K&G GO ICELAND • 8 DAY AND NIGHT

Zitat von Marc: Wird schon nicht soooo kalt werden.

Der 8. Tag war ein Wechseltag. Landschaft raus, Modelle rein ins Land. Nicole und Sina werden uns ab heute für sieben Tage begleiten und endlich menschliche Abwechslung und Ablenkung in die weitlosen Landschaften bringen. Bis dahin war es allerdings noch ein weiter Weg mit vielen Auslösungen und noch mehr Erlebnissen. Generell ist Island ein Land der Erlebnisse und der Unplanbarkeit. Nach über einer Woche hier auf der Insel nahe dem Polarkreis haben wir gelernt, keinem Wetterbericht zu trauen und spontan zu sein. Planung, Fehlanzeige. Wie möchte man denn planen, wenn man aufsteht und anstatt der Sonne der Regen ins Gesicht peitscht, wenn beim Autofahren zur Location plötzlich die Welt untergeht und der Wind fast das Auto von der Straße weht, wenn genau dann die Sonne kommt, wenn man eigentlich fertig ist. Lösung: Wir sind spontan und schauen einfach was kommt... CHILLOUT!

Aufteilung

Unser Tag begann jedenfalls nicht normal. Er hörte nämlich erst gar nicht auf. Wir saßen gerade gemütlich am Vorabend im Außenpool, genossen das Feierabendbier und wollten den Tag damit beenden als der Himmel anfing zu glühen. Aber nicht nur etwas, sondern richtig dolle. Es war zwischenzeitlich weit über Mitternacht hinaus und der gesamte Himmel färbte sich in den schönsten Rottönen. Wir schauten uns alle an, nackt im Pool mit jeweils einer Bierdose in der Hand. Stille Blicke gefolgt von Philip's Frage: "Wer kann noch fahren, wer darf noch fahren?".

Julian war aufgrund seiner BackUp Aufgaben verspätet in die Runde gekommen und war bei seinem Bier erst halb durch. Logisch, er konnte noch fahren. Also suchten wir uns auf der Karte eine Wunschdestiantion und beschlossen dort hin zu fahren zum Fotografieren des Sonnenaufgangs in 2h. Allerdings gab es ein kleines Problem. Die Modelle mussten am Vormittag vom Flughafen abgeholt werden und auch das wäre ein 2h Ritt nach Kevflavik. Die einzige Lösung war demnach das Aufteilen in zwei Gruppen. Während die erste Gruppe zum Fotografieren in die Berge fahren würde, sollte die zweite Gruppe sich aufs Ohr legen und am Morgen würde dann ein fliegender Wechsel mit dem Auto stattfinden. Schläfer ins Auto und ab zum Flughafen und Fotografierer vom Auto ins Bettchen. Gesagt getan, die Poolparty wurde beendet, die Ausrüstung zurecht gemacht und es ging direkt los. Philip und Julian in die Berge und Martin und Marc in die Heia.

35mm f2

Die Fahrt in die Berge versprach erst einmal nichts Gutes. Eine Stunde voller Regen und der dicksten Wolken macht die Planungen im Kopf schon wieder zunichte und die beiden waren schon kurz nach dem Aufbruch nicht mehr wirklich sicher ob der tolle Sonnenaufgang wirklich so toll werden würde. Aber wenn man schon wach ist und im Auto sitzt, dann kann man auch mal 100-200km weiter fahren. Kostet ja nur Diesel und einen Versuch ist es ja wert. Aber auch hier merkt man wieder das konstante AUF und AB dieser verrückten Insel. Lockt mit dem schönsten Rotglühen am Himmel um dann die volle Regenbreitseite zu verpassen gerade nachdem man aus der Garage gerollt ist.

Aber nach 1,5h Autofahrt zeichnete sich ein Wechsel ab. Die Farbe am Himmel kam wieder hervor und die beiden setzten ein dickes Grinsen auf und drückten noch etwas mehr aufs Gaspedal.

Das Problem mit Sonnenaufgang und ebenfalls dem Untergang ist, dass die Zeit eben ein wichtiger Faktor ist. Auch wenn die Sonne sich in Island viel flacher bewegt und der Sonnenuntergang viel länger dauert, so ist das eigentliche Verschwinden/Hervorkommen der Sonne gefühlt viel kürzer. Man hat als Fotograf also einen unglaublichen Druck das Timing zu perfektionieren und man muss auf jeden Fall zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem tollen Spot stehen.

Grund für Philip auch einfach mal durch einen Fluss zu rennen anstatt sich ein paar größere Steine zu suchen. Aber was ein guter Fotograf ist, der nimmt auf kalte Füße keine Rücksicht.

Ziel für beide war der Sonnenaufgang über einem Gletschersee. Oben Licht, unten die Spiegellungen. Besser kann es nicht sein.

Und tatsächlich, die Wolkendecke brach kurz vor dem Sonnenaufgang auf und zeigt den Horizont für die Fotokameras. Dem Moment des Aufgangs stand nichts mehr im Wege und kurz vor dem eigentlichen Moment hört noch kurzzeitig der Wind komplett auf. Sicherlich eine wirklich epische Wirkung und ein Moment auf den ich sichtlich neidisch bin. Ein perfekter Sonnenaufgang mit Wolkendecke und trotzdem freien Blick auf den Horizont, Gletschersee, Windstille... wenn es einen Fotografengott gibt, da hatte er es echt mehr als nur gut mit uns gemeint. Danke!

Die Insel lies sogar noch genug Zeit für einen zweiten Spot und dem Schuss über die Reststück Schnee am Gletscher.

35mm f2

So ein bisschen ist das natürlich alles ein Abenteuer. Es hätte auch komplett anders ausgehen können. Anstatt Sonnenaufgang hätte es auch nur 6h Autofahrt im Regen geben können. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Das gehört eben auch dazu. Man weiß nie, was passiert und wo man hin kommt. Man muss etwas probieren, auch wenn das Risiko auf Versagen besteht. Genau dann kommen die besten Schüsse zu stande und wir sind alle so froh, dass wir unsere dicken, faulen Ärsche nochmals aus dem Pool herauswuchten konnten und die Aufteilung in zwei Gruppen gemacht haben. Ohne, wäre uns dieser Moment komplett entgangen und wir wären schlafend in unseren Betten gelegen. Traurig wäre das gewesen.

Meanwhile

Natürlich war es aber auch wichtig, dass wir nicht alle vier gefahren sind. Denn immerhin gab es ja auch Verpflichtungen und tatsächlich, wir tauschten allesamt bei laufendem Motor das Auto. Während Philip und Julian übernächtigt aber glücklich ins Bett fielen, düsten Marc und ich los zum Flughafen.

KrolopStyle hatten wir mal wieder die Flugzeiten falsch berechnet und waren eine Stunde zu früh am Flughafen. Aber das war Glück im Unglück denn immerhin konnte ich den Tagebucheintrag dort am Flughafen schreiben und mal kurzfristig mit dem Handy in ein wirkliches HighSpeed Internet gehen. Das 3G Volumen von uns allen ist langsam aber sicher aufgebraucht und in unserer Ferienwohnung surfen gefühlt über ein 56k Modem.

35mm f2

Schlussendlich konnte ich die Zeit also prima nutzen, der Beitrag war geschrieben und veröffentlicht und just perfekt getimed betraten die Modelle den Ankunftsbereich. Ich glaube sichtlicht geschockt aufgrund der Temperaturen und des Wetters...

... aber nach wenigen Kilometern weg vom Flughafen schon eher fasziniert aufgrund der Landschaft und der Wirkung der Insel auf uns "Südländer".

Zuerst mussten wir natürlich einkaufen fahren. Die Modelle sind deswegen auch Modelle weil sie sich nicht täglich den Schund in ihren Körper pressen, den wir uns einverleiben. Also musste gesundes Essen her. Sowas gab es bei uns seit Tagen nicht mehr und der Einkaufswagen füllte sich mit komischen Dingen. Obst und Gemüse sollen die Sachen heißen...

Und dann ging es auch schon zu unserem schönen Ferienhaus. Auf dem Weg dahin konnte ich auch mal wieder kurz aus dem Fenster fotografieren. Echt verdammt krass was es hier für Spots und Szenen gibt, die man so im Vorbeifahren erwischen kann. Das Foto unten ist wirklicht nur aus dem fahrenden Autofenster gemacht worden. :-) Abgefahren im tatsächlichen Sinne!

So mal nebenher aus dem Autofenster aufgenommen... :-)

Angekommen zuhause haben wir erstmal schön lecker für alle gekocht. Die beiden Nacht-Fotografen hatten sich auch hinreichend erholt und hatten bereits gekocht.

Eigentlich war für den Tag nichts mehr geplant gewesen. Wir hatten uns sogar gedanklich schon darauf vorbereitet einen Tag mit Ruhe und Kräftesammeln zu verbringen. Allerdings wurde daraus nix. Unsere beiden Modelle wollten unbedingt raus und Fotos machen und schönen Frauen kann man ja nix abschlagen. Also haben wir uns alle zusammengepackt und sind aufgebrochen. Die 2h Wartezeit fürs MakeUp spare ich euch mal in Bildform. Wir nutzten die Zeit um das Haus aufzuräumen und abzuspülen während Puder aufgetragen und Liedstriche gezogen wurden.

Und was soll ich sagen???? Es war es wert doch noch raus zu gehen. Zwischenzeitlich war es ungefähr 23.30 Uhr und die Sonne stand noch gut über dem Horizont. Für die Modelle gab es ja zusätzlich noch 2h Zeitverschiebung. Die waren also gefühlt schon im nächsten Tag, standen aber noch perfekt modelnd in der isländischen Kälte.

Wir mussten schnell feststellen, dass fotografieren hier oben irgendwie anders ist. Natürlich wegen der Kälte und dem Wind. Man hat nur wenige Minuten, dann ist das Posing einfach nicht mehr zu halten und die Modelle müssen ins Warme. Es geht einfach nicht bei 7 Grad in fast nix für 25 Minuten rumzustehen. Das wäre schon gesundheitsschädigend. Daher haben wir nie mehr als 5 Minuten, maximal 10 Minuten. Am Tag fotografieren wir sehr wenig, dafür muss es eben intensiv sein. Vorbereitung ist wichtig und wir testen jedes Setup mit uns selbst aus bevor wir die Modelle dazu holen. Alles muss fertig sein, bevor die Modelle kommen.

Wichtig ist auch die Heizung im Auto. Wir lassen den Motor konstant laufen und heizen das Auto wirklich gut hoch. Decke ist auch wichtig und natürlich die Verpflegung.

Denn hier in Island kann es passieren, dass man um 3 Uhr in der Früh noch auf einem Berg steht und fotografiert. Tatächlich, das Bild unten wurde mitte in der Nacht gemacht. Mal wieder. Die Sonne steht tief unter dem Horizont und färbt den kompletten Himmel rot. Das Restlicht auf der Insel reicht aus dass man ohne Blitz und Reflektor selbst in der Nacht noch fotografieren kann.

Es ist einfach ein grandioses Gefühl endlich die tollen Locations mit der Modelfotografie verbinden zu können. Schwierig bei den Fotos ist aber, dass man sich sehr auf die Location UND das Model konzentrieren muss. Die Balance zwischen den beiden Elementen ist besonders wichtig und die zu finden ist schwer. Die in 10 Minuten zu finden ist noch schwieriger.

Die Insel ist einfach bombastisch. Auch wenn wir gerade leicht eifersüchtig auf das Wetter in Deutschland sind. 30 Grad scheinen für uns gerade echt schön zu sein, wir pendeln so zwischen 4 und 15 Grad. Den Herrn der Ringe haben wir aber immer noch nicht gefunden.

Lieben Gruß Martin

Created By
Martin Krolop
Appreciate
(C) Krolop&Gerst www.krolop-gerst.com/blog

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