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IPad Klassen FBRS FinanzierunG

„Wie bezahlt ihr das eigentlich alles?“

Diese Frage bekommen wir in den letzten Tagen sehr oft gestellt. Nicht nur COVID 19 hat gezeigt, dass Geld für digitale Endgeräte nicht an die Wand gehängt, sondern in die Hände derer gehört, die am meisten davon profitieren - die Kinder und Familien.

Es war uns daher von Anfang an ein Anliegen, unser IPad Projekt verlässlich zu finanzieren:

Es sollte vor allem

- nachhaltig sein. Es macht keinen Sinn einmalig Geld in die Hand zu nehmen, mit viel Mühe Konzepte zu entwickeln und zu etablieren und am Ende wieder ohne Finanzmittel zur Fortführung dazustehen.

- geringe Kosten verursachen. Dabei ist sicher nicht immer das Billigste das Beste. Dieser Grundsatz gilt für Geräte, Wartungs- und Managementsysteme oder Versicherungen.

- handlebar sein. Schule ist mit genug Herausforderungen konfrontiert. Die Abwicklung oder Überprüfung von Zahlungen, die Verwaltung und das mdm gehört in die Hände von Profis. Hier war von Anfang an klar, dass wir Partner brauchen.

- flexibel sein. Die Schule braucht eigenen Spielraum in der Vergabe von Geräten an finanzschwache Familien, beim Austausch defekter Geräte oder bei kurzfristige Bestellungen wenn unterm Jahr neue Schüler*Innen aufgenommen werden.

Im folgenden daher die Beschreibung unseres Systems. Es ist etabliert und erprobt. Es wurde von allen Gremien bestätigt und erfüllt alle unsere oben genannten Forderungen. Sehen Sie selbst.

Quelle: Mediencurriculum Friedrich-Boysen-Realschule Altensteig

Bausteine

Stellen Sie sich unser Finanzierungsmodell als einen großen Topf vor. In diesem Topf landen Gelder aus vier verschiedenen Quellen.

Quelle: Mediencurriculum Friedrich-Boysen-Realschule Altensteig

Am Anfang war all das nur möglich, da es uns gelang unseren Namensgeber von unserem Konzept zu überzeugen. Er unterstütze uns mit einem mittleren fünfstelligen Betrag. Mit ihm tätigten wir letzte Anschaffungen für das WLAN, kauften die ersten 110 IPads und statteten die Kinder und die Lehrkräfte mit schulischen Tablets aus. Alle erhielten dieselben Geräte, alle bleiben im Besitz der Schule, alle werden per mdm verwaltet und eingerichtet. Die anfängliche Spende ist sicher ungewöhnlich, aber die....

Quelle: Mediencurriculum Friedrich-Boysen-Realschule Altensteig

Grundsätze:

- die Teilnahme ist freiwillig. Es ist ein Angebot an alle Klassen. Nur wenn alle Schüler und Eltern einer Klasse sich für das Projekt der Tablet Klasse bewerben, wird sie IPad Klasse.

- die Familien können zwischen einem Mietkauf oder der kostenfreien Leihe entscheiden. Wir streben dabei zwar einen Grundstock von ca 2/3 Mietkaufentscheidungen, machen aber trotz allem Werbung dafür, sich für die kostenfreie Leihe zu entscheiden. Niemand muss aus finanziellen Gründen zurückstehen.

- der Mietkauf ist komplett zinsfrei. Er schließt das Tablet, die digitalen Schulbücher, Office 365, unsere Cloud, die Apps und das mdm mit ein. Selbst die Versicherung ist inklusive.

- beim Mietkauf geht das Gerät nach 3 Schuljahren (in der Regel dem Schulende) in den Besitz der Familie über. Alle Beschränkungen werden entfernt. Die Leihgeräte gehen zurück an die Schule.

Wir haben uns gegen ein Leasing Modell entschieden. Die Leasingkosten sind so wesentlich höher, dass wir das den Familien nicht zumuten wollen.

Finanzierung

Zum Start sieht die Finanzierung so aus. Die Eltern bezahlen zwar ab dem ersten Monat. Aber der Start muss im ersten Jahr ohne deren Beteiligung gestemmt werden.

Jahr 1
Jahr 2 und 3

Ab dem vierten Jahr tragen weitgehend die Eltern das Modell. Der Anteil der Schule kann sich deutlich reduzieren. Wenn aber mehr Familien das kostenlose Angebot wahrnehmen, erhöht sich der Anteil der Schule entsprechend. Hier liegt es an der Schule die „Schmerzgrenze“ offen to kommunizieren. Bei uns würde diese bei maximal einem Drittel aller Nutzer liegen, die das IPad kostenlos gestellt bekommen. Sollten mehr Familien unsere Unterstützung benötigen, können zur Not weitere Gelder aus Wettbewerben, neuen Sponsoring Angeboten oder weiteren Quellen einfließen. Es liegt also an uns das Angebot so attraktiv zu gestalten, dass viele Familien gerne zugreifen. Bei einem Preis von derzeit ca 10-12 Euro im Monat, nutzen ca. 80% der Familien den „Mietkauf“. Der Anteil der Schule kann also schwanken. Der Kern ist nachhaltig finanziert. Der schulische Anteil ist bei uns daher nie über den Betrag angestiegen, den wir sowieso für schulische Hardware ausgegeben hätten.

Jahr 4

Abwicklung

Wir kaufen die Geräte einmal im Jahr zentral ein. Die Leistung umfasst die Geräte selbst und die Aufnahme in ein mdm System. Die Geräte werden dabei direkt den teilnehmenden Schüler*Innen und Klassen zugeordnet, Apps aufgespielt, Profile und Beschränkungen installiert

Die Stadt wickelt die Käufe über eine eigene Kostenstelle ab. Über diese Kostenstelle laufen auch alle andere Ausgaben des Projekts. Die Stadt nutzt diese Kostenstelle auch, um die Gebühren des Mietkaufs einzuziehen. Sie geht dabei wir bei den Gebühren für die städtische Musikschule vor. Sie nutzt dabei Einzugsermächtigungen der Familien. Auch der Anteil der Schule fließt einmal jährlich in diesen „Topf“ ein, ebenso Preisgelder und Sonderspenden.

Die Geräte sind alle versichert. Im Grunde sogar doppelt. Nach Auskunft der Württembergischen Gemeinde Versicherung, haben alle Städte und Gemeinde eine so genannte Geräteversicherung. Der Beitrag ist sehr gering. Er beträgt derzeit 1,30€ im Jahr pro Gerät. Dies ist sicher auch in anderen Bundesländern ähnlich. In unserem Fall übernimmt die Stadt den Beitrag. Im Grunde sind die Geräte auch über eine weitere Versicherung abgedeckt. In BW gibt es die sog. 1 Euro Versicherung. Früher trugen die Eltern diese Kosten. Dies wurde als nicht rechtens eingestuft. Wir tragen diese Ausgabe (1€ pro SuS) aus dem Etat. Bei schulischer Nutzung sind die Geräte auch darüber versichert

In den letzten Jahren gab es so gut wie keine Komplikationen. Es sind derzeit knapp 250 Geräte im Umlauf. Im Endausbau werden es knapp 400 sein. Im Jahr gehen bisher 4-5 Geräte kaputt. Normalerweise immer das Display. Wir versuchen über die Versicherung abzurechnen. Sollte das mal nicht gelingen, tauschen wir selbst das Display aus und verkaufen das Gerät weiter. Der Erlös fließt zurück in die Kostenstelle. Wir beteiligen die Familien dabei höchstens mit den 20€ für das neue Display. Sie erhalten unkompliziert ein Austauschgerät.

In seltenen Fällen würden die Familien das iPad gerne gleich komplett bezahlen. Dies erlauben wir nicht, da wir ein fremdes Gerät nicht einschränken dürfen. Wir behelfen uns mit einem „Kniff“. Die letzten 10€ werden erst im letzten Monat des dritten Schuljahres eingezogen. Bis zur vollständigen Bezahlung bleibt das Gerät dabei im Besitz der Schule. Dies wurde bisher anstandslos akzeptiert. Die Stadt hat auch diesen Vorgang automatisiert.

Sollte einmal eine Zahlung ausbleiben, fragen wir freundlich nach. Sollte eine Familie zwischenzeitlich Probleme mit dem Beitrag bekommen, geht das Gerät in die „Leihe“ zurück, wir zahlen den bisher geleisteten Betrag aus und niemand verliert das Gesicht. Dies geschieht aber eher selten.

in den nächsten beiden Jahren werden wir die schulischen Zahlungen auch aus dem Digitalpakt leisten. Der eigentliche Anteil der Schule fließt trotzdem in den Topf. Damit erhöht sich der Anteil für finanzschwache Familien oder kurzfristige Ausgaben.

Created By
Klaus Ramsaier
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