die vor dem Revolutionsjahr 1848 in Wien entstanden.

JOHANNES-NEPOMUK-KIRCHE · Praterstraße bei 45 · 1020 Wien

Credits:

Fotos by Gerd W. Götzenbrucker

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