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Kasualien Hilfe Gott möchte begleitende Nähe schenken

Drei Freikirchenverbände (Chrischona, FEG und VFMG) reagieren auf spirituelle Sehnsucht an den Schlüsselstellen des Lebens: Sie lancieren eine 126-seitige Kasualien-Hilfe. Darin werden Orientierungen aus freikirchlicher Perspektive zu Gottesdiensten und Liturgien wie Abdankungen, Abendmahl, Kindersegnung, Taufe oder Trauungen ausgeführt.

Anders als nur die «Big Four» – christliche Taufe, Konfirmation, Hochzeit und Beerdigung – haben die Freikirchen sich entschlossen, auch Unterlagen für Jugendsegnung und den biblischen Unterricht aufzunehmen. Jede dieser grossen Veränderungen im Leben und Sterben von Menschen wird von Unsicherheit und offenen Fragen begleitet. Weil Gewohntes verlassen wird, braucht die Überwindung der Ungewissheit Mut, Neues anzugehen. «Dabei möchte Gott als Schöpfer des Lebens vertrauenswürdigen Segen und begleitende Nähe schenken», erklären die Verfasser der Kasualien-Unterlagen.

126-seitiges Grundlagenpapier

Insgesamt haben die drei Verbände gemeinsam ein 126-seitiges Grundlagenpapier für die Kasualien ausgearbeitet. Kasualien bezeichnet man auch als «rites des passages» oder Schwellenrituale, da sie an unterschiedlichen Übergängen des Lebens begangen und öffentlich im Gottesdienst gefeiert werden. «Bei jedem dieser besonderen gottesdienstlichen Anlässe geht es darum, die frohe Botschaft von Jesus Christus konkret in und über das Leben der Menschen zu stellen, die sich neu orientieren müssen in ihren jeweiligen Lebensphasen», so die Verfasser. Peter Schneeberger, Präsident des Dachverbandes Freikirchen.ch, freut sich über das neue Werk: «Mit der Lancierung der Kasualien-Unterlagen ist ein wichtiger Beitrag zur Objektivierung der freikirchlichen Liturgie entstanden, was wohl ziemlich einmalig ist in der Schweiz.»

Es ist anspruchsvoll, Menschen in ganz privaten Situationen seelsorglich zu begleiten und Menschliches mit Göttlichem in Verbindung zu bringen.

«Der Sinn und Zweck dieser Handreichung besteht darin, dass wir einen Beitrag leisten wollen, damit kasuale Handlungen in Gottesdiensten für alle Beteiligten zu geistlich lebendigen Ereignissen werden. Sie sollen etwas von der unsichtbaren Realität Gottes in unserem Leben segensvoll sichtbar machen», erklärt Dr. Jürg Buchegger.

Er hat als Leiter Theologie und Pastoren FEG Schweiz die Neugestaltung der Kasualien-Unterlagen zusammen mit Christian Seitz (Regionalleiter Chrischona Schweiz) und Gerhard Prigodda (Theologe VFMG) geleitet. Buchegger: «Wir erhoffen uns damit, eine praktische Hilfestellung für die geistliche Vorbereitung und wertvolle Ideen für die konkrete Gestaltung der Gottesdienste zu bieten.»

Professor Stefan Schweyer (STH Basel) arbeitete als Fachbeirat an den Kasualien-Unterlagen mit. «Ich wurde bisher in über 60 Kirchen und Werken zu Workshops und Seminaren zum Thema Gottesdienst und Gottesdienstgestaltung eingeladen», erklärt Stefan Schweyer. Das weise darauf hin, dass es sich nicht nur um eine wissenschaftliche Studie im Elfenbeinturm der Theologie handle, sondern dass hier eine Wechselwirkung zwischen universitärer Forschung und freikirchlicher Praxis erkennbar ist. Entsprechend sind wichtige Erkenntnisse in die Kasualien-Unterlagen eingeflossen.

Download

Die Kasualien-Unterlagen sind als «Book on demand» auf www.kasualpraxis.ch publiziert.

Weitere Informationen bei Dr. Jürg Buchegger, Leiter Theologie und Pastoren FEG Schweiz, 043 931 40 18 | juerg.buchegger@feg.ch