„Europa kann wieder zulegen“ der wimo-finanzkommentar - von Robert Beer

Der Ausgang der französischen Präsidentschaftswahl ist für viele Experten und Prognostiker keine Überraschung. Mit über 65 Prozent der Stimmen fällt das Votum der Franzosen deutlich aus: Pro-Europa, Pro-EU sowie Pro-Veränderung. Emmanuel Macron als künftig jüngster Amtsinhaber in der Geschichte der Grand Nation und seine junge Bewegung „En marche“ verkörpern Aufbruchstimmung und Reformwille in breiten Teilen der Bevölkerung.

Europa rückt wieder näher zusammen

Das Bekenntnis zum Pro-Europäer Macron sollte das zwischenzeitlich doch sehr wankende Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der EU wieder stärken. Ein starkes Zeichen für die Europäische Union, Europa und die europäischen Märkte. Wir erwarten daher nicht nur innerhalb Frankreichs positive Entwicklungen durch die Neuwahl. Der gesamte europäische Wirtschaftsraum kann und wird aller Voraussicht nach gestärkt auftreten, indem er von dem innerfranzösischen Reformwillen profitiert. Denn noch gilt Frankreich neben den geschwächten Ländern Spanien und Italien als „kranker Mann“ Europas. Mit Macron sollte sich das ändern. Und die Vorzeichen stehen gut: Denn auch für die Parlamentswahlen, die im Juni die parlamentarische Rückendeckung für den neuen Präsidenten festlegen, stimmen viele Anzeichen zumindest verhalten optimistisch. Für Frankreich, für Europa, für die EU und damit letztendlich und in Konsequenz auch für die europäischen Börsen.

Sparpolitik weicht Konjunktur-Impulsen

Debatten um Fragen wie „Hält der Euro?“ oder „Zerbricht die EU?“, die uns spätestens seit dem Brexit und der zunehmenden Radikalisierung in einigen Ländern beschäftigen, hängen seit vielen Monaten wie ein Damoklesschwert über den europäischen Börsen. Frankreich setzt mit der Wahl Macrons ein Zeichen gegen negative Stimmung. Wenn es gelingt, dass ebendiese negative Stimmung nachlässt, ist am europäischen Aktienmarkt vieles möglich und deutliche Wertzuwächse nicht unwahrscheinlich. Unterstützung kommt dabei auch aus Deutschland: Sigmar Gabriel äußert sich in seiner Funktion als Außenminister in einer ersten Reaktion erleichtert über Macrons Sieg und sichert Mitwirkung zu. Man dürfe jetzt nicht den Fingerzeig auf Frankreich üben, sondern müsse als starker Partner gemeinsam aktiv werden. Gabriel spricht in diesen Zusammenhang von notwendigen Investitionsprojekten und gar von einem deutsch-französischem Investitionsfonds. Wenn sich das bewahrheitet, bedeutet es das Weg von der Konjunkturbremse und ein Hin zu positiv wirkenden Konjunkturpaketen.

Positive Signale sprechen für „Kauf“

Die Marschrichtung ist also nicht nur in Frankreich klar: Es muss wirtschaftlich nach vorne gehen, mit gezielten Investitionen und Förderungen in Europa Impulse gesetzt werden. Daraus ergibt sich ein ungeheures Potential. Der von vielen totgesagte Euro fiel nicht unter die Parität , sondern stieg bereits wieder leicht an. Die Bewertungskriterien an den europäischen Börsen liegen derzeit noch niedrig, während die aktuellen Höchstkurse Kaufreize setzen. Viele Aktienmärkte notieren bereits auf neuen Höchstständen. Kurzum: Alle Signale stehen jetzt auf „Kaufen“.

Robert Beer

Der Autor: Robert Beer, Inhaber und Geschäftsführer der Robert Beer Investment GmbH, www.robertbeer.com, verwaltet seit nunmehr 13 Jahren risikoadjustierte Aktienstrategien, in welche die Ergebnisse aus 30 Jahren Erfahrung und Forschung einfließen. Unter dem Motto „Rendite und Risiko in Einklang bringen und so langfristig einen Mehrwert erzielen“ entwickelt er innovative Anlagekonzepte und Analysemodelle. Als Fachbuchautor, Finanzpublizist und Softwareentwickler beweist er seit den 80er Jahren seine langjährige und vorausschauende Expertise, die er auch als Lehrbeauftragter einer Fachhochschule sowie u. a. in Schulungen für die Deutsche Bank einbringt.

Created By
Rainer Schmidt
Appreciate

Credits:

WiMO

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