Waldfrieden? Warum wir um "unseren" Wald kämpfen sollten.

Vorwort

Als im vergangenen Jahr die Arbeiten im Forst rund um unsere Stadt begannen, da war eine erste Welle des Protestes in der Bürgerschaft zu spüren. Ich selbst sah dies zu diesem Zeitpunkt nicht als dramatisch an. In Gesprächen mit dem Forst wurden auch die angesprochenen Probleme relativiert. Die Bewirtschaftung habe Vorrang, alles werde wieder hergerichtet. Der Schrei von Augustusburg, das an Edvard Munch berühmtes Gemälde angelehnte Bildnis, das den Protest als Zeichen begleitete - dieser Schrei blieb zunächst ungehört. Auch von mir, denn auch ich ahnte die Ausmaße dessen nicht, was hier geschehen sollte. Heute sehe ich dies anders, denn Dimension und Konsequenz der Bewirtschaftung werden lange nachwirken. Das bewirtschaftet werden muss, dies steht außer Frage. Der Umgang mit den Fragen der Menschen und den Interessen einer ganzen Stadt, die das Prädikat eines "staatlich anerkannten Erholungsortes" trägt und versucht, hierauf eine Zukunft zu gründen. Dieser Umgang ist zu diskutieren. Und dies ist nicht nur ein Thema in Augustusburg. Es ist eine Generelles. Wie sollen Forstwirtschaft, Natur und Menschen vereint werden. Nur darum geht es.

Die Absperrung im Wald im März 2015. Nur auf dem E-Weg fanden sich überhaupt solche Flatterbänder. Auf dem Weg von der Stadt nach unten gab es gar keine Hinweise. Woran erkennt man, dass der Weg nicht genutzt werden darf und Gefahr besteht?

Worum es geht...

Als ich zu Beginn meiner Amtszeit erstmals mit dem Forstbezirk in Mittweida die ersten Gespräche suchte, da war von Beginn an klar, wer das Sagen hat. Der Wald sei Wirtschaftswald. Die Wege Wirtschaftswege und jede weitere Nutzung zwar durch das Waldgesetz geregelt, aber egal was es wäre, es wäre auf jeden Fall nachrangig. Ich erklärte damals, dass wir als Stadt den Tourismus entwickeln wollen und das dies nur unter Einbeziehung der stadtnahen Waldgebiete funktionieren würde. Abgestimmt mit dem damaligen Stadtrat brachte ich das Angebot ins Spiel, die für uns relevanten Waldflächen entlang des E-Weges und auf dem Kunnerstein gegen den im Stadtbesitz befindlichen Wald rund um den Galgenberg zu tauschen. So - so meine Annahme damals - könnten die Interessenkonflikte am ehesten gelöst werden. Die Antwort damals: Einem solchen Flächentausch würde der Sachsenforst niemals zustimmen. Darüber hinaus müsse jede organisierte und gewerbliche Nutzung mit dem Forst im Rahmen von Pachtverträgen geregelt werden. Keine eBike oder Seqway-Tour über den E-Weg also ohne Pachtvertrag.

Nun ist gegen eine solche wirtschaftliche Teilung prinzipiell nichts einzuwenden, auch wenn eine solche Abgabe den Neuaufbau von Angeboten zusätzlich belastet. Wenn des der einzige Punkt wäre, der in den Verträgen als schwierig anzusehen wäre. Und hier tut sich ein weiteres Problemfeld auf. Das der Haftung im Falle eines Unfalles. Denn in den Verträgen ist auch die Regelung zur sogenannten Verkehrssicherungspflicht Inhalt. Diese besagt, dass im Umkreis eines Pachtobjektes, ca. eine Baumlänge rechts und links, der Pächter dafür verantwortlich ist, den Baumbestand so zu pflegen, dass eine Unfallgefahr weitgehend ausgeschlossen werden kann. In unserem Fall hätte dies bedeutet, für die gesamte Länge des E-Weges, das Gelände rund um die Kunnersteinbaude und das Gelände rund um das Kneipp-Becken die pflegerische Verantwortung zu übernehmen. Die Haftungsklauseln sind dabei so gefasst, dass öffentliche Versicherungen hier Schwierigkeiten haben, eine Deckung zuzusagen. Zu deutsch: Im Schadenfall steht derjenige in Haftung, der den Vertrag unterzeichnet. Abgesehen davon, dass wir weder Personal noch Mittel haben, eine solche Absicherung verantwortungsvoll abzusichern.

So werden andernorts Waldgebiete gesichert, in denen der Forst tätig ist...

...solche Hinweise sind eindeutig und lassen keinen Raum für Missverständnisse. In unserem Fall prankte ein Flatterband in drei Meter Höhe. An den sonstigen Zuwegungen gab es gar keine Hinweise. Woher sollen Touristen wissen, dass hier Gefahr besteht?

Downhill & Freizeit

Und auch ein weiteres Projekt wurde verhandelt. Der Bau einer Downhillstrecke, die zu Teilen auf dem Gelände des Sachsenforstes und zu Teilen auf den Flurstücken der Augustusburger Freizeit GmbH für eine Legalisierung des Sportes sorgen und Fußgänger und Wanderer vor gefährlichen Begegnungen zwischen Mensch und Rad schützen soll. Derzeit ist es so, dass dieser Sport mehr oder weniger illegal ausgeübt wird, was bei Begegnungen mit Wanderern bereits zu schweren Unfällen führte. Da alle Verbote nichts helfen und wir auf der anderen Seite auch diesen Sport in unsere Angebote integrieren wollen, haben wir dieses Projekt in Angriff genommen. Um es klar zu sagen: Wir lösen damit ein Problem, das eines des Sachsenforstes ist, denn die Strecken liegen derzeit alle auf den Flurstücken des Staatsunternehmens.

Um das Verfahren in einen planungsrechtlichen Kontext zu bringen, integrierten wir dieses Vorhaben in die noch laufende Erstellung des B-Planes Rosts Wiesen, der nunmehr nach beinahe achtjähriger Laufzeit kurz vor der Vollendung steht. Wir ließen die zusätzlichen Flächen in die Erstellung des notwendigen Artenschutzberichtes integrieren, um auch die naturschutzrechtlichen Belange entsprechend zu betrachten. Auch hier zeichnete sich eine Kompromissfindung als schwierig ab. Im Sachsenforst gibt es keinen Downhillsport, hieß es hierzu beim ersten Gespräch im Forstbezirk. Dass es schon offizielle Strecken gibt, wurde als Ausnahme begründet.

Erst der vierte Streckenvorschlag fand die vorläufige Zustimmung. Vorausgesetzt, die Route läge auf bereits vorhandenen Wegen damit Zitat "der Anpressdruck der Fahrradreifen nicht das Wurzelwerk schädigt". Mit Blick auf die Technik, die in den letzten Monaten im Wald im Einsatz war, ein schwer nachvollziehbares Argument. Außerdem versuchen wir ja mit einer solchen Strecke, die Belastung, die sich derzeit auf die gesamte Augustusburger Flur verteilt, an einer Stelle zu bündeln. Bei fachgerechter Ausführung, also durch Aufschüttungen mit Frostschutz etc., lassen sich diese Schäden nahezu ausschließen, was aus dem Betrieb anderer Strecken wie beispielsweise im Trailcenter Rabenberg bekannt ist. Und: Nimmt die Szene ein solches Angebot an, was wir beispielsweise durch die Kombination mit einem Spezialticket für die Drahtseilbahn erreichen wollen, wird das wilde Fahren minimiert und der Gesamtschaden ebenso. Eine Erfahrung, die aus anderen Gebiete bestätigt wird.

Zu einem Flächentausch kam es bisher nicht, denn wir haben diesen damals nicht beantragt. Warum auch, wurde diese Option bereits im ersten Gespräch vom Verhandlungspartner - hier dem Forstbezirk Mittweida - als vollkommen unwahrscheinlich abgelehnt. Erst in einem Gespräch mit der Geschäftsführung des Sachsenforstes vor wenigen Wochen wurde diese Option plötzlich seitens des Forstes wieder eröffnet. Wir arbeiten nun an der entsprechenden Beantragung. Schade, denn dies hätten wir bereits vor eineinhalb Jahren erreichen können. So denn der jetzige Antrag tatsächlich auch Zustimmung findet. Das bleibt abzuwarten.

Der erwähnte Termin im übrigen fand erst im dritten Anlauf statt. Angefragt hatte ich ein solches Gespräch gemeinsam mit drei weiteren Bürgermeistern der Region. Der Grund: Wir alle arbeiten inzwischen in einer durch mich initiierten Arbeitsgruppe an einer gemeindeübergreifenden Planung für Rad- und Wanderwege. In diesem Zusammenhang wollten wir gemeinsam über die Optionen und Möglichkeiten sprechen, damit wir die Planungen gemeinsam mit dem Eigentümer des Waldes vorantreiben. Zudem standen die Fragen nach den Pachtregelungen für eBike-Fahrten und ähnliches auf dem Plan.

Der Termin wurde angesetzt für den 15.4.15 in Graupa. Die erste Absage erreichte uns am 16.3.. Der Forstbezirk sei der Ansprechpartner und nicht die Geschäftsführung. Per Fax erklärten wir, dass wir dennoch Gesprächsbedarf sehen und das es Gründe dafür gäbe. Die Absage wurde zurückgenommen. In der Zwischenzeit häuften sich die Anfragen und Berichte von Besuchern und Bürgern unserer Stadt, die allesamt bestürzt waren vom Zustand des Waldes. Es musste etwas geschehen.

Die tiefen Spuren der schweren Maschinen sind erkennbar. Studien aus der Schweiz belegen, dass an diesen Stellen der Waldboden unwiederbringlich verdichtet wird.

Die Reste eines Weges am Schwarzen Teich. Diese Wege werden durch Abschleppen mit einem Schleppschild begradigt. Bis sich dies begehbar gestaltet, werden Monate vergehen.

Einfahrt in den Wald am oberen E-Weg.

Wanderung mit Folgen

Es war am Ende ein spontaner Entschluss. Nach dem schwierigen Versuch, den Wald selbst zu begehen und im Ergebnis unzähliger Bürgergespräche, Mails und Briefen entschied ich mich, zu einer Mahnwanderung zu laden und das Thema damit auf die Agenda zu setzen. Es war keine Demonstration, wie heute interpretiert wird. Es war eine Einladung zu einer Wanderung. Um mit den Leuten hier ins Gespräch zu kommen. Um zu zeigen, dass wir als Stadt die Probleme auch sehen. Bis heute sehe ich darin nichts Verwerfliches. Hätte wir eine Demonstration veranstaltet - wir hätten die Presse eingebunden. Aber es erging keine Einladung, kein Aufruf dorthin.

Ja, laut Waldgesetz hätten wir dies anmelden müssen. Daran aber hat niemand im Vorfeld gedacht. Auch ich nicht. Ein bedauerlicher Fehler, keine Frage. Aber nicht mehr. Wir haben noch einmal recherchiert: Zu diesem Zeitpunkt lag uns als Stadt keine offizielle Waldsperrung vor. Auch in der Presse ergaben unsere Recherchen keine entsprechende Information. Die Beschilderung ist hier dokumentiert und nicht geeignet, auf eineangeblich lebensgefährliche Situation hinzuweisen. Wie dies andernorts gehandhabt wird, habe ich hier ebenfalls abgebildet. Hätten wir eine solche Beschilderung vorgefunden, niemand wäre in den Wald gegangen. Im übrigen haben wir in den Tagen davor und danach ebenfalls festgestellt, dass auch während der laufenden Arbeiten ebenfalls kein solcher Hinweis vorhanden war. Maximal ein Schild mit der Aufschrift "Forstarbeiten". Von einer Sperrung oder gar Lebensgefahr war hier ebenfalls nicht die Rede.

Ob es mit der Wanderung zu tun hatte, ist mir nicht klar. Der Termin mit der Geschäftsführung des Sachsenforstes wurde auch im zweiten Anlauf noch einmal abgesagt. Einen Tag vor dem Treffen wurde dieses per Fax abgekündigt. Begründung diesmal: Man wisse nicht genau, worüber wir eigentlich reden wollen. Nach erneuter Intervention und dem Hinweis, dass eben ein solches Gespräch die Ziele definieren helfen soll, wurde der Termin dann Anfang Mai möglich. Und in diesem wurde klar: Wald ist in erster Linie Geld. Wirtschaft, Bewirtschaftung und Wegenutzung haben Priorität. Der Mensch als Gast stört hier eigentlich nur und ist geduldet. Oder, er verwandelt sich in Form eines Pachtvertrages ebenfalls in ein monetäres Gut. Doch was bedeutet das für eine Stadt wie unsere, die außer dem Tourismus, außer seiner wunderschönen Umgebung nichts in Sachen Zukunftssicherung zu bieten hat?

Der Augustusburger Forst rund um den E-Weg Ende März 2015
Totholz verbleibt im Wald. Das ist naturnah und sicher richtig. Dennmoch muss es nicht so aussehen. Wir sind ein staatlich anerkannter Erholungsort. Was ist dieses Prädikat noch Wert?

Zukunftsfragen

Um zu verstehen, was hier passiert, muss man den Gesamtkontext sehen. Die Bundesregierung hat im Herbst 2011 in ihrer Nationalen Waldstrategie 2020 eine Erhöhung des Holzeinschlags um 60 Prozent beschlossen, um einer drohenden nationalen „Holznot“ zu begegnen. Tatsächlich ging der meiste Teil der Produktionssteigerung in den letzten Jahren aber in den Export. Das Ziel der Nationalen Biodiversitätsstrategie von 2007, Wälder mit natürlichem Zuwachs auf fünf Prozent der Waldfläche auszuweiten, wäre damit unmöglich, viele Ökosystemfunktionen von Wäldern unter anderem zur langfristigen Stabilität wären gefährdet. Wird der Deutsche Wald Opfer des Wirtschaftswachstums?

Der Wald ist also umkämpft. Einerseits wächst seine Rolle als Rohstoff- und Energielieferant rapide, der Holzpreis steigt. Andererseits soll er naturnaher werden, um ihn gegenüber den zunehmenden Herausforderungen wie Trockenheit, heftigen Stürmen oder Schädlingsinvasionen zu wappnen, mit dem Ziel, auch weiterhin seine unzähligen anderen Dienstleistungen als Ökosystem erhalten zu können: Wälder kühlen das Klima, bereiten Wasser auf, speichern CO2, verhindern Erdrutsche und produzieren Regen und Sauerstoff und dienen nicht zuletzt als Orte der Entspannung und Erholung. In der Schweiz wurde unlängst errechnet, wie wertvoll der Wald für diesen letzten Punkt ist. Da sich in Diskussionen offenbar nur Zahlen durchsetzen, wurde der Erholungswert berechnet. Bedeutet: Es wurde ermittelt, wie viel Geld ein Schweizer aufwendet, um in den Wald zu kommen. Reisepreise, Wegezeit etc. wurden hier erfragt. So kam heraus, dass jeder Schweizer rund 9 Franken pro Besuch und Person aufwendet. Das ergab einen Wert von 1,9 bis 3,9 Milliarden Franken pro Jahr. Zwar sind diese Zahlen nicht eindeutig verifizierbar. Sie zeigen aber auf, wie groß die Bedeutung des Waldes in diesem Nutzungsbereich ist. Und sie bieten eine Grundlage für die politische Diskussion darüber, wie viel uns der Erholungswald wert ist und wie dies in Zukunft finanziert werden soll.

Rückegasse oberer E-Weg 2015

Damit steht der Wald zunehmend im Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Zielen. Und die daraus resultierenden Konflikte kann man nicht einfach vom Tisch wischen. Wir haben nichts gegen eine Bewirtschaftung, einen Umbau des Waldes wenn dieser denn auf wissenschaftlicher Grundlage erfolgt. Doch auch wir als Stadt haben Anforderungen an den Wald und diese sind ebenso essenziell wie die wirtschaftlichen des Forstes. Denn sie sind auch wirtschaftlicher Natur. Unsere Stadt ist sehr stark abhängig von der Ressource Natur. Diese ist eine der Grundlagen für unsere weitere Entwicklung. Viel zu lange wurden die touristischen Ziele vernachlässigt. Sträflich, sind sie doch die einzigen Ansätze, die uns langfristig nach vorn bringen können. Gerade in Zeiten, in denen Urlaub im eigenen Land wieder ganz oben auf der Agenda steht, sehen wir, was wir hätten haben können, wenn wir schon eher damit begonnen hätten. Zeit, dies anzugehen.

Wir haben auch damit begonnen, diesen Weg zu gehen. Wir arbeiten in Arbeitsgruppen, im Tourismusverband und auch in der eigenen Stadt recht intensiv an der Schaffung der Grundlagen, eine echte Tourismus-Destinantion zu werden. Die Welkulturerbe-Bewerbung und schließlich auch unser Titel als "Staatlich anerkannter Erholungsort" sind da ebenfalls wichtige Meilensteine. In allem steckt viel Kraft und viel Geld. Was aber sind diese Bemühungen wirklich wert, wenn der Forst in einem Schlag die wichtigsten Waldbereiche so bearbeitet, dass sich die Gäste abwenden? Die Instandsetzung der Wege hat zwar begonnen - abgeschlossen sein sollen diese 2016. Das sind von heute an eineinhalb Jahre. Und danach weitere zwei jahre, bis die Gäste wieder zurückkehren. Und das in einer Zeit, in der die Kommune neue Wanderwege ausweisen, alte in Ordnung bringen will und eine Wanderkarte auflegt, weil es keine hiesigen mehr gibt. Wir investieren hier in diesem Jahr rund 30 TEUR. Wofür eigentlich?

Ja, wir wussten, dass im Forst gearbeitet werden soll. Aber das Ausmaß dessen, was nun zu besichtigen ist, hat niemand besprochen. Weil für den Forst der Wald eben nur ein Holzwald ist. Und nicht mehr. Das ist nichtmal ein Vorwurf, sondern eine pure Feststellung. Wenn wir aber etwas entwickeln wollen, dann muss auch der Forst die anderen Funktionen des Waldes anerkennen und sich als Partner aufstellen. Natürlich gehört der Wald dem Staatsunternehmen Sachsenforst. Aber der Staat gehört seinen Bürgern. Und damit ist der Wald eben auch der Wald der Bürger. Was spricht gegen Projekte wie eine Downhillstrecke, die Wiederbelebung des Kneipp-Beckens oder eBike-Touren auf dem E-Weg? Was spricht dagegen, eine alte Traditionsstätte wie die Kunnersteinbaude wieder zu beleben, die es dort über lange Jahrzehnte gegeben hat? Eigentlich nichts. Außer die Tatsache, dass es schon ohne zusätzliche Kosten und Vertrags- und Haftungsfragen schwer, ja fast unmöglich ist, solche Altinstanzen wieder aufzubauen. Hier brauchen wir ein Miteinander und keine bürokratische Auseinandersetzung um Passagen aus dem Walgesetz. Die kann man nämlich auslegen. Vorausgesetzt man will das. Sonst gäbe es ein Trailcenter Rabenberg und vieles andere auch nicht.

Wir brauchen ein Miteinander. Und wir brauchen eine Bewertung der Interessen. Nach Aussage des Forstes hat die Bewirtschaftung der Augustusburger Waldstücke einen Ertrag von wenigen zehntausend EUR ergeben. Zieht man den Wegebau noch ab, wäre dies auf ein "beinahe Nichts" zu reduzieren. Gemessen an dem, was an Auswirkungen für uns zu spüren ist. Unsere Stadt hat im Jahr 300.000 Gäste. Wenn jeder nur 5 Euro hier ausgibt, sind dies 1,5 Millionen Euro, die an Gewerbetreibende der Stadt und die Schlossbetriebe fließen. Das ist bezahlte Arbeit, Gewerbesteuer und Zukunft. Es ist ohnehin nicht viel und zu wenig, um mit noch weniger auszukommen. Abgesehen also vom Aspekt der Waldpflege sind alle weiteren Zahlen im direkten Vergleich wenig überzeugend. Rückläufige Einnahmen aus dem Tourismus sind schwer zu belegen. Dennoch ist klar, dass sich ein Eingriff diesen Ausmaßes auswirkt. Und dies leider auch nachhaltig. Alles in allem muss also der Wert des Waldes im Kampf um die Prioritäten auch neben dem Holzpreis auf dem Weltmarkt Beachtung finden. Andernfalls können wir uns künftig sparen, als Stadt Titel wie den unseren zu führen.

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Created By
Dirk Neubauer
Appreciate
all pictures by zono

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