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Immer wieder Afrika

Laut einem Bericht im Internet flüchten soviel Afrikaner nach Europa, weil in der nördlichen Hälfte Afrikas das Bier so schlecht ist. Hm - Quasi kommen Wirtschaftsflüchtlinge zu uns weil sie daheim in ihrer "Wirtschaft" kein Weißbier bekommen.

Klingt reichlich hirnrissig! Aber nichtsdestotrotz hat sich die LaLaWaKa-Gruppe der Sache angenommen um ihr auf den Grund zu gehen. Ruckzuck waren 3 hartgeleberte Kameraden gefunden, die bereit sind, ihre Räder zu verschachteln.

Auftrag: Überprüfung sämtlicher erreichbarer Bierquellen auf ihren Qualitätsgehalt.

Start ist der 29. Dezember 17. In Dakar, Senegal wartet der erste Zapfhahn. Angeblich tropft er bereits, aus Angst vor einer schlechten Bewertung.

Liegengebliebenes Gepäck
Tag 1:

😐Flug München-Istanbul-Dakar. Von wegen Turkish Airline ist die beste Europas.... Auf jeden Fall die trockenste. Wasserbäuche haben wir bekommen😂 Dann auch noch eine unplanmäßige Zwischenlandung in Nuakschott (Mauretanien). Mit Verspätung landen wir um 21:30 Uhr in Dakar. Die Türken haben es dann auch noch fertig gebracht 150 Gepäckstücke in Istanbul stehen zu lassen. Natürlich auch unseres UND die Räder. Gegen Mitternacht (nach 20 Std) Ankunft im Hotel. Reggae-Musik und Bier empfangen uns und "retten" den Tag😂

Tag 2:

Ungewollter Ruhetag. Geld tauschen, Gegend erkunden, mit Einheimischen am Strand lecker Fisch grillen und Abhängen... Mehrere Anrufe beim Flughafen sind erfolglos. So fahren wir selbst mit einem "Taxi" zum Flughafen. YES!!! Von weitem sehen wir schon die Räder.... Am Abend gibt's dann noch ein großes Musik-(Trommel)-Fest. Saustark!!!

Tag 3:

Endlich: Räder zusammen bauen. Wir bleiben diesen Tag noch im gleichen Hotel und lassen die Silvesternacht kommen. Der Riesenlärm lässt uns nur wenig schlafen...

Tag 4:

Ab nach Rufisque. Von diesem Vorort Dakars wollen wir nach St. Louis ganz im Norden an der mauretanischen Grenze.

Die 25 km sind schnell geschafft, aber keiner kann uns sagen, wann der Bus abfährt. Wir gucken Jungs beim Fußball auf engstem Raum zu. Sensationelle Talente schlummern hier. Nach 3 Bier und 3 Std. Wartezeit ist es aber dann soweit😃Die Räder samt Gepäck aufs Dach und wir mit über 30 Schwarzen in den Bus, in dem eigentlich nur 16 Plätze sind😂 So müssen sich Sardinen in der Büchse fühlen... Der Fahrer gibt sein Allerbestes und wir bewältigen die 200 km in lockeren 7 (Sieben) Stunden.

Tag 5:

Mit dem Hotel haben wir Glück. Einfach aber sehr sauber. Und: Bier gibt es auch. Nicht selbstverständlich im muslimischen Senegal. Heutiges Programm: Besuch des 3. größten Vogel-Nationalpark weltweit. Wunderschön!! Am Nachmittag dann Fußmarsch nach Mauretanien. Wir sichern uns diesen "Länderpunkt" indem wir illegal über die "grüne Grenze" marschieren. Diese besteht leider nur aus Sand und spärlichen Gräsern, wie wohl auch der Rest dieses trostlosen Landes.

Tag 6:

So, erste richtige Radetappe: St. Louis-Kebemer 112 km. Viel Wind, aber gute Straße mit relativ wenig Verkehr. Trotzdem sehr viele Tierkadaver. Kühe, Esel, Ziegen.... Mittags wirds mit 30 Grad auch angenehm warm. Am späten Nachmittag erreichen wir dieses trostlose Nest und mieten uns im einzigsten "Hotel" ein.

Tag 7:

Abfahrt ohne Frühstück. Der ganze Laden ist um 7Uhr30 noch stockdunkel. Etappe heute: Kebemer-Diourbel 120 km. Der Gott des Windes meint es gut mit uns in den ersten 2 Stunden. Dann o Schreck ist Schluss mit der asphaltierten Straße. Dabei sollte hier laut Karte eine richtige Straße sein... Ja vielleicht ist es ja nur ein kurzes Stück.....

Das kurze Stück dauert dann aber 50 km und wir brauchen 4 Stunden dafür. Kare hat seine Sachen wieder "ned gscheid beinand" und fährt 2 Löcher. Bloß gut, dass ich dabei bin und so ist alles schnellstens erledigt. 😂

Zu trinken gibts auf halber Strecke auch nur angenehm warmes Sprite.... Dann aber nach Ende dieser "Wellblechpiste" machen wir eine Bar ausfindig. Den Anblick von innen erspare ich euch...!!

Die Windgötter haben sich scheinbar auch für die letzten 30 km von uns verabschiedet. Dafür empfängt uns der Muezzin schreiend von der Moschee. Freuen uns schon wieder morgen gegen 5:30 Uhr von ihm geweckt zu werden. Ist aber egal, denn morgen ist ein neuer Tag.

Der „Schulbus“
Der „Linienbus“
Tag 8:

Heute relativ lockere Einheit: Diourbel-Kaolack 70 km. Nach 3 1/2 Stunden sind wir da. Je weiter wir südwärts kommen, desto heißer wird es. Ab Mittag steigt das Thermometer auf weit über 30 Grad. Als Entschädigung erwartet uns die beste Unterkunft bisher.

Und: Von Tag zu Tag wird es günstiger. Das schont unsere (Bier)-Kasse😂.

Zuerst waschen wir unsere Räder. Die haben es dringenst notwendig. Und im Anschluß schadete es auch nicht unsere Klamotten durchzukneten. Möchte nicht wissen wie es in unseren Lungen aussieht😃

Wie man sieht gibt es auch richtige Räder hier. Wahrscheinlich aber fast so wenig wie gute Politiker in Deutschland!!!

Tag 9:
Kaolack-Keur Ayib 85 km

Die beiden ersten Morgenstunden sind erträglich, aber dann schießt das Thermometer in die Höhe.

Samstagsmarkt

Fast nirgends gibt es etwas einigermaßen kaltes zu trinken. Beide sind wir froh, als wir unser Tagesziel erreichen.

Wie ihr sehen könnt, waren einige Zimmer bereits anderweitig "belegt"😂

Für alle FCB-Fans: Hat lange gedauert bis ich nach diversen Kids mit BVB-Trikot mal jemand mit Bayern-Trikot zu sehen bekam😃

Tag 10:

Keur Ayib-Mansa Konko (Soma) 25 km

Gleich nach 2 km erreichen wir die Grenze zu Gambia. Die freundlichste Einreiseabfertigung, die ich jemals in Afrika erlebt habe.

Dann auf die Fähre über den Gambia-River. Hektisches Treiben und eine kilometerlange Lkw-Schlange. Es dauert Tage bis diese alle abgefertigt sein werden.

Vor dem Befahren der Fähre werden uns Kondome und Viagra für "Gulu-Gulu" angeboten. Wir decken uns logischerweise mit dem Maximum ein😂😂😂

In dem Nest auf der gambischen Seite gibt es nicht viel zu tun. Geld tauschen, Ausruhen, Faulenzen. Unterkunft ist toll. 5€ p.P.

Tag 11:

Soma-Tendaba 36 km

Wieder eine Kurzetappe. Gar nicht so schlecht, weil die Speicher immer noch nicht vollständig aufgeladen sind. Etwas "welliger" wird die Landschaft und die Straße.

Mittags schon erreichen wir das Camp und vereinbaren für 16 Uhr eine Bootsfahrt. Das Mädel hinter dem Tresen schockt uns, weil nur noch 3 Bier da sind. Diese sichern wir uns sofort😃 Der " Chef de Bar" teilt uns aber mit, dass Nachschub im Anrollen ist.

Nach einem Nickerchen geh's 2 1/2 Std mit dem Boot hinaus auf den Gambia-River und die Mangrovenwälder. Beim Hin- und Rückweg begleiten uns Delfine. Damit hat keiner gerechnet👍

Am Abend zaubern die Mädels ein überdurchschnittliches Buffet.

p.s.: Die beiden Trucks gehören Deutschen. Denen gehts vielleicht gut... Superfahrzeuge👍

Tag 12:

Tendaba-Bintang 76 km

Es wird der heißeste Tag: Kare's Thermometer zeigt mittags während der Fahrt 39 Grad an. Fahrrad stehend in der Sonne 44 Grad.

In diesem Bezirk stehen wohl Wahlen an. Jede Menge an Fahrzeugen mit schreienden, johlenden Menschen voll mit Wahlplakaten kommen uns entgegen.

Unsere Unterkuft heute ist genial. Eine kleine Bungalow-Anlage direkt am Gambia-River mit kühlem Bier, anständigem Essen und sogar einem Gläschen Wein. Gewachsen und geerntet in der Nähe von Kruckenberg😂

Tag 13:

Bintang-Tumani-Tenda 37 km

Der Tag beginnt mit einem herrlichen Sonnenaufgang. Als wir dann auch noch die BILD-Zeitung (Hamburg) v. 1.4.2017 neben dem Weg entdecken und studieren können (St. Pauli hatte da wohl seltsamerweise verloren..) kann dieser Tag NUR gut gehen😃

Es ist eine lockere Etappe. Schon mittags erreichen wir wieder das nächste Camp, wieder am Fluß. Einfacher, aber die Menschen gleich nett und gut drauf wie immer. Eiskalte Drinks, Essen einfach und gut. Ein kleiner Spaziergang und Relaxen ist angesagt. Am Abend wird bei Trommelbegleitung um's Feuer getanzt.

Tag 14:

Tunami Tenda-Banjul 60 km

Es geht wieder in Richtung "Zivilisation". Nach 30 km nimmt der Verkehr spürbar zu. Am int. Flughafen vorbei, rollen wir in Banjul ein. Eine sehr kleine und unauffällige Hauptstadt mit nur 60.000 Einwohnern. Hotelsuche ist auch einfach. Auswahl: 4-Sterne für 150$ oder 0-Stern für 5 €.

Morgen bleiben wir hier und chartern einen Taxifahrer, der uns den ganzen Tag die Sehenswürdigkeiten zeigen soll.

Tag 15:

Ruhetag/Sightseeing: Wir starten um 8 Uhr mit einem Taxi. Zuerst geht's in eine kleine Kroko-Farm. Dann weiter in ein ganz kleines Tierschutzgebiet (102 ha) 2 Std wandern ohne Streß und Touris... Mittags an der Südgrenze wo Senegal wieder an Gambia grenzt.

Schließlich sehen wir den einzigsten sehr touristischen Strandabschnitt, den Gambia zu bieten hat. Viele Europäer(innen) kommen hier her zum "Gulu Gulu".... Der Tag klingt aus mit Bier und Shrimps (lecker!!!)

Tag 16:

Banjul-Toubakouta 48 km

Mit der "Kurz-nach-7-Uhr-Fähre" setzen wir rüber über den "Teich". Total ohne Probleme und gar nicht, wie es im Reiseführer beschrieben ist...

Nach 20 km erreichen wir die Grenze und reisen auch hier in kürzester Zeit wieder in den Senegal ein. Als wir um ca. 14 Uhr unsere bisher beste Unterkunft beziehen, sind wir die einzigsten Gäste. Nie hätten wir erwartet in der Pampa hier so toll unterzukommen.

Und: Arbeiten ist auch nicht angesagt, denn der Bedarf an Einbauküchen hält sich in Grenzen wie mir scheint.

Tag 17:

Toubakouta-Kaolack 70 km

Da der Pool mal da ist, muss man ihn auch nutzen. Kare ist es zu kalt. Auf Temperatur kommt er auch beim Radln erst, wenn ca. 27 Grad erreicht sind. Das heißt so gegen 9Uhr30. Heute ist nur Gegenwind angesagt. Wenn wir mal die 20 km/h knacken sind wir froh. Nach 30 km gibt es unverhofft eine Bar mit Bier😃 Nicht erhofft war Kare's 3. Punch. Ca. 15 Kinder schauen uns beim Schlauchwechseln zu...

Um halb 3 rollen wir in Kaolack ein. Hier waren wir schon vor einer Woche, als es in den Süden Richtung Gambia ging.... Hier, neben diesem schönen Pool, trinken und essen wir grade. Hier übernachten scheinbar nur "gute Freunde" von Angela M., Uli H.,Horst S., Donald T. Und damit die Gästeliste komplett wird: Micky Mouse😂

Zum Schluß Rätselraten: Aus was besteht wohl dieser riesige Haufen/ Berg??

A: Reis

B: Erdnüsse

C: Hirse

D: Samen des Affenbrotbaumes (Baobab)

Liebe Grüße an alle von Kare und Tom🌻

Tag 18:

Kaolack-Thiadiaye 85 km

Der Tag fängt mal ausnahmsweise nicht besonders gut an. Schwerer Unfall: Fischersfrau vs. Auto...Der Wind steht aber wieder gut. Mit 25 km/h rollen wir. Den 2. Unfall hatte die Schlange. Unglaublich, sie lebte noch... Da wirds mal Zeit für eine Einkehr.

In Fatick suchen wir eine halbe Stunde nach einer Bar bis wir fündig werden. Die Jungs hier sind alle drauf. Kein Wunder. Nur Wein und Whiskey steht auf den Tischen. Weiter gehts.

Nach 2 Std knurrt der Magen ein wenig. Ich frage nach Pain (Brot). Der junge Kerl versteht mein Französisch scheinbar nicht so recht und bringt mich zu einer Bar. Ja, auch nicht schlecht😂 denke ich mir und bei der Begrüßung durch einen Pelikan muss man einfach hier Rast machen. Geschwind noch Kare einfangen und dann gibts Gräten (mit Fisch) Aber Hauptsache es ist was drin im Bauch😃

Noch 1 Std und wir erreichen unseren Zielort für heute. Es kommt der dritte Unfall heute. Leider betrifft es uns selber.... Kare kommt urplötzlich auf schnurgerader Straße zu Fall. Das Vorderrad schmiert ihm weg. Ich versuche nach rechts auszuweichen, um nicht über ihn zu fahren, aber auch mir zieht es voll das Vorderrad weg. Der Grund: Ein Traum einer Ölspur (s. Foto)!!!! Ich glaub Blitzeis ist auch nicht schlimmer....Gleichzeitig quietschenden Reifen. Geräusch kommt von hinten. Der Autofahrer reagiert gut und verfehlt Kare, der fast mittig auf der Straße liegt, nur um ca. einen halben Meter... Sauglück gehabt... Räder ok, kleine Schürfwunden und Prellungen am Hinterteil und Rücken.

In diesem Nest gibt es dann auch nur eine Übernachtungsmöglichkeit. Es ist die Übelste im ganzen Urlaub. Wasser haben wir nur aus dem Kanister und ins Klo mag man nicht mal reinbieseln, geschweige denn was anderes machen. Wir liegen um 20 Uhr schon flach. Die Matratze ist der Traum. Hätte man noch keine Schmerzen, man würde sie im Schlafen kriegen.

Tag 19:

Thiadiaye-Saly 38 km

Bloß weg aus diesem Nest und nicht mehr an diese Nacht denken..!! Bewegung tut den Schmerzen gut😂

In 2 Std schon erreichen wir wieder den schönen Atlantik. Welch ein krasser Unterschied zu gestern. Strandspaziergang und ein schönes Essen dort runden den Tag ab. Morgen gehts auf zur letzten Radetappe!

Tag 20:

Saly-Toubab Dialaw 38 km

Ungemütlich frisch heute morgen. Uns wird aber bald warm, weil wir die erste Stunde viel Schieben müssen. Dann gibt's 1 Std. ganz viel Verkehr. Nicht ungefährlich und angenehm. Die letzte Stunde aber zum Genießen parallel zum Meer. Nach 930 km sind wir wieder in unserer Unterkunft wo die Reise begann.

Tag 21:

Wir mieten uns ein Privattaxi, das uns den ganzen Tag zu Verfügung steht. Auf der Autobahn geht's nach Dakar.

Wir gehen auf die Fähre zur kleinen Insel Goree'. Traurige Berühmtheit als riesiger Umschlagplatz für den Sklavenhandel. Millionen wurden von hier nach Süd- Mittel- und Nordamerika verbracht. Die Bilder zeigen Insel, das Gebäude innen und das "Tor ohne Wiederkehr"... Von dem schmutzigen Strand, den man sieht, starteten vor ein paar Wochen noch die Boote mit Flüchtlingen mit Hauptziel Kanarische Inseln". Jetzt angeblich "verboten"... Starten halt woanders..... Ansonsten ist Dakar miefig und überfüllt wie die meisten Großstädte. Also wieder nix wie raus von hier!

Tag 22:

So, letzter Tag im schwarzen Kontinent. Schlafen bis halb 9. -Unglaublich-

Nach ausgedehntem Frühstück packen wir unsere Räder wieder in die Boxen. Dann noch ein kaltes Bad im Atlantik. (Kare verweigert...) und Relaxen.

Morgen früh um 5 Uhr 30 werden wir abgeholt in Richtung Flughafen. Ein in jeder Hinsicht spannender "Urlaub" geht zu Ende. Wir hoffen alle haben mit unseren Berichten und Bilder ein wenig Spaß gehabt!! Bis gleich wieder in Minikin😃 Tom+Kare

Haraka Haraka!!!

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