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Was hat sich der Künstler dabei gedacht? - Konzeptidee Wortzeichen runterscrollen zum anhören oder lesen ↓

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Weltweit wird viel mehr über Kurznachrichten die über das Handy verschickt werden kommuniziert, als handschriftlich. Über die modernen Smartphones wird sich praktisch kostenfrei und vorallem überall, ständig und sehr schnell miteinander verständigt.

Oftmals ist das schriftliche Kommunizieren schneller als ein verbaler Austausch. Aber es wird meist nicht mehr über Wörter, die aus hintereinander angewählten Buchstaben bestehen, kommuniziert. Moderne Geräte sind mit der Swype Technologie ausgerüstet, die spürbar unser Schreibverhalten im sehr körperlichen Sinne verändert. Swype definiert sich wie folgend „Swype ermöglicht es, durch das Bewegen des Fingers oder eines Eingabestifts quer über die Tastatur Texte einzugeben. Dabei fährt der Finger von Buchstabe zu Buchstabe, ohne zwischen den Buchstaben angehoben werden zu müssen.“ Das ist gerade bei den unter 25jährigen die beliebteste Art, da sie die schnellste Variante ist um Inhalt einzugeben. Man sieht es auf jedem Schulhof, an jeder Straßenbahnhaltestelle oder beim Spazierengehen.

Die Spur, die Form, dieser Geste bleibt bei der Technologie als Spur einige Sekunden auf der Tastatur, als Schweif der Bewegung sichtbar. Wir sehen ein Wortzeichen, ein Zeichen aus einer Geste heraus, das für ein ganz bestimmtes Wort steht.

So werden aus Wörtern grafische Zeichen, es werden lineare Gesten. Mein Daumen kennt die Bewegung die das Wort „lieben“ ergibt, ich bilde es als Zeichen ohne mir der aneinadergereihten Buchstaben l-i-e-b-e-n noch direkt bewusst gewesen zu sein. So kann auch unter dem Tisch, im Klassenraum, der Sitzung oder während des Redens ohne hinzusehen kommuniziert werden. Und es ist überall.

Es ist der selbe Effekt wie man seine Pinnummer nicht weiß, sondern nur die Bewegung über den Tasten kennt.

Durch dieses Schreiben auf den Tastaturen der Smartphones und Tabletts, lernen wir Wörter als Gesten kennen. Eine Bewegung, eine Geste ergiebt ein Wort. Die Rechenleistung dahinter bildet aus der selben Bewegung immer wieder das selbe Wort. Jeder formt die Geste des Wortes l-i-e-b-e-n ein wenig anders. Der eine macht von Natur her eher zackige Körperbewegungen, der Andere langsamere oder geschwungenere. Die dahinter stehende Reihenfolge der Buchstaben, und dadurch die Form des Zeichens bleibt aber immer gleich oder zumindest ähnlich. Ein Wort wird zu einer linear abbildbaren Geste, einem Zeichen. Diese Zeichen sind lesbar, entschlüssbar, und stellen eine eigene neue Wortbildsprache dar, die so noch nicht da war und doch allgegenwärtig ist und sein wird.

Ich möchte mit meiner Installation diese Zeichen ganz bewusst und dauerhaft sichtbar abbilden, auf sie aufmerksam machen, und ihren Charakter aufzeigen. Sie sollen in Ruhe betrachtet werden können und zum rätseln oder erkennen einladen. Auch mir ist bewusst das dies für einige Besucher der erste Berührungspunkt mit diesen Zeichen sein wird. Da es eine stark generationsbezogene Zeichensprache ist, bin ich sehr gespannt wie verschieden unterschiedliche Altersgruppen auf meine Installation reagieren.

Auf Knopfdruck des Betrachters kann das Licht angeschaltet und dadurch die Wortzeichen auf dem Plakat entschlüsselt und gelesen werden. Das Licht bleibt an solange der Knopf gedrückt wird und so wird von jedem selbständig „entdeckt“ werden können. Ohne das Licht bleibt der grafische Reiz einer neuen Wortbildsprache in sehr reduzierter Form.

↑ Austellung von A nach B in der Galerie Haus zum Bunten Löwen auf der Krämerbrücke Erfurt

↑ alle Konzepte zu allen Arbeiten aus der Ausstellung von A nach B zum anhören oder nachlesen